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The Lost Crown - A Ghosthunting Adventure: Review
Stilistisch hingegen hat der Titel einiges zu bieten. Grösstenteils in Schwarz-weiss gehalten, sorgen die eingestreuten Farbnuancen für erhöhte Aufmerksamkeit. Friedhöfe oder Keller sehen in der grauen Farbwelt sehr viel bedrohlicher aus, als wenn man sie mit satten Farben versehen hätte. Schimmerndes blaues Licht in einem Raum voller Geheimnisse, ein grüner Monitor mit spannenden Szenen, ein flackerndes gelbes Feuer im Kamin oder blau blühende Blumen am Wegesrand, hier wurde viel Wert auf die Schaffung einer interessanten Spielwelt gelegt.
Allerdings hat der Titel einen entscheidenden Negativpunkt bei der Grafik vorzuweisen, denn die schön gestalteten Umgebungen werden von grausig animierten Charakteren bewohnt. Euer Charakter legt im Gedenken an Michael Jackson regelmässige Moonwalks hin und geht ansonsten steif wie ein Terminator durch die Gegend. Hier hätten die Entwickler schon mehr Feinschliff an den Tag legen sollen, da ein Grossteil der sonst so tollen Spielatmosphäre dadurch flöten geht.
Erheblich besser ist da zu weiten Teilen der akustische Teil geraten. Dieses Adventure in einem abgedunkelten Raum zu spielen und dabei der Klangwelt zu lauschen ist nichts für Spieler, deren Nervenkostüm nicht das beste ist. Stimmungsvoll komponierte Musikstücke und die zahlreichen Soundeffekte sorgen für tolles Ambiente während des gesamten Spiels. Allenfalls an der Synchronisation kann man etwas zu meckern finden, denn hier fehlt es speziell beim Hauptcharakter etwas an Glaubwürdigkeit. Da passieren ihm die abstrusesten und gruseligsten Dinge, doch scheinen sich bei ihm nicht einmal die Nackenhaare zu sträuben. Angst haben nur wir vor dem Bildschirm, Nigel ist da mehr der Typ Marke "Coole Sau".
Das wird spätestens dann zum Ärgernis, wenn ihr mit Nigel allmählich immer bedrohlichere Szenen zu bestehen habt. Das Spiel gehört definitiv nicht in Kinderhände, auch wenn es bereits ab zwölf Jahren freigegeben ist. Eltern sollten ihre Sprösslinge vor den verstörenden Bildern im späteren Spielverlauf bewahren. The Lost Crown setzt nicht auf plumpen Horror mit brutalen Schockeffekten, sondern regt die Phantasie nachhaltig an. Andeutungen werden erst im Gehirn des Spielers zur nackten Angst. Psychohorror wird speziell im letzten Drittel des Spiels gross geschrieben.
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