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Fire Emblem Fates: Review

  Nintendo 3DS 

Nintendos Wii U reifte in den vergangenen Jahren zum Debakel. Maue Software-Auswahl, kaum Dritthersteller-Support. Und irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass der Konsolenproduzent selbst das Projekt für gescheitert erklärte. Splatoon hin, Mario Kart 8 her. Warum wir damit einen Test beginnen? Weil Fire Emblem Fates aufgrund seiner schieren Gewaltigkeit eigentlich auf den großen Bildschirm gehört. Wieso es auf den 3DS-Screens trotzdem eine gute Figur macht, lest ihr in unserem Test.

Drei Geschichten – ein Held

Vorherrschaft. Vermächtnis. Offenbarung. Merkt euch diese drei Namen gut, denn Fire Emblem Fates geht für ein Nintendo-Spiel ungewohnte Wege. Ihr startet in jedem Fall als junger Draufgänger Corrin, der seit Jahren auf einer dunklen Feste eingesperrt ist und auf sein Leben als Krieger und Anführer der mächtigen Truppen des Königreiches Nohr vorbereitet wird. Der sensible und etwas unentschlossene Jungspund wird zu Beginn von Fire Emblem Fates mit der Brutalität des nohrischen Königs konfrontiert: Er soll Gefangene hinrichten, die auf einer Patrouille durch das nohrische Königreich waren, jedoch dem Feinde angehören.

Eine Chance, der drakonischen Bewährungsprobe zu entgehen, hat Corrin nicht, und so werdet ihr als Spieler dazu gezwungen, Unschuldige ins Jenseits zu schicken. Natürlich – kleiner Spoiler – endet es für die Gefangenen und für Corrins Seelenheil noch einigermaßen glimpflich. Und doch kommt das Spiel sofort mit der nächsten Enthüllung um die Ecke: Ihr seid kein Abkömmling des nohrischen Königs, sondern Sohn der Königin von Hoshido, dem Erzrivalen Nohrs. Von dem wurdet ihr wiederum entführt, auf eine Festung verbracht und für die Gegenseite herangezogen. Ein klassisches Dilemma, in welchem ihr euch entscheiden müsst, zwischen der Zugehörigkeit zu Nohr (Vorherrschaft) oder Hoshido (Vermächtnis) oder der konsequenten Verweigerung, einer der beiden Seiten die Treue zu schwören (Offenbarung). Die Entscheidung ist keine, die ohne Folgen bleibt. Der Fortgang der Geschichte, das Missionsdesign und der Schwierigkeitsgrad ganz allgemein sind komplett unterschiedlich. Das erhöht den Wiederspielwert enorm, geht aber auch ins Geld, denn jede Kampagne kostet extra. Über das Geschäftsmodell kann man vorzüglich streiten, über die spielerische Qualität hingegen nicht.


Klassisch schwer

Serientypisch ist Fire Emblem Fates nach wie vor exzellente Taktikkost mit RPG-Einschlag. Und hart. Im regulären Schwierigkeitsgrad bedeutet der Verlust einer jeden Einheit einen herben Einschnitt für spätere Unternehmungen. Nicht nur anonyme Fußsoldaten können den Permadeath sterben, auch die eine oder andere (möglicherweise wichtige) Figur aus der Erzählung kann das Zeitliche segnen und wird sodann schmerzlich vermisst. Dieses Feature war schon immer ein Merkmal der Fire-Emblem-Reihe und wurde für das Fates-Trio um einen alternativen, leichteren Schwierigkeitsgrad ergänzt. Heißt: Eine Figur wird nach dem Tode zwar für die Restdauer der Mission aus dem Spiel genommen, schließt sich auch danach aber wieder an.

Das rundenbasierende Taktieren wird schnell derart komplex, dass Einsteiger sich viel Zeit nehmen sollten. Permadeath schön und gut, jedoch haben Einheiten Synergieeffekte, wenn sie auf benachbarten Feldern stehen. Noch mächtiger werden individuelle Attacken, wenn die Kämpfer auf einem Feld "gestapelt" werden. Dann greifen sie als Duo an und verteidigen sich auch dementsprechend, sollte der Gegner die Initiative ergreifen. Da die Stärken nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip ausbalanciert sind und Fire Emblem zumeist nur ein äußerst knappes und spezialisiertes Einheitenkontingent in die Missionen schickt, bleiben die Gefechte hoch taktisch, trotz aller Optionen im Felde sowie Heilern, Schützen, Nahkämpfern und Magiern im Aufgebot. Schade nur, dass dieses Taktikspielchen etwas zu kurz greift durch das redundante Missionsdesign. Oftmals seid ihr damit beschäftigt, die gegnerische Armee komplett von der Karte zu fegen.

Fire Emblem Fates
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 10 Aug 2016 @ 11:25
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