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Ghost Recon - Future Soldier: Review

  Personal Computer Playstation 3 XBOX 360 

Die Kampagne: Abwechslungsreich, aber simpel

Im Prinzip läuft jeder Schleicheinsatz gleich ab: Wir spurten durch die zwar hübschen, aber meist streng linearen Areale und gehen in Deckung, sobald wir auf eine Feindsiedlung stossen. Dann werden Drohne, Sensor und Kameramodul ausgepackt, alle Gegner markiert und im selben Atemzug beseitigt. Anschliessend geht es weiter bis zum nächsten Stützpunkt. Lediglich in diesen Schlüsselsequenzen öffnet sich die Spielwelt und erlaubt mehrere Routen. So können wir das Gehöft in einem russischen Wäldchen entweder frontal über die Brücke angreifen - was Selbstmord wäre, da uns Scharfschützen und ein Maschinengewehrgeschütz zersieben würden. Oder wir wählen den abgelegenen Weg durchs kniehohe Gewässer, der direkt in des Gegners Flanke führt. Puristen mag es derweil sauer aufstossen, dass wir unseren drei Teamkameraden keine Befehle mehr geben dürfen. Stattdessen beziehen die KI-Pappnasen selbstständig Stellung, hechten in Deckung und rammen uns eine Morphiumspritze in den Leib, falls es uns aus den Latschen heben sollte.

Ghost Recon - Future Soldier Bild
Die gestrichenen Kommandos haben wir während der rund zehn Stunden aber zu keiner Zeit vermisst, denn die Ghosts agieren mit überraschend viel Hirnschmalz. Ganz im Gegensatz zu unseren Kontrahenten, die sich zuweilen einfach umpusten lassen. Im Idealfall bekommt der Gegner aber ohnehin nichts von seinem nahenden Tod mit. Enorm befriedigend sind die Simultanabschüsse: Bis zu vier Gegner dürfen wir markieren, wovon wir einen persönlich ins Visier nehmen. Unser Begleitschutz stromert derweil vollkommen lautlos durch die Botanik, bis auch er Sichtkontakt hergestellt hat. Dann reicht ein Ziehen des Abzugs und vier schlaffe Körper fallen leblos in den Wüstensand - genial. Weil wir Leichen jedoch nicht verstecken dürfen und Wachen sofort Alarm schlagen, wenn sie über einen Toten stolpern, kommt der Schlachtfeldanalyse eine grosse Bedeutung zu. Leider verfolgt Ubisoft das Kampfsystem nicht konsequent genug. Ohne Hinweise über den feindlichen Sichtradius hilft meist nur hoffen - oder Glück.

Letztlich entpuppt sich das duckmäuserische Geisterdasein aber als Makulatur, da die Kampagne selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade viel zu einfach ausgefallen ist. Die Gefechte arten insbesondere gen Ende des Spiels zur anspruchslosen Ballerbude aus, die allenfalls aufgrund der schieren Feindanzahl zum Game-over-Bildschirm führen. Überhaupt haben die Entwickler den Taktikeinsatz ungewöhnlich brachial inszeniert. In einer Mission dürfen wir sogar einen dick gepanzerten Mech durch den sibirischen Schnee scheuchen und Feindbunker mit Raketensalven ausräuchern. Generell machen schnelle Schusswechsel, harte, erbitterte Kämpfe und flinke Positionswechsel den Reiz des Spiels aus. Das alles geht dank geschmeidigen Animationen und dem intuitiven Deckungssystem sofort in Fleisch und Blut über. Beeindruckend, wie elegant unsere Figur aus dem Sprint in die Hocke schlittert und mit einer koketten Drehung in Sicherheit kullert. Gewöhnungsbedürftig ist indes der Grafikstil: Missionsziele schälen sich plakativ aus dem Horizont und blättern mit grossen Lettern von Hausfassaden - Ghost Recon - Future Soldier trägt unverkennbar die Handschrift des letzten Splinter Cell.

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Mirco Kaempfer am 28 Mai 2012 @ 07:28
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