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Penumbra - Black Plague: Review

  Personal Computer 

Eiskalt erwischt

Wer übersteigerten Wert auf Grafik legt und lieber auf Spiele schaut, die alle Möglichkeiten moderner Optik ausschöpfen, wird schnell enttäuscht werden. Eher mittelprächtig bauen sich die Texturen vor den Augen des Spielers auf. Anno 2008 ist schon deutlich mehr möglich, als man es in Penumbra: Black Plague zu bieten vermag. Aber anders als in anderen Spielen ist der Hauptdarsteller hier nicht ein fulminantes Bild, sondern das Spiel, das Licht und Schatten hier miteinander veranstalten. Düstere Ecken machen einen häufigen Gebrauch von Taschenlampen unerlässlich, während man immer wieder Schatten oder flackerige Neonröhren hinter sich lassen muss. Wenn man von etwas furchtloserer Natur ist, kann man gerne das Zimmer verdunkeln und die volle Gruseldosis in der Magengrube spüren.

Ein weiteres Highlight sind die Soundeffekte. Eine sehr beruhigende Hintergrundmusik wird zwar hie und da auch eingesetzt, jedoch dominieren die bedrohlichen Geräusche, die einen fast das ganze Spiel hindurch im Nacken sitzen. Ein dumpfes Grollen und Rauschen durchsetzt permanent das Gameplay und sorgt für reichlich Unbehagen an der Tastatur. An allen Ecken und Enden wispert und flüstert es, während die Umgebung selbst auch noch einige spukige Geräusche in sich birgt. Um dem akustischen Horror die Krone aufzusetzen, vernimmt man Stimmen im Kopf, die immer wieder spöttische Kommentare ablassen. Ganz klar: Phillip verspürt bereits die Symptome der Infektion und muss schnell aus der Gefahrensituation entkommen, denn vielleicht gibt es doch noch eine Hoffnung auf ein Heilmittel.

Summiert man diese Effekte, so bekommt man eine Atmosphäre, die es mit so manchen finsteren Gruselfilm aus Hollywood aufnehmen kann. An dieser Stelle muss man den Entwicklern einmal Anerkennung zollen. Wirklich durchdacht unterstützen diese Stilmittel die Story und erzeugen eine klaustrophobische Reise in die Seele des Protagonisten. Die Denksportaufgaben sind ähnlich einfach gestrickt, wie die Gegner. Man braucht nicht allzu extrem um die Ecke zu denken, um die Lösung zu erkennen. Wo es um kniffelige Kombinationsrätsel geht, hat man bestimmt schon vorher einen Hinweis eingesammelt, der einem weiterhilft.

Trotzdem sind manche Kopfnüsse reichlich wirr. Wenn man eine Limonadendose an ein Kühlaggregat halten muss, um ein paar Meter weiter den Fluss von tödlicher Kühlflüssigkeit zu stoppen, verlässt das schon den Bereich der Logik. Man bekommt den Eindruck, dass die Entwickler da etwas einbauen wollte, um die etwas kurze Spielzeit zu strecken. Etwa zehn bis zwölf Stunden ist man Gefangener im Eis und sieht sich mit Monstern konfrontiert - und was noch schlimmer ist: Mit seinen individuellen Abgründen, die im Schatten der eigenen Persönlichkeit immer mitschleichen und ihre kleinen, garstigen Kommentare abgeben. So kann man am Ende des Abenteuers den Rechner herunterfahren und das Gefühl behalten, aus einem merkwürdigen, bösen Traum erwacht zu sein.

Penumbra - Black Plague
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Martin Weber am 29 Feb 2008 @ 16:33
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