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Ceville: Review

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Ein neues deutsches Unternehmen wagt sich mit Hilfe der Ogre3D-Engine an ein witziges Adventure. Ein Risiko? Definitiv, ist die Konkurrenz in Deutschland doch nicht gerade klein. Dass Ceville das Potenzial für den Adventure-Thron 2009 hat, stellten wir bereits in unserer Januar-Vorschau fest. Seit Kurzem ist das fertige Spiel im Handel und muss beweisen, ob es den Erwartungen gerecht wird.

Giftzwerg trifft Waise

Ceville, herrlich passend gesprochen vom Synchronsprecher von Joe Pesci, ist ein kleiner Tyrann, der lange Zeit grausig über die Fantasy-Welt Faeryanis herrschte. Sein scheinbar treu ergebener Hofmagier Basilius setzt Cevilles Herrschaft ein jähes Ende, indem er Rebellen die Erstürmung des Schlosses ermöglicht. Basilius hat jedoch mitnichten Gutes im Sinn, will er doch auf diesem Weg an die Macht kommen und dämonenhafte Schrecken über das Land bringen. Ceville landet nach einer Flucht im Knast, kann aber mit Hilfe des gutmütigen Waisenkindes Lilly fliehen. Oberstes Ziel: Basilius vom Thron stürzen und wieder das Zepter der Macht in die eigene Hand nehmen.

Dass das Spiel mit Gags und schrägen Charakteren nur so vollgepackt ist, wird relativ früh klar. Es gibt kaum einen Medienbereich, der nicht sein Fett wegbekommt. So ist in der Eingangshalle des faeryanischen Rathauses "Der andere Ring" in einer Vitrine ausgestellt - das Gegenstück also zu dem einen Ring aus Herr der Ringe. Des Weiteren werden Sergio Leone-Western, Funvideos und natürlich auch andere Spiele zitiert beziehungsweise auf die Schippe genommen. Anekdoten zu Edna Bricht Aus und World of Warcraft, aber auch in Ceville vorkommende Charaktere wie der Horny aus Dungeon Keeper oder LeChuck aus Monkey Island sorgen für einige Lacher und Insidergags zwischendurch.

Von Rätseln und Dialogen

Abgedrehte, bunte und ziemlich detaillierte Spielumgebungen laden zum Rätseln ein, darunter ein düsterer Friedhof, ein Feenwald und ein sonniger Strand. Im Wind wiegende Bäume und Pflanzen sowie gelegentlich auch mal spiegelndes Shader-Gewässer heben die Stimmung zusätzlich. An Rätselvielfalt mangelt es zum Glück nicht, sind doch fast alle Arten an Puzzles enthalten. Manchmal wird zwischen bis zu drei Hauptpersonen gleichzeitig hin- und hergewechselt. Wo die liebenswerte Lilly noch Skrupel hätte, schreitet der tyrannische Ceville mit einem bösen Grinsen zur Tat. Manchmal ist gar Schnelligkeit gefragt: Während ein Protagonist einen störrischen und aufmerksamen Nebencharakter ablenkt, muss der andere unter Zeitdruck die jeweilige Aufgabe erledigen. Doch keine Sorge: Geht etwas schief, kann es einfach noch mal probiert werden. Sackgassengefahr oder Bildschirmtode gibt es nicht. Der Schwierigkeitsgrad schwankt zwischen Mittel und Knackig, wird vor allem durch die Tatsache angehoben, dass es später sehr viele zugängliche Orte und Rätselbaustellen gibt. An sich kommt man aber mit Logik gut weiter.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die Phasen, in denen Ceville und Lilly zusammen gesteuert werden. Dann verfügen beide über dasselbe Inventar und bei Dialogen stehen fast identische Dialogoptionen zur Verfügung. Will man sich etwa von einem Nebencharakter verabschieden, kann man sich aussuchen, ob man Lilly auf gewohnt freundliche Art sprechen lässt oder doch lieber einen sarkastisch-uncharmanten Spruch von Ceville vom Stapel lässt. Letztlich ist das zwar eine gute Idee, die jedoch trotz farblicher Unterschiede eher zu Lasten der Übersicht geht und meist sowieso dasselbe Ergebnis zur Folge hat. Da beide Hauptpersonen total gegensätzliche Ansichten vertreten, hätten sich differenzierte und bissigere Dialogoptionen wirklich angeboten.

Nichtsdestotrotz sind die meisten Gespräche wirklich witzig, wir nennen da nur den fussballgeilen, greisen Druiden, der mit einem starken Schweizer Dialekt spricht und sich bei Abstimmungen auch immer fein neutral aus der Affäre zieht. Hier passt nicht nur die deutsche Sprachausgabe meist ausgezeichnet, auch Mimik und Gestik sind einfach herrlich glaubwürdig umgesetzt worden. Weniger ideenreich sind die Monologe der Hauptfiguren ausgefallen, wenn man wieder mal eine unsinnige Aktion in Auftrag gibt. Meist wird man mit Sprüchen wie "Was sollte das nutzen?" und "Mach ich nicht!" abgespeist. Schade, hat Edna Bricht Aus doch gezeigt, dass eine grosse Monologvielfalt die Stimmung und den Experimentierdrang zusätzlich heben kann.

Ceville
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 14 Mrz 2009 @ 16:11
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