Neben den Hauptmissionen gibt es etliche Nebenaufträge zu erledigen. So müsst ihr immer und immer wieder örtliche Waffenkonvois schrotten. Für das erhaltene Geld könnt ihr neue und bessere Waffen beim ortsansässigen Waffenhändler kaufen. An den zahlreichen Funkmästen erhaltet ihr immer wieder dieselben Mordaufträge. Dafür bekommt ihr Diamanten, mit denen ihr die sündhaft teuren Wummen bezahlen könnt. Zu guter Letzt wäre da noch die Malaria, von der wir zu Beginn erzählt haben. Gegen die Symptome müsst ihr Tabletten einwerfen, immer und immer wieder. Um an die lebensnotwendigen Pillen zu kommen, müsst ihr Untergrund-Missionen ausüben. In denen gebt ihr falsche Pässe an Informanten weiter.
Hier kennt Far Cry 2 keine Gnade und serviert euch immer dieselben Aufgaben, das macht keinen Spass auf Dauer und nervt nur, anstatt zu gefallen. Während ihr bei manchen Aufgaben noch die Wahl habt, müsst ihr in punkto Malaria-Vorsorge in den sauren Apfel beissen und diese Missionen ständig erledigen, um nicht dem virtuellen Tod zu verfallen. Es wäre alles halb so schlimm, wenn die Krankheit einen spielerischen oder geschichtlichen Einfluss hätte, doch dem ist nicht so!
Ein weiterer Faktor, der euch die Freude an den Aufträgen vergehen lassen wird, ist die Grösse der Spielwelt. Jeweils zwei Mal 25 Quadratkilometer wollen von euch unter die Lupe genommen werden. Zwar habt ihr so gut wie immer Zugriff auf einen der fahrbaren Untersätze, aber die Auswahl hält sich in Grenzen. Lediglich sechs Jeeps und zwei Boote sind im Angebot dabei. Auch wenn ihr auf ein Fahrzeug setzt, werdet ihr minutenlang durch die Pampa düsen, um ans Ziel zu gelangen. Des Weiteren werdet ihr immer mit kleinen Schiessereien aufgehalten. Denn die APR und die UFLL haben überall Strassenbarrikaden errichtet. Zwar könnt ihr diese schnell ausschalten und ein angeschlagenes Fahrzeug via Schraubenschlüssel reparieren, dennoch nerven die Wachposten auf Dauer einfach nur. Obwohl es angeblich einen Bürgerkrieg gibt, werdet ihr nie sehen, dass verfeindete Parteien sich gegenseitig angreifen. Geschossen wird nur auf einen, auf euch! Dies macht ein wenig die ansonsten gelungene Atmosphäre kaputt.
Was hingegen aber richtig cool geworden ist, sind die Selbstverarztungen. Diese sehen nicht nur brutal aus, sondern retten euch beiweilen auch das virtuelle Leben. In vielen anderen Shootern sammelt ihr lediglich Medipacks oder schüttet euch Painkiller in den Rachen. Klar, in Far Cry 2 tut ihr das auch, ihr seht aber, wie euer Held sich zum Beispiel vor euren Augen eine Kugel aus dem Leib zieht oder eine Spritze injiziert. Wenn ihr zum Beispiel in ein Dorf geht, dort einige Wachen umlegt und selbst ein paar Kugel einfängt, könnt ihr euch im Handumdrehen selbst verarzten. Benutzt einfach eine von euren gesammelten Spritzen und ihr könnt mit ansehen, wie sich der Protagonist mit Hilfe einer Zange zum Beispiel eine Kugel aus dem Leib zieht. Das sieht zwar ein wenig eklig aus, rettet euch aber unter Umständen das virtuelle Leben.
Ihr seht schon, spielerisch bekommt ihr nicht viel Neues geboten und müsst euch stellenweise mit massiven Leerläufen herumschlagen. Doch Ubisofts Afrika ist wunderschön. Schon alleine für diese optische Pracht solltet ihr einmal in das Spiel eintauchen, auch wenn ihr nur die Aussicht, den Sonnenuntergang oder eine herrliche Explosion mit anschliessendem Waldbrand beobachten wollt. Ihr werdet durch die Savanne stapfen, die Wüste unsicher machen und durch den Dschungel irren, das alles wechselt sich ab, ohne dabei gekünstelt zu wirken. Dazu gesellt sich noch ein dynamisches Wettersystem mit Regen und Sturm und ein Tag-und-Nacht-Wechsel, der euch taktische Freiheiten erlaubt.
Lediglich die afrikanische Fauna dürfte Ubisoft vergessen haben. Zwar seht ihr ein paar Zebras umhergrasen oder ein Huhn kreuzt euren Weg, das war's dann aber auch schon wieder. Gerade in diesem Punkt hat man viel Potential verschenkt. Gefährliche Krokodile hätten auf euch lauern können oder andere tierische Gefahren. Tierherden hätten von einem Waldbrand weggelaufen können und so weiter. Aber auch die zahlreichen Buschvölker, die es wohl gibt, hätte man irgendwie integrieren müssen. Im Grunde hätte Ubisoft einfach alles ein wenig lebendiger gestalten können. Dann wären auch die vielen Leerlaufphasen nicht so schwer ins Gewicht gefallen.
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