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Bestimmt geht aber auch mal ein Schuss daneben?
Gäbe es nichts zu bemängeln wären wir Redakteure arbeitslos, und da das keiner ernsthaft möchte, werden natürlich keine perfekten Spiele entwickelt. Aber Spass beiseite, denn die Damen und Herren von Flying Lab Software machen eine Menge richtig. Das Spiel ist angenehm zugänglich und sollte auch Anfängern viel Freude bereiten. Durch die höheren Ziele im Kampf um die Häfen gibt es eine Menge zusätzlicher Motivation, die einen antreibt, immer weiterzuspielen. Irgendwann will man auch mit den grossen Hunden pissen gehen.
Die durch Spieler betriebene Wirtschaft und die Freiheit, auch ohne das Lösen von Missionen vorankommen zu können, überlassen euch die Entscheidung, wie ihr vorgehen möchtet. Ähnlich wie in EVE Online oder Ultima Online ist dieser Ansatz zum freien Spiel sehr löblich, aber leider in Pirates of the Burning Sea noch nicht weit genug umgesetzt worden. Es fehlen die vielen kleinen Dinge des MMO-Lebens.
Das Grund-Outfit kann man beispielsweise bequem beim Schneider bestellen. Wir fänden es interessanter, wenn man die coolen Klamotten erst einmal finden und erobern müsste. Das gilt zwar für Dinge wie Holzbein und Augenklappe, was dann aber wieder ausschliesslich Missionsbelohnungen sind, die dann jeder bekommt, der diese Aufgabe gelöst hat. Es ist also leider keine Seltenheit, dass im Hafen, in dem es die Quest mit dem Holzbein gibt, auch eine Menge Kapitäne mit besagter Protese umherhumpeln. Und das gilt für den coolen Mantel mit Totenkopf genauso wie für die Augenklappe oder den Piratenhut. Dieses auffällige Manko in der Vielfalt sollten die Entwickler nach Möglichkeit noch ausmerzen.
Aufgrund unsichtbarer Barrieren kann man nicht ins Wasser, auch wenn man das an den Traumstränden noch so gerne möchte. Nach einem Wrack in Küstennähe tauchen und verborgene Schätze und Karten finden oder etwas Glücksspiel in der Taverne betreiben, das sind alles wichtige Kleinigkeiten, die den epischen Rahmen von guten MMOs ausmachen, aber leider noch fehlen. Es gibt bisher keinen gemeinsamen Treffpunkt für die Spielergemeinschaften, beispielsweise ein Gildenhaus oder eine eigene kleine Insel, was immer wichtig ist, um unabhängig vom Zeitpunkt Gegenstände untereinander austauschen zu können. Aber das Spiel ist ja noch jung und kann in Zukunft bestimmt mit der einen oder anderen Verbesserung aufwarten.
Das Interface ist nur durchschnittlich und wird aller Wahrscheinlichkeit nach mit den nächsten Patches noch ein paar Aufwertungen erfahren, gerade was die Anzeigen in den Spielerverbänden angeht. Hier fehlen einfach Informationen wie die Stufe eines Spielers und wann er zuletzt online war. Auch bei der Kennzeichnung gibt es noch Schwächen. Man erkennt im Nahkampfgetümmel oft nicht, wer Freund und wer Feind ist. Oder das Anvisieren des gegnerischen Kapitäns artet in eine Klickorgie aus. Allerdings lässt sich schon jetzt die Positionierung der einzelnen Elemente verändern und im Ganzen erledigen die Eingabesysteme ihre Funktion souverän. |
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