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Enemy Territory - Quake Wars: Review

  Playstation 3 

Was sich hier nach einem absoluten Teamplay-Shooter anhört, der ein Maximum an Disziplin und Taktik erfordert, spielt sich in der Praxis dann weitaus unkomplizierter. Zwar ist es immer vorteilhaft, in einem perfekt aufeinander abgestimmten Team vorzugehen, aber man kommt auch als Einzelkämpfer weiter. Man muss nur wissen, was das Missionsziel ist und sich dementsprechend danach richten. Dennoch entfaltet Enemy Territory: Quake Wars seine Bandbreite am besten im Mehrspielerbereich. Einzelspielerkampagnen sind zwar integriert, diese stellen aber mehr oder weniger ein Tutorial dar. Dabei sind die Computergegner trotzdem nicht von Pappe. Die KI-gesteuerten Gegner reagieren manchmal schon verdammt clever, während sie sich auf der anderen Seite auch extrem dämlich verhalten.

Die Welt ist nicht genug

Die Mehrspielerkarten sind leider auf nur 16 Spieler begrenzt. Da die Areale grösser sind, hätten sie ruhig ein paar mehr Mitspieler vertragen können. Verständigen kann man sich wie immer über ein Bluetooth-Headset. Wer sich keins anschaffen möchte, kann auf Knopfdruck eine Textbotschaft auswählen. Das ist ein wenig unkomfortabel und führt oft zu den falschen Aussagen. So bedankt man sich oftmals für eine Erste-Hilfe-Versorgung mit einer Anforderung für Rückendeckung oder anderen skurrilen Wünschen. Andererseits mutet es auf Strogg-Seite schon seltsam an, wie freundlich der Umgangston untereinander ist. Es scheinen dann doch eher Monster mit guter Kinderstube zu sein.

Shooter und Konsolen sind eine Sache, die die Gamer-Welt in zwei Lager spaltet. So können sich die einen ein Shootermatch ohne Maus und Tastatur gar nicht erst vorstellen, während die anderen ein Spiel ohne Joypad mittlerweile für geniessbar halten. Viel hängt auch von der Lösung der Programmierer ab. Hier funktioniert die Lenkung des Fussvolks erstaunlich gut, man kommt schnell voran und hat alle wichtigen Funktion bestens unter Kontrolle. Anders sieht es aus, wenn man in einem Fahrzeug sitzt. Da sollte man sich die Eigenheiten erst einmal anschauen, bevor es losgeht. Der Rückwärtsgang kann beim leichten Gefährt schon einmal heimtückisch ausfallen, und die Flugzeuge bedürfen der einen oder anderen Übungsrunde.

Hat man dann gelernt, mit den Eigenheiten der Steuerung umzugehen, gehorchen die Fortbewegungsmittel aber jedem Impuls des Eingabegerätes ohne Widerstand. Die Wege werden auf einer Minimap angezeigt, die auch die gegnerischen Positionen bekannt gibt, wenn sie mit dem Radar erfasst werden. Ein wenig schade ist es ja schon, dass aus den grafischen Möglichkeiten der PlayStation 3 nicht mehr gemacht wurde. Manche Umgebungstexturen sind schon arg grob aufgelöst und ein Blick auf die Wände offenbart oftmals eine lieblose Gestaltung des Areals. Da wäre mehr dringewesen. Auch der Sound gibt zwar schon das komplette Kriegsgeschehen wieder, hätte aber gerne etwas bombastischer ausfallen können.

Gerade Heimkinoliebhaber möchten gerne das Gefühl haben, mitten im Geschehen zu sein. So bietet ein Kriegsspiel eine Menge Raum für knallige Geräuscheffekte - im wahrsten Sinne des Wortes. Da ist es doch ein wenig bedauerlich, dass man hinter den Möglichkeiten der Konsole geblieben ist. Damit ist dann aber auch genug getadelt worden, denn unterm Strich bleibt ein rasantes Gameplay, das vor allem Spielern munden wird, die sowohl Battlefield mit Enthusiasmus gespielt haben, als auch begeistert ins Quake-Universum eintauchen. So strategisch anspruchsvoll wie das genannte Battlefield ist Enemy Territory: Quake Wars dann allerdings nicht geraten. Dafür ist das Gameplay dann doch zu schnell und zu sehr bedacht, die maximale Action-Packung zu bieten - und das gelingt auch mit durchschlagendem Erfolg.

Enemy Territory - Quake Wars
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Martin Weber am 19 Jun 2008 @ 00:19
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