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Neben dem Bürgerkriegsabstecher bekommt ihr einige Etappen des Wilden Westens zu sehen. Stilechte Western-Kleinstädte, verschachtelte Minen, weitläufige Gebirgsketten und Wüstenlandschaften. Nicht zu vergessen die dichten Wälder, die dank aktueller Chrome-Engine sehr glaubhaft wirken. Geradezu idyllisch wird es, wenn ihr an eine Lichtung kommt, wo einzelne Sonnenstrahlen durch das Zweigwerk von Bäumen scheinen und sich ein kleiner Bach plätschernd durch die Landschaft zieht. Die Technologie aus Polen muss sich keineswegs vor internationaler Konkurrenz verstecken, krankt allerdings an relativ spät aufpoppenden Detailtexturen und Gräsern, die in der Hitze des Gefechts aber kaum auffallen. Ausserdem sind die Lade- und Speicherzeiten zumindest auf dem PC so blitzschnell, dass man obige Patzer verzeihen kann.
Für Sightseeing-Touren ist generell wenig Zeit, denn das oberste Ziel lautet meist, dass ihr euch von A nach B durchballert. Und die Weitläufigkeit vieler Levels ist mehr Schein als Sein, denn grösstenteils gibt euch das Spiel enge Bahnen vor, in denen ihr agieren müsst. Ein gutes Beispiel ist ein luxuriöses Anwesen, das von Yankees besetzt wird. Die Brüder müssen unbedingt ins Herrenhaus gelangen. Augenscheinlich könntet ihr nun einfach um das Anwesen herumschleichen und einen strategisch günstigen Einstiegspunkt suchen. Doch Pustekuchen - schon die hüfthohen Zäune der Felder nebenan stellen sich als unüberwindbare Mauern heraus. Ihr seid also gezwungen, den Vordereingang zu benutzen. Und diese Art von Linearität zieht sich durchs ganze Spiel, weshalb vor allem Thomas' akrobatische Fähigkeiten nur an wenigen vorgegebenen Stellen zum Tragen kommen. Schade!
Wie eine Art Wiedergutmachung erscheinen da die beiden Open-World-Areale, die es im Lauf der Kampagne vor bestimmten Missionen gibt. Hier dürft ihr tatsächlich ein grosses Wüstengebiet nach Lust und Laune erkunden - und zwar wahlweise zu Fuss oder auf einem flinken Pferd. Beim örtlichen Waffenhändler gibt es diverse Aufträge, etwa einen Banditenboss zu erledigen oder Indianer davon abzuhalten, den Bau einer Eisenbahnstrecke zu sabotieren. Bei Erfolg sackt ihr ein Belohungsgeld ein, das ihr wiederum in bessere Waffen investieren könnt. Anfangs noch mit eher trägen und schwachen Revolern oder Gewehren bewaffnet, kommt ihr auf diese Weise nach und nach an höherwertige Ausrüstung. Schneller nachladen, mehr Schaden anrichten oder einfach präziser schiessen - mit dickem Geldkonto kein Problem. Auch während der Hauptmissionen könnt ihr an Kohle gelangen, denn oft lassen getötete Gegner wertvolle Geldsäckchen fallen.
Die Gegner-KI ist nicht von schlechten Eltern und nutzt alle möglichen Arten von Deckung effektiv aus. Das solltet ihr euch auch schnellstens angewöhnen, sonst lebt ihr nicht lange. Das Deckungssystem nimmt euch in dieser Hinsicht viel Arbeit ab, nimmt euer Charakter doch automatisch hinter allen möglichen Objekten eine Deckungshaltung ein. Mit der Maus könnt ihr dann vorsichtig und präzise um die Ecke oder über einen Gegenstand hinweg zielen. Doch Vorsicht: Verweilt ihr zu lange an einem Ort, kann es passieren, dass die Widersacher euch flankieren oder mit Dynamitstangen aus dem Versteck locken. Nur selten leistet sich die KI grobe Patzer, etwa dann, wenn ihr direkt vor ihr steht und sie euch nicht bemerkt. |
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