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Sins of a Solar Empire


Markus Grunow

Sins of a Solar Empire

 
Hersteller: Ironclad Games
Publisher: Kalypso Media
Genre: Strategie: Echtzeit-Strategie
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
PEGI: 7+
Spieler: 10
System Min.: CPU mit 1.8 GHz, 512 MB RAM, Direct X 9-Grafikkarte mit 128 MB
System Empf.: CPU mit 2.0 GHz, 512 MB RAM, Direct X 9-Grafikkarte mit 128 MB
GBase Empf.: Einkern-CPU mit 2 GHz, 1024 MB RAM, DirectX 9-Grafikkarte mit 128 MB
Weitere Infos: Game-Facts zu Sins of a Solar Empire
Fazit von Markus Grunow
Manchmal fühle ich mich hin- und hergerissen, wenn ich über der Bewertung eines Spiels grübele. Schliesslich kommt es ja immer darauf an, wie ich den Test angehe. Soll ich das Spiel als Profizocker - sofern für mich möglich - beurteilen, oder aus der Sicht eines Gelegenheitsspielers? Letztlich versuche ich mich immer daran zu orientieren, was der Titel denn sein will. Wirbt man damit, unerreichte Spieltiefe zu besitzen, dann muss der Titel diese Erwartungen auch erfüllen können. Sins of a Solar Empire ist auf jeden Fall ein gutes Spiel geworden.

Es kann die Ansprüche eines Fans der Master of Orion- oder HomeWorld-Kategorie aber nicht langfristig zufriedenstellen. Doch will das Spiel diese Käuferschichten überhaupt erreichen? Es bietet viele der Funktionen, die sich ein Weltraumstratege herzlich wünscht, setzt einige dieser Optionen jedoch nicht tief genug um, so dass sich der Titel irgendwo mitten in die Nische zwischen Profi- und Anfängeranspruch setzt.

Und damit hat Ironclad Games den Geschmack der Masse exakt getroffen. Mir persönlich macht der Titel auch Freude, doch zu einer absoluten Top-Bewertung reicht es für mich nicht, da es mir an Identifikation mit meiner Rasse mangelt. Eine Geschichte, welche die Ereignisse etwas dramatischer in Szene gesetzt hätte, wäre hier zuträglich gewesen. Doch auch so ist das Spiel ein Zeitfresser. Auch eine Art von Kompliment, nicht wahr? Das nächste Projekt der kanadischen Hersteller wird sicherlich mehr und bereits früher Aufmerksamkeit auf sich ziehen, so viel steht fest.

Fazit von Stefan Spill
Eine schicke Verpackung, ein dickes Handbuch, eine Faltkarte mit den wichtigsten Tastenbelegungen und sogar ein Poster mit den Forschungsbäumen von allen drei Rassen! Endlich mal wieder was drin in einer Spielepackung. Und auch im Spiel selbst steckt eine Menge. Drei schön ausgestaltete Rassen, ein Raumschiffpark, der jeden Hobby-Astronauten staunen lässt, und dazu noch zwei Hände voll mit Asteroiden und Planeten. Man könnte ja fast schwärmerisch und poetisch sagen, dass uns die Jungs von Ironclad den perfekten Sandkasten aus Sternenstaub beschert haben. Aber, und oh nein, da ist das gefürchtete Aber eines Kritikers, das eigentlich niemand gerne hört. Nicht einmal der Verfasser selbst, denn es hätte doch alles so schön sein können.

Eigentlich würde man bei einer solchen Einleitung vermuten, dass man in Sins of a Solar Empire mit strahlenden Augen einer spannenden Weltraumoper folgen darf - wenn es eine gäbe. Denn leider hält das Spiel nur einzelne Missionen bereit, die nicht wirklich im Zusammenhang stehen. Es gibt keine Geschichte und keine Protagonisten, sondern nur drei Rassen, die ständig gegeneinander kämpfen. Warum? Wir wissen es nicht. Warum sollte man also die mehr als 40 Karten spielen? Sobald man einmal den Durchblick hat, die höchste Forschungsstufe erreicht und alle Schiffstypen ausprobiert sind, erschöpft sich die Neugierde. Allerdings muss man sagen, das der Weg bis zu diesem Punkt sehr ansprechend gestaltet wurde. Die Benutzeroberfläche ist absolut brauchbar, und sobald man all die Symbole verstanden hat, fällt die Verwaltung des Sternenreichs eigentlich recht leicht. Auch Sound und Grafik verrichten unbescholten ihren Dienst, und das herrlich fehlerfrei in Bezug auf die Version 1.05, die meinem Fazit zugrundeliegt. Was also fehlt mir, um euch mit einem solaren Sturm der Euphorie zu beschiessen? Zum einen fehlt mir eine ordentliche Kampagne, die mich motivierend durch das Epos treibt. Ein episches Spiel ohne epische Kampagne ist wie Erfrischungsbrause ohne Kohlensäure.

Dazu ähneln sich für meinen Geschmack die Funktionen und erforschbaren Eigenschaften der Rassen zu sehr. Das macht natürlich das Gleichgewicht im Mehrspielermodus einfacher, lässt das an sich leckere Weltraumsüppchen aber fast ein bisschen fade wirken. Dennoch bietet Sins of the Solar Empire ordentlich Spieltiefe und eine Menge Möglichkeiten. Wirklich gestört hat mich schlussendlich das völlige Fehlen einer Ladder, also eines Wertungssystems für Online-Spiele mit einer Rangliste. Denn das ist es, was erst die richtige Würze für Echtzeit-Strategiespiele mit Mehrspielerfunktion mitbringt. Sicher ist Ironclad noch kein grosser Entwickler und solche Funktionen sind immer mit Kosten verbunden. Dennoch wünsche ich mir inständig, dass der Achtungserfolg von Sins of a Solar Empire dem Entwickler mehr Möglichkeiten für die Zukunft verschafft. Auf das auch die kritischsten Aliens unter uns zufrieden gestellt werden. In diesem Sinne, ich bin dann mal auf dem nächsten Asteroiden.


Review Lesen - Seite 1

Pro: Contra:
+ Grosse Sternensysteme
+ Sehr gute Übersicht
+ Imposante Raumschlachten
+ Gute Hilfsfunktionen
+ Speichern von Mehrspielerpartien möglich
- Wenig taktische Kampftiefe
- Keine Kampagne
- Tutorial langatmig
- KI geht zu generisch vor
- Überraschungsmomente spärlich

Gesamtwertung:  
GBase Score:
8.0
Herausforderung: Mässig
Geeignet für Amateure
Spieldauer: Mehr als 50 Std.
Abwechslung: Gut
Atmosphäre: Gut
Langzeitmotivation: Hoch
Bedienung: Einfach
Preis/Leistung: Hoch
Multiplayer: Gut
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Markus Grunow am 08 Jul 2008 @ 18:31
 
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