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Agatha Christie - Und dann gabs keines mehr: Review

  Personal Computer 


Dass dieses Adventure sich eher an ältere Spieler richtet, wird auch durch die nicht linear gestaltete Rätsellösung deutlich. Mancher Ort kann besucht werden, obwohl dort noch gar nichts zu tun ist, und Personen angesprochen werden, obwohl es nichts mehr zu hören oder sagen gibt. Das sorgt einerseits für Verwirrung, andererseits für enorme spielerische Freiheit und längeren Spielspass, sofern man sich mit dieser Freiheit auch anfreunden kann. Die wegweisende, hilfreiche Hand gibt es nur selten zu sehen.

Hör auf zu labern!

Die Point&Click-Steuerung unterscheidet sich von Genrekollegen nur minimal. Je nach Art des Hot-Spots verändert der Cursor sein Aussehen. Türen, Treppen, Gesprächsoptionen und mögliche Laufwege werden ebenso mit eigenen Symbolen angezeigt. Ungewöhnlich und interessant sind die beiden Lauschoptionen, die euch das Spiel bietet. Damit könnt ihr durch Schlüssellöcher in den nächsten Raum sehen oder an der Tür horchen, um Gesprächsfetzen hören zu können. Das grosse Inventar lässt euch viel Platz für zahlreiche Objekte. Jeweils ein Dutzend Gegenstände werden euch auf einer Seite angezeigt. Ebenso übersichtlich und praktisch wurde das Journal gestaltet, in dem ihr Informationen zu den Gästen, Bücher und Dokumente nochmals lesen könnt. Sehr störend ist die Tatsache, dass ihr Dialoge nicht abbrechen könnt. Wenn ihr also ein Gespräch aus Versehen nochmal anfangt, müsst ihr geduldig warten, bis euer Gegenüber ausgesprochen hat. Das zeugt zwar von einer guten Kinderstube, ist aber lästig, wenn ihr rasch vorankommen wollt.

Die Präsentation macht insgesamt einen guten, wenngleich nicht vollkommen überzeugenden Eindruck. So ermüdet die Musik trotz ihres stimmungsvollen Charakters bei längeren Spielsessions enorm, dies gilt besonders für die Piano-Stücke. Die Räumlichkeiten sind dagegen sehr vielfältig. Im Erdgeschoss und in der oberen Etage sorgen zahlreiche Kamerawinkel für eine gute Übersicht auf alle notwendigen Details. Die vorgerenderten Hintergründe sehen klasse aus und die verschiedenen Umgebungen sparen nicht mit Details. Dies können wir aber nicht von den Charakteren behaupten, deren unrealistische Proportionen sofort auffallen.

Dazu gesellen sich wenig ansehnliche Animationen und extrem hässliche Frisuren. Hier hätte eine Hair-Stylistin wohl Wunder bewirken können mit einer kleinen Beratung. Die düstere Stimmung des Adventures wird von den Wettereffekten und zahlreichen dunklen Szenen zusätzlich untermauert. Die Spielzeit ist mit knapp zehn Stunden gerade noch als akzeptabel zu bezeichnen, doch bietet das Spiel mit mehreren möglichen Endsequenzen und dem nichtlinearen Ablauf immerhin genügend Motivation zu einem erneuten Durchspielen.



Agatha Christie - Und dann gabs keines mehr
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Markus Grunow am 21 Dez 2005 @ 23:12
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