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Mount & Blade: Review   
Eine junge türkische Spieleschmiede schickt sich an, mit ihrem Erstlingswerk mehrere Genrefliegen mit einer Klappe zu schlagen. Tatsächlich bietet Mount & Blade Abenteuer, Rollenspiel, Strategie und Wirtschaft in einem Paket. Wir haben das Spieldauermonster auf den Prüfstand gestellt. Der Geheimtipp des Jahres?

Mount & Blade
Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Gemeint sind nicht etwa die USA, spielt Mount & Blade doch in einem mittelalterlich-fiktiven Land namens Calradia. Fünf Königreiche buhlen um die Vorherrschaft, und ihr werdet mittendrin als unbekannter Abenteurer abgesetzt. Vorher geht es jedoch an die Charaktererstellung, die ähnlich anderer Rollenspiele via Fragenbogen bestimmt wird. Haarfarbe, Frisur, Alter und Gesichtsmerkmale eurer Spielfigur dürft ihr in einem Editor bestimmen - Zufallsgenerator inklusive.

Je nach Beantwortung des Fragenbogens werdet ihr in einem der Königreiche abgesetzt und verfügt bereits über diverse Fähigkeiten und Ausrüstungsteile. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ihr euch sehr verloren vorkommen dürftet. Ihr sitzt auf eurem Pferd mitten in der Pampa auf der frei dreh- und zoombaren 3D-Landkarte. Als Rahmenhandlung dient lediglich euer Bestreben nach Macht und Reichtum in der lebensfeindlichen Welt. Einen roten Faden sucht ihr dementsprechend vergeblich. Erwartet also keinesfalls eine dichte Hintergrundgeschichte à la Gothic. In Mount & Blade werdet ihr nämlich von Beginn an ins eiskalte Wasser geworfen und müsst zusehen, wie ihr klarkommt.

Mein Name ist Nobody
Als Einzelgänger habt ihr in Calradia kein leichtes Leben. Die Spielwelt entwickelt sich nämlich dynamisch fort, und entsprechend gefährlich ist es, alleine auf der Karte zu reisen. Banditen, Plünderer und anderes Gesocks durchstreifen die Gegenden, immer auf der Suche nach lohnenswerten Opfern. Lauft ihr ihnen in die Arme, habt ihr die Wahl, ob ihr ihnen Fersengeld zahlen oder sie mit eurer anfangs schwachen Bewaffnung vermöbeln wollt. In letzterem Fall wird in einen Kampfbildschirm umgeschaltet, in dem ihr euren Helden aus der Third-Person-Perspektive und in Echtzeit in die Schlacht führt. Standardmässig kämpft ihr zu Pferd, könnt auf Wunsch aber auch absteigen und zu Fuss euer Glück versuchen.

Das Kampfsystem ist recht intuitiv gelöst worden, hat aber zu Beginn durchaus seine Tücken. Weil euer Charakter natürlich noch über unzureichende Ausrüstung und niedrige Kampffertigkeiten verfügt, lassen erste Erfolge im Gefecht lange auf sich warten. Schon im Tutorial dürftet ihr eure liebe Not damit haben, den Kampfabschnitt zu absolvieren. Ein mit Schwert und Schild bewaffneter Gegner muss ausgeknockt werden. Ihr seid lediglich mit einem Kampfstab bewaffnet, habt dadurch zwar Reichweitenvorteile, jedoch Nachteile beim Blocken von feindlichen Attacken.

Generell sind Gefechte reaktionsbasiert. Holt euer Gegner zum Schlag aus, müsst ihr rechtzeitig die Blocken-Taste betätigen, damit eure Spielfigur ihren Kampfstab entsprechend anhebt und den Angriff abwehrt. Es reicht aber nicht, einfach in der Blockierposition zu verbleiben, denn schon der nächste Versuch des Feindes kann eine andere Schlagrichtung aufweisen, die euch dann garantiert schaden würde. Euer Gegenüber verfügt über die gleichen Abwehrmöglichkeiten und setzt sie je nach eingestellter KI-Stärke auch effektiv ein. Die Schwierigkeit besteht also darin, Attacken abzublocken, jedoch gleichzeitig selbst zum Angriff zu kommen, um den Gegner zu erledigen. Waffenschaden, Waffenreichweite und Schnelligkeit spielen also eine sehr grosse Rolle. Das Ganze macht die Kämpfe sehr taktisch und anspruchsvoll.













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Daniel Boll am 28 Okt 2008 @ 00:19
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