Auf die Knie!
Wet sieht verdammt gut aus, aber die Steuerung ist nicht wirklich das, was man gerne hätte. Dafür reagiert Rubi viel zu ungenau auf die Steuerungseingaben, sodass sich manch eine Passage nur sehr fummelig spielen lässt. Dies macht sich besonders bei den diversen Kletter- und Springeinlagen bemerkbar, wo man schon mal einfach so in den Tod segelt, ohne gross was dafür zu können. Auch wird man bei grossen Gegneraufkommen dazu gezwungen, immer mit den Moves in Zeitlupe zu bleiben, ansonsten hat man einfach keine Chance. Dies artet schon mal in diversen ungenau ausgeführten Moves aus, Rubi bleibt dann irgendwo hängen und wird nur so von Kugeln durchsiebt. Nervig wird es auch, wenn man gezwungen ist, irgendwo hochzuklettern. Dies macht irgendwann nicht mehr sonderlich Spass, besonders, wenn man sich einmal vertan hat, in den Tod stürzt und so die ganze Kletterpartie noch einmal von vorne starten muss. Hier ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels manchmal sehr unausgeglichen. Die eine Passage nimmt man auf Anhieb, bei der nächsten kann das Pad dann schon mal vor Frust durch den Raum fliegen.
Bei manchen Kapiteln sieht Rubi im wahrsten Sinne des Wortes rot. Hier wird der sogenannte Rage-Modus ausgelöst. Der Level färbt sich knallrot und Gegner sowie Kulisse sind nur noch schemenhaft in Schwarz und Weiss zu erkennen. Okay, es sieht wie alles im Spiel sehr cool aus, aber man fragt sich dann schon, was das denn eigentlich soll. Durch die krasse Einfarbigkeit übersieht man dann schon mal den ein oder anderen Gegner, oder das Schlupfloch, um weiterzukommen. Wenn der Rage-Modus etwa durch den Spieler manuell ausgelöst werden könnte, indem er zum Beispiel eine gewisse Anzahl an Gegnern umnietet, dann wäre das Ganze noch verständlich. Aber in Wet wird dieser Modus nur in vorbestimmten Stellen ausgelöst und macht irgendwie nicht viel Sinn. Noch etwas, was den Eindruck von Wet sehr trübt und die Wertung in die Knie zwingt, ist die Spieldauer. Nach etwa fünf bis sechs Stunden, bei flinken Spielern sogar früher, flimmert der Abspann über den Schirm. Mehr als den linearen Singleplayer-Modus gibt es nicht auf der DVD. Schade, da wird so mancher die 60 Euro bereuen, die er für das Spiel bezahlt hat. Einen grossen Wiederspielwert hat es nämlich nicht.
Schnittbericht der deutschen Version
Die Zensurschere hat vor Wet leider nicht halt gemacht. Die deutsche USK fand die Version, die der Schweizer Teil unserer Redaktion spielen durfte, nicht so toll, und Entwickler Artificial Mind & Movement wütete durch den Code, damit Wet in Deutschland öffentlich an Erwachsene verkauft werden darf. Blut gibt es gar nicht mehr, auch wenn hier und da wohl ein Spritzer übersehen wurde. Kurioserweise sieht man auf der Verpackungsrückseite mehr Blut, als im gesamten Spiel. Des Weiteren wurde der Rag-Doll-Effekt bei toten Gegnern entfernt, Körperteile bleiben an den Körpern und auch diverse Zwischensequenzen sind um ein paar Gewalttaten ärmer. Wenn man sich die UK-Fassung anschaut, dann macht dort der Rage-Modus auch etwas mehr Sinn. In der deutschen Version fehlt hier der Kill-Counter. Kurios ist auch, dass scheinbar ein paar Dialoge gekürzt wurden, denn es wirkt ab und an so, als ob man nicht alles zu Gehör bekommt, was Rubis Mund verlässt. So bewegt sie zwar fleissig die Lippen, aber zu hören gibt es nichts. Dies ist uns jedoch höchst selten aufgefallen. Aber man fragt sich jetzt schon, was da so Schlimmes gesagt wurde, denn letztlich besteht das ganze Spiel aus bösen Flüchen, die alle sehr gut zu verstehen sind. |
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