Von Luca Cannellotto
Mit Battlefield Heroes wagten Entwickler DICE und Publisher EA 2008 einen Schritt in die Free-to-Play-Zone. Die ursprüngliche Idee war, das Spiel komplett durch Werbung zu finanzieren, wurde dann aber dahingehend geändert, dass ihr die Möglichkeit habt, über Mikrotransaktionen das Aussehen eurer Spielfiguren aufzuwerten.
Schauplatz ist wieder einmal der Zweite Weltkrieg, diesmal allerdings in fiktiver Form, in welcher ein bewaffneter Konflikt zwischen der Royal Army und der National Army ausbricht, die sich darüber streiten, wer die Weltmeisterschaften im Radrennfahren gewonnen hat. Die Hintergrundgeschichte ist genauso karikiert wie die Optik des Spiels, ein Cartoon durch und durch. Ebenso simpel gestaltet sich das Gameplay. Ihr könnt bis zu vier Helden anlegen, wobei ihr euch aber jeweils für eine der beiden Parteien und eine der drei Klassen entscheiden müsst, an die ihr dann gebunden seid. Diese können im Laufe der Zeit spezielle - und völlig unrealistische - Fähigkeiten erlangen.
Gespielt wird in Teams zu je acht Spielern, und die geringe Anzahl Tickets (50 Stück) sorgt dafür, dass die Runden selten mehr als zehn Minuten dauern. Technisch gesehen ist das Spiel nach wie vor im Betastadium, doch es ist schon sehr gut spielbar und faktisch fertig, auch wenn immer wieder neue Elemente wie Maps, Waffen und Accessoires hinzugefügt werden. Vom Free-to-Play-Modell ist allerdings nicht mehr viel übrig. Zwar kann das Spiel nach wie vor umsonst heruntergeladen und über die offizielle Webseite gestartet und gespielt werden, aber DICE und EA haben im November 2009 die Preisstruktur tiefgreifend verändert. Ausserdem haben sie stärkere Waffen eingeführt, die ihr nur gegen Geld unlimitiert freischalten könnt, was die Balance des Spiels zugunsten zahlender Spieler in den Augen der Community negativ beeinflusst hat. Dennoch, Battlefield Heroes ist das perfekte Spiel für zwischendurch und hat sich durch den hohen Spassfaktor den Platz in unserer Game-of-the-Year-Liste redlich verdient.