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Divinity 2 - Ego Draconis


Daniel Boll

Divinity 2 - Ego Draconis

 
Hersteller: Larian Studios
Publisher: dtp
Genre: Adventure und Rollenspiel: Rollenspiel
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
PEGI: 12+ Violence
Spieler: nur Singleplayer
Testversion: 1.01
System Min.: Zweikern-CPU mit 1.8 GHz, 1024 MB RAM, DirectX 9-Grafikkarte mit 256 MB
System Empf.: Zweikern-CPU mit 2.66 GHz, 2048 MB RAM, DirectX 10-Grafikkarte mit 512 MB
GBase Empf.:
Weitere Infos: Game-Facts zu Divinity 2 - Ego Draconis
Fazit von Daniel Boll
Anfangs fragte ich mich noch, was mir Kollege Bödeker jetzt schon wieder für ein Machwerk angedreht hat. Der Einstieg in Divinity II ist zäh und lässt Einsteiger gerne im Regen stehen. Doch das wunderschöne Rivellon hat mich mit der tollen, über 30-stündigen Geschichte, all den einfallsreichen Quests und der extrem hohen Item-Vielfalt in seinen Bann gezogen. So sehr, dass das Spiel mittlerweile direkt nach Gothic II: Die Nacht des Raben in meiner Rollenspielbestenliste rangiert.

Dennoch muss man objektiv gesehen eingestehen, dass Divinity II nicht perfekt ist und unter sehr vielen Macken leidet, die summiert einfach keine Neun-Punkte-Wertung rechtfertigen. Viele Designmängel gibt es zu beklagen, darunter das nicht sortierbare Inventar, die schwache Interaktion mit Charakteren und der Spielumgebung, der durchwachsene Drachenmodus sowie extreme KI-Schwächen, die Kämpfe je nach Klassenwahl vereinfachen oder frustrierend schwer machen. Unverständlich auch, dass in der Verkaufsversion auf eine Schnellspeicherfunktion verzichtet wurde, obwohl man offenkundig an jeder Ecke das Zeitliche segnen oder schlichtweg an Gegnerhorden verzweifeln kann, ohne vorher jedwede Warnhinweise erhalten zu haben. Immerhin wurde das Schnellspeichern aber mit Patch 1.01 nachgeliefert.

Potenzial für den Rollenspielthron 2009 hat Divinity II trotzdem, weil es eben seine Schwächen geschickt mit Einfallsreichtum und Charme kaschiert. Und von daher kann ich frustresistenten Zockern den Kauf auch guten Gewissens ans Herz legen, zumal der Wiederspielwert dank vieler moralischer Entscheidungen während der Quests sehr gross ist. Als Nächstes werde ich mich wohl als arroganter, mies gelaunter Magier an dem Spiel versuchen und meine Gegner mit Untotenarmeen, Feuerbällen und anderen Spielereien beharken.

Fazit von Martin Weber
Die Spieler können schon mal ihre Sporen polieren, mit denen sie den Drachen reiten wollen. Divinity II: Ego Draconis besticht durch eine spannende Geschichte, genügend Entfaltungsspielraum der Charaktere und origineller Rollenspielideen. Doch wo Licht ist, kann der Schatten auch nicht weit sein: Wenn die Spieler selbst zum Drachen werden, reihen sich Luftkämpfe aneinander und schwächen den starken Auftakt des ersten Drittels. Auch als Nahkämpfer muss man mit gewissen Unannehmlichkeiten rechnen, denen man mit Fernwaffen aus dem Wege geht. Auch von der technischen Seite gibt es immer wieder kleinere Fehler, die hoffentlich noch mit weiteren Patch-Lieferungen ausgebügelt werden.

Trotzdem überwiegen ganz klar die positiven Gesichtspunkte: Eine üppige Geschichte voller Wendungen, Hack 'n' Slay-Spielweise und den Mut, die ausgetrampelten RPG-Pfade zu verlassen. So verzeihen innovationshungrige Spieler auch bestimmt den etwas halbgaren Drachen-Part. Zusammen mit den sehr gut gemachten Zwischensequenzen ergibt sich hier eines der besten Rollenspiele, die das Jahr 2009 bislang in der Statistik verbuchen kann. Die belgischen Entwickler der Larian Studios sind somit für einen Lichtblick verantwortlich, den Rivellon in den düsteren Zeiten des Wiederaufstiegs Damians gut gebrauchen kann. Einen kleinen Tipp sollten die Spieler aber beherzigen: Denkt an regelmässiges Abspeichern, da die Autosave-Funktion nur alle Jubeljahre ihren Dienst verrichtet!

Review Lesen - Seite 1

Pro: Contra:
+ Abwechslungsreiche Quests
+ Exzellente Sprachausgabe
+ Hübsche, charmante Spielwelt
+ Item-Vielfalt
+ Viel Bewegungsfreiheit
+ Wiederspielwert dank moralischer Entscheidungen
+ Witzige Dialoge und Ideen
- Aufpoppeffekte und ruckelnde Animationen
- Chaotisches Inventar
- Diebstahl ohne Folgen
- Durchwachsener Drachenmodus
- Extreme KI-Schwächen
- Interaktionsarme Spielwelt
- Kein festes Gildensystem
- Seltsame Objektphysik
- Zäher Einstieg, kaum Spielhilfen

Gesamtwertung:  
GBase Score:
8.5
Abwechslung: Gut
Atmosphäre: Gut
Bedienung: Gut
Langzeitmotivation: Sehr Gut
Herausforderung: Ausreichend
Spieldauer: Sehr Gut
Multiplayer: nicht verfügbar
Preis/Leistung: Gut
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Daniel Boll am 12 Aug 2009 @ 00:06
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