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Afro Samurai: Review
Als vor über zwei Jahren die Anime-Serie Afro Samurai ihren Beginn nahm, wurde erst einmal mit vielen Manga-Klischees aufgeräumt. Zwar zielt die Serie auf ein erwachsenes Publikum ab, hat aber nicht die voyeuristisch veranlagten Schuluniform-Fetischisten im Visier. Und auch wenn die Serie aus Japan stammt und mit den landesüblichen Traditionen gespickt ist, kommt sie in einem gänzlich anderen Stil daher. Obendrein ist der Hauptdarsteller gar kein typischer Japaner, sondern ein dunkelhäutiger, cooler Schwertschwinger, den man eher in Gangsta-Homie-Ghetto-Epen vermuten würde.
Afro ist im Waisenhaus aufgewachsen, nachdem sein Vater von dem üblen Schwertmeister Justice enthauptet wurde. Der Grund war dabei das Stirnband des Vaters, das eine ganz besondere Rolle in der Serie spielt. Dieses Stirnband erklärte Afros Vater zur Nummer eins unter den Kampfkünstlern. Es gibt auch noch ein anderes Stirnband, die Nummer zwei, das ausschliesslich seinen Träger ermächtigt, die Nummer eins zum Duell herauszufordern. Will sich Afro also an den Mörder seines Daddys rächen, muss er sich erst einmal das Stirnband Nummer zwei erkämpfen. Dass ihn das zur Zielscheibe eines jeden dahergelaufenen Kämpfers macht, der gerade einmal ein Katana halten kann, ist klar.
Im Prolog erfährt unser Samurai mit der Afromatte, dass sein Ausbilder, der ihn nach dem Tod seines Vaters aufgezogen hat, der Träger des zweiten Stirnbandes ist. Lange hindert ihn das aber nicht davon ab, den Tod seines Lehrmeisters auf seinem Pfad der Rache billigend in Kauf zu nehmen. Als frischgebackener Inhaber des Kopfschmucks spaltet sich allerdings ein Teil von Afros Persönlichkeit als "Ninja Ninja" ab. Dieser hat so ganz und gar nichts mit Afro gemein: Ist unsere Spielfigur ein eher schweigsamer Mensch, so plappert Ninja Ninja munter drauflos. Zusätzlich versorgt er Afro aber auch mit nützlichen Hinweisen und Ratschlägen.
Die Zeitebene, in der Afro Samurai spielt, ist nicht einfach auszumachen. Zwar kleiden sich alle Figuren wie in der traditionellen Feudalzeit, aber die Waffen und Sprüche deuten eher auf die Gegenwart hin. Sprüche sind dabei ein gutes Stichwort, denn gerade Ninja Ninja klopft davon nicht gerade wenig, ebenso geizt er dabei nicht mit Slang- und Kraftausdrücken. Ganz klar haben wir es hier mit motherfuckin' Badasses zu tun. Auf dem Weg zu dem Bösling Justice müssen simple Rätsel gelöst, Plattformen erhüpft und - ganz klar: jede Menge Gegner zu handlichen kleinen Scheibchen verarbeitet werden. |
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 Martin Weber
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