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Iron Man: Review

  Playstation 3 

Nur für echte Iron Mans

Zunächst ist es einfach nur langweilig, dass alle Level sich identisch spielen. Ihr kommt an, erledigt einen Haufen von Gegnern und müsst zum nächsten Einsatzort fliegen, um dort ebenfalls wieder einer Schar von bösen Buben den Hintern zu versohlen. Das geht solange weiter, bis das Areal gesäubert ist und die nächste Mission ansteht. Immerhin bieten sich zwischendurch einige Flugeinlagen mit ordentlichem Tempo an. Noch schlimmer wird es jedoch, wenn ihr Gegner plättet und kurz darauf einfach die nächste Runde aus dem Nichts auftaucht. Also müsst ihr ständig den orangenen Punkten auf dem Radar hinterherjagen und solange draufhalten, bis diese platt sind. Dann dürft ihr euch kurz freuen und dann direkt auf die nächsten orangenen Punkte draufhalten.

Dabei sind einige Manöver besonders zu Beginn wirklich sehr befriedigend. Euch geht ein blöder Helikopter tierisch auf die Nerven? Kein Problem! Rast einfach mit Vollgas hin und drückt die Taste zum Greifen, schon könnt ihr der Windmaschine das Heck abreissen und gemütlich zuschauen, wie das Teil nur noch Luft verwirbelt, aber nicht mehr fliegt. In solchen Momenten fühlt man sich wirklich wie Iron Man und möchte gar nicht mehr aufhören, seine Stärke zu demonstrieren. Besonders witzig ist auch die Möglichkeit, auf zufliegende Raketen zuzugreifen und diese einfach mit besten Grüssen an die Gegner zurückzuschicken.

Leider halten diese Highlights nur kurz an, denn auch an den Spezialangriffen hat man sich schnell satt gesehen. Dazu gesellt sich dann ab der Mitte der unglaublich unverschämte Anstieg des Schwierigkeitsgrades. Plötzlich ist die Luft so dicht von Raketen besiedelt, dass der gefühlte Bleigehalt deutlich über dem des Sauerstoffs liegt. Denkt erst gar nicht daran, euch eine Rakete zum Zurückwerfen vorzubereiten, denn das Timing ist in der Hektik wahnsinnig schwer, so dass euch die ersten zwei vermutlich direkt im Gesicht explodieren. Wenn ihr es dann doch schaffen solltet, ein Geschoss abzufangen, knallen die nächsten drei Raketen direkt von hinten in euren Anzug.

Da wird dann auch das eigentliche Highlight des Spiels, das Herumfliegen, zur wahren Wutprobe. Im Grunde bleibt euch nichts anderes übrig, als ständig Deckung zu suchen und von dort aus dann schnell zu agieren, nur um im nächsten Moment wieder in Sicherheit zu verschwinden. Kämpft so ein Superheld? Wahrlich nicht! So kann es durchaus passieren, dass ihr freiwillig etliche Nebenaufträge sausen lasst, weil sie einfach zu schwer sind, um sie nebenbei zu lösen. Dafür müsst ihr allerdings auch einige tote Zivilisten in Kauf nehmen, denn die sind bei solchen Sonderaufträgen immer gerne in Gefahr. Es dauert also nicht lange und schon mutiert ihr vom Superhelden aus Überzeugung zur armen Kampfsau, die ihr eigenes Leben retten muss.

Vom Kämpfen während des Fliegens sollte man erst gar nicht anfangen zu sprechen. Während die Ballerei aus vollem Flug durchaus Spass macht, wird die Klopperei beim Schweben zu einem wahren Krampf. Um zu schweben, müsst ihr eine Schultertaste drücken. Drückt ihr feste, fliegt ihr, haltet ihr die Taste nur leicht, geht der Iron Man in einen Schwebezustand über. Kombiniert das mit einer Taste zum Anvisieren von Gegnern, einer übersensiblen Flugsteuerung und gefühlten 500 Raketen in der Luft und ihr werdet merken, dass aus einem kontrollierten Flugmanöver panische Luftakrobatik mit unfreiwilligen Wendemanövern und Abstürzen wird. Und so mutiert der strahlende Held ab der Hälfte des Spiels zu einem wackeligen Superdeppen, der vom Gegner den Hintern versohlt bekommt und sich nicht einmal schnell rächen kann, da es keine Checkpoints in den Leveln gibt. Einmal abgeschmiert, beginnt das repetitive Gegnermetzeln wieder von vorne.

Iron Man
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Benjamin Boerner am 06 Jun 2008 @ 19:48
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