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Silent Hill - Homecoming: Review

  XBOX 360 

Der unausgeglichene Schwierigkeit ist dem Spiel anzukreiden. Zwar sind Alex' Angrifftechniken durchaus praktikabel und effektiv. Sie verleiten aber auch zum ungestümen Vorgehen. Mit dem Resultat, manches mal bei der unfairen Überzahl der Gegner kaum noch Chancen auf einen Sieg zu haben. Eine flexiblere Spielmechanik hätte hier Sinn gehabt. Beispielsweise mit angepasst platzierten Gesundheitsdrinks, die den Spieler (ob Amateur oder Profi) aus späteren Pattsituationen heraus helfen. Die Kampfkraft des Hauptcharakters kann noch so sehr der eines Helden ähneln: Bei Angriffen von drei oder vier untoten Viechern gleichzeitig, versagen die sonst so gute Kameraführung und das Kampfsystem kläglich. Einsteiger sind dann garantiert gefrustet. Zumal die den Schwierigkeitsgrad einzig bei Spielstart im Hauptmenü nur auf Normal oder schwer einstellen dürfen.

Eine negativen Eindruck macht auch die Grafik. Die gehört sicher nicht zur schlechtesten und versteht sich auch gut darauf, mit Nebel, ungesättigten Farbtönen und beinahe ständigem Rauscheffekt die ohnehin schon grässlich-düstere Depristimmung zum schwärzesten Horror werden zu lassen. Aber es mangelt ihr an Details. Den Wesen fehlt es, trotz überzeugender Animationen, an Komplexität in der Darstellung. Vor allem in Zwischensequenzen fällt die eher schlichte Grafik deutlicher ins Gewicht, wenn beispielsweise Gesichter von Charakteren in der Nahaufnahme zu sehen sind. Lippensynchronität zu den englisch gesprochenen Texten? Jeder Zahnarzt würde sich wegen des bedauernswerten Zahnstands von Alex Sorgen machen und den guten Mann zum Logopäden schicken, um Mund und Kiefer wieder unter Kontrolle zu bringen. Immerhin haben sich die Sprecher der Synchronstimmen nicht von der Optik beirren lassen und haben saubere Soundsamples abgeliefert. Auch sehr hörenswert, wie immer in der Welt von Silent Hill: die musikalische Untermalung von Komponist Akira Yamaoka. Vermutlich wäre kein anderer Musiker besser geeignet, das bisherige Feeling von Silent Hill auch soundtechnisch adäquat umzusetzen. Absolut düster und passend zur Atmosphäre des Spiels - böser könnten eigentlich nur noch die Eier einer Spinne im Gehörgang liegen.

Leider nehmen Kämpfe in Homecoming gerade wegen der komplexeren Bedienung einen sehr hohen Stellenwert ein. Etwas mehr Rätseltiefe wäre darüber hinaus auch wünschenswert gewesen. Dann und wann ein seltsames Psychogespräch mit gestörten Charakteren in der Welt von Homecoming, oder sporadisch platzierte Zeichnungen und Fotos vom kleinen Josh sind keine Garanten für wahnsinnig viel Storytiefe. Die Konfrontation mit einem Rätsel ist meist schnell wieder überstanden. Wer die relativ leichten Puzzles nicht mit Logik löst, ist auch mit blossem Rumprobieren gut beraten. Das wird übrigens auch beim Umherirren in der Düsterwelt empfohlen: Auch wenn Alex bereits im Besitz eines wichtigen Schlüssels ist - er öffnet nicht bei der entsprechenden Tür auf Knopfdruck automatisch das Schloss mit ihm. Stattdessen ist der Spieler gezwungen, manuell aus dem Inventar den Schlüssel herauszukramen. Da war wohl doch etwas zu viel Liebe zum Retro-Design im Spiel.

Silent Hill - Homecoming
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Thomas Richter am 05 Mrz 2009 @ 15:40
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