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The Path: Review   
Computerspiele sind Kunst. Diese Meinung ist weit verbreitet. Und doch trifft sie, wenn man ganz ehrlich ist, nur auf wenige Titel zu. Denn Level-Schläuche aneinander zu kleben und diese mit Gegnern zu füllen, hat genauso wenig mit Kunst zu tun, wie ein Fussballfeld mit Kickern auszurüsten. Zumindest kann man darüber trefflich streiten. Aber es gibt auch Spiele, bei denen der künstlerische Aspekt weit mehr im Vordergrund steht und die selbst von Leuten als Kunst anerkannt würden, die sonst nichts mit Videospielen zu tun haben.

The Path
Das kleine belgische Entwicklerteam Tale of Tales hat bereits mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie Kleinode erschaffen können, die sich nie an Mainstream-Erfolgen orientieren, sondern stets ihre eigenen, teils abstrusen Ideen umsetzen. The Graveyard oder The Endless Forest zeigten dabei, wie der PC als Kunstmedium genutzt werden kann. Das aktuelle Projekt The Path ist das bislang einzigartigste Spiel der kreativen Belgier. Jeder kennt sie, die Geschichte vom Rotkäppchen. Eine typische Kindergeschichte der Gebrüder Grimm, niedlich erzählt und doch voller Brutalität. Der mahnende Fingerzeig der Eltern, den Weg nie alleine zu verlassen, schwebt in jeder Zeile über der Geschichte.

Dieser düstere Hintergrund, die stete Gefahr des bösen Wolfs in den Wäldern, hat Tale of Tales dazu animiert, ein einzigartiges Erlebnis zu erschaffen. Grundsätzlich ist The Path ein kurzes Horrorspiel, das inspiriert ist durch die älteren Versionen der Rotkäppchengeschichte. Das Spieldesign ist ungewohnt offen, das Programm lässt euch eine von sechs Töchtern wählen, mit denen ihr den Wald zur Grossmutter durchqueren sollt. Die Mädels könnten auch allesamt auf ein Gothic-Konzert gehen, denn ihr schwarzroter Look und ihre dunkel geschminkten Augen samt passenden weissen Gesichtern würden auch gut dorthin passen.

Das Spiel lässt euch scheinbar alle Freiheiten. Ihr beginnt auf einem Pfad, der schnurstracks geradeaus durch den Wald führt. Folgt ihr diesem Pfad, kommt ihr auf direktem Weg am Haus der Grossmutter an. Theoretisch könntet ihr nun in das Haus hinein und nach einer düsteren Hausbesichtigung am Bett der Oma landen. Doch dann habt ihr die Mission nicht bestanden, das Spiel ist nach wenigen Minuten vorbei. Aber worum geht es denn überhaupt? Das, liebe Leser, liegt ganz an euch. Abseits des Weges, tiefer im Wald, gibt es Entdeckungen zu machen. Wenn ihr das erste Mal den Weg verlasst, wird auch klar, warum es sich hier um ein Horrorspiel handelt. Die fröhliche Musik und das Gezwitscher der Vögel verwandeln sich in einen beklemmenden Gesang, die prächtige Farbenwelt vergeht sekundenschnell vor euren Augen, und zurück bleibt eine von Nebelschwaden durchsetzte Finsternis.













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Markus Grunow am 07 Jun 2009 @ 00:01
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