 |
|
 |
 |
|
|
Seite 3 von 3
|
PES 2010: Review
Für Profis jedoch bietet Pro Evolution Soccer 2010 ausreichend langfristige Motivation. Aufgeräumte, hübschere Menüs sorgen für etwas mehr Komfort, ähnliches gilt für die automatischen Hilfen bei Verhandlungen, Training, Talentsuchen und beim Aufstellungsbildschirm. Allerdings solltet ihr einen letzten Blick auf euren Kader und speziell auf die Bank werfen, sonst geht ihr mit nur zwei Stürmern ins Spiel und habt plötzlich keine Alternative auf der Ersatzbank sitzen, was unangenehm enden kann.
Eines unserer Lieblingsthemen sind die Leistungen der Torhüter. In der aktuellen Version gibt es leider eine vollkommen aberwitzige Mischung aus guten Aktionen und grausigem Verhalten der Schlussmänner. Während sie bei Fernschüssen je nach Stellung zum Ball und Schützen oft realistisch das Leder noch ins Aus bugsieren und mit letzter Kraft den Ball erreichen oder ihn sicher abfangen, machen die Jungs in den Eins-zu-eins-Situationen viel zu häufig einen hilflosen Eindruck. Eine leichte Verzögerung des schräg in den Strafraum einrückenden Stürmers und er kann den Ball über den sich viel zu schwach in den Schuss werfenden Keeper hinweg in die lange Ecke drücken. Ebenso lassen sie sich zu oft tunneln bei Schüssen mit der Seite. Ob der Ball dann über die Linie rollt, ist zwar Glückssache, aber dennoch darf das in dieser Häufigkeit eigentlich nicht passieren.
Auch am kurzen Pfosten wurde die Schwäche des Tormanns nicht verbessert, nach wie vor kann ein stramm geschossener Ball den Keeper ganz alt aussehen lassen, von seinen Händen oder seinem Körper abprallen und ins Tor befördert werden. Das ist bedauerlich, denn viele der Torwartfähigkeiten sind richtig gut umgesetzt. Lupfer sind schwieriger geworden, da sie oft noch mit letzter Kraft erreicht und so über die Latte gelenkt werden. Eckbälle werden häufiger abgefangen oder weggefaustet, hier stimmt das Stellungsspiel. Trotzdem nur eine ausreichende Note in diesem Teilbereich, denn zu schwach und nicht auf hohem Niveau wirkt das Keeper-Verhalten in zu häufigen Spielsituationen.
Dem gegenüber habt ihr nun die Möglichkeit, mit Schiebereglern sehr schnell das Verhalten eurer Mannschaft eurer Vorstellung anzupassen. Wie hoch die eigene Defensivreihe steht, wie viel Pressing ausgeübt werden soll oder wie kompakt die Spieler im Raum stehen soll, das ist sehr schnell einstellbar und funktioniert tadellos. Selbstverständlich stehen euch auch diesmal die gewohnten Optionen im Spiel zur Verfügung, was taktische Ausrichtung, Laufwege der einzelnen Kicker und beispielsweise das Verhalten eurer Abwehrhünen bei Standardsituationen wie Eckbällen angeht.
Mit der sehr guten Ballphysik entstehen dennoch auch in diesem Teil Spielzüge und Situationen, die ihr so vorher noch nicht erlebt habt. Schüsse, Kopfbälle, Stochermomente im Strafraum und abgefälschte Bälle, hier werden euch erneut äusserst abwechslungsreiche und dynamische Fussballspiele geboten, bei denen taktische Kniffe und die Aufstellung massgeblich zum Erfolg oder zur Niederlage beitragen. Kurzum: fast alles wie immer. Spielerisch und optisch zu weiten Teilen Top-Niveau, akustisch eher dürftig, und bei der Langzeitmotivation - nicht nur aufgrund des Online-Modus - dennoch ein Kandidat für mehrere Monate, sofern man sich intensiv mit der Spielmechanik beschäftigt.
|
|


Game-Facts
Game-Abo Was ist das?
|





|
|
|
Seite 3 von 3
|
|
|
 |
|
 |