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Kalypso Media: Line-up-2016/17 Special

  Personal Computer Playstation 4 Xbox one 

Das deutsche Unternehmen Kalypso Media ist längst ein Global Player mit internationaler Bedeutung geworden. Im Laufe der langjährigen Unternehmensgeschichte hat man nicht nur zahlreiche neue Marken geschaffen, sondern auch die eine oder andere Lizenz wiederbelebt. Dabei hat es der Firma insbesondere das Strategiespielgenre angetan. Hiervon zeugen etwa die gelungenen Fortsetzungen der Tropico-, Patrizier- oder Port-Royale-Reihe. Was liegt da näher, als das zehnjährige Bestehensjubiläum mit einer kleinen Geburtstagsfeier im Herzen Berlins zu feiern? Wir waren, wie zahlreiche andere Journalisten aus ganz Europa und sogar Russland, dabei und bekamen zugleich einen Einblick in das Portfolio der nächsten Monate präsentiert.

Sudden Strike 4

Wie schon im Einleitungskapitel beschrieben, ist Kalypso Media ganz vorne mit dabei, wenn es um die Wiederbelebung traditioneller Marken geht. Egal, ob Wirtschaftssimulation oder Aufbaustrategiespiel, stets hat man in der Vergangenheit damit brilliert, alte Marken aus der Versenkung hervorzukramen und sie für den modernen Markt flottzumachen. Auch für 2017 liegt ein solcher Plan in der Schublade, hat man sich doch die Veröffentlichungsrechte für die Sudden-Strike-Lizenz gesichert. An dem neuen Sudden-Strike-Titel arbeitet jedoch nicht mehr der Originalentwickler Fireglow Games – dieser scheint vor ein paar Jahren in der Versenkung verschwunden zu sein –, sondern die 2014 aus ehemaligen Stormregion-Studios-Mitarbeitern (Codename: Panzers und Joint Task Force) gegründete Budapester Firma Kite Games. Diese will nun das Beste aus den vorherigen Teilen in Sudden Strike 4 vereinen. Dabei ist es den Entwicklern wichtig, dass Sudden Strike 4 keineswegs als Remake bezeichnet wird. Vielmehr soll es sich hierbei tatsächlich um einen echten Nachfolger zur zuletzt 2007 auf sich aufmerksam gemachten Reihe handeln.

Kalypso Media

Sudden Strike 4 kommt im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben der Serie recht traditionell daher. Insgesamt bietet das Echtzeitstrategiespiel drei Kampagnen – Alliierte, Russen und Deutsche – mit rund 20 Missionen, womit die wichtigsten Schlachtfelder des Zweiten Weltkrieges in der Zeit von 1939 bis 1945 abgedeckt werden. Beispielsweise geht es mit der deutschen Armee nach Stalingrad oder ihr befehligt auf Seiten der Amerikaner eure Soldaten während der Schlachtoffensive in den Ardennen an der Westfront. Wie zuvor verzichtet man auch in Sudden Strike 4 auf den Bau von Gebäuden zur Nachschubproduktion. Das bedeutet, dass ihr mit dem Truppenkontingent, das euch die Heeresführung zur Verfügung stellt, auskommen müsst. Hin und wieder gibt es zwar kleine Nachschubpakete, wenn ihr etwa bestimmte Schlüsselpunkte auf den weitläufigen Karten erobert habt, aber insgesamt gilt stets das Haushalten mit dem verfügbaren Material. Denn wie schon im Fall des fast 16 Jahre zurückliegenden Originalspiels, will auch Sudden Strike 4 vor allen Dingen eines: Die Hardcode-Strategen unter euch glücklich machen. Soll heißen, ihr müsst nicht nur einen Angriff taktisch klug vorbereiten – so benötigen Panzer zum Beispiel nicht nur eine gewisse Zeit zum Drehen des Geschützturmes, sie sind auch von den Seiten oder von hinten wesentlich ungeschützter –, sondern auch auf andere Dinge wie etwa die Tank- und Munitionsanzeige achten. Versorgungsfahrzeuge können die Vorräte zwar wieder vollends aufstocken, doch auch das kostet wieder ein paar Sekunden wertvolle Zeit. Weniger effektiv sind Reparatur-Lkw. Wie in der Realität lassen sich durch sie nur kritische Schäden reparieren. Die volle Lebensenergie erhalten beschädigte Einheiten während einer Schlacht nicht mehr zurück. Deckung finden eure Soldaten in Gebäuden. Geschickte Taktiker versuchen hingegen die Besatzung von Geschützen auszuschalten, um so das Kriegsmaterial mit eigenen Männern zu besetzen. Das Repertoire reicht von Kübelwagen über schwere Panzer wie den Königstiger bis hin zu Flugzeugen. Letztere dürfen aber wieder nur indirekt gesteuert werden, um etwa einen bestimmten Bereich der Landkarte zu bombardieren.

Das taktisches Vorgehen wird in Sudden Strike 4 besonders belohnt. Wenn ihr also eine feindliche Stellung mit einem kleinen Trupp flankiert, statt sie in Tank-Rush-Manier frontal anzugreifen, bekommt ihr Bonuspunkte gutgeschrieben. Auch kleinere Aktionen wie das Verarzten von verwundeten Soldaten ziehen einige Boni nach sich. Am Ende einer Mission könnt ihr euer Kontingent an Bonuspunkten für die Freischaltung von besonderen Herausforderungen oder kurzen Filmschnipseln nutzen. Außerdem können die Punkte in den Ausbau der Fertigkeiten eines Generals, für den ihr euch zu Beginn einer jeden Mission entscheiden müsst, fließen. Letztere kämpfen zwar nicht persönlich an der Front, bieten aber einige interessante Eigenschaften – zum Beispiel eine Geschwindigkeitssteigerung oder eine bessere Bewaffnung –, auf die ihr im Laufe einer Schlacht zurückgreifen könnt.

Kalypso Media

Ersteindruck von Alexander Boedeker
Mit einer Ankündigung von Sudden Strike 4 hat wohl niemand gerechnet, liegt doch der letzte Teil der Serie nun schon über acht Jahre zurück in der Vergangenheit. Zwar war ich erst einmal skeptisch, dass ein Neuling an die traditionsreiche Serie gesetzt wurde, doch diese Skepsis war nach den ersten Spielversuchen vollends verflogen. Schon nach wenigen Minuten bangte ich wie damals um das Leben eines jeden Pixelsoldaten, denn auch Sudden Strike 4 steht für das, was die Serie so einzigartig gemacht hat: Hardcore-Strategie. Ohne die Produktion von Nachschubeinheiten bin ich gezwungen, möglichst klug und bedacht vorzugehen, denn schon hinter der nächsten Häuserecke kann der Tod lauern, der im Nullkommanix meinen gesamten Trupp auslöschen könnte, wenn ich achtlos oder aus Faulheit einfach meine gesamten Einheiten mit nur einem Mausklick ungeschützt die Straße entlangschicke. Und auch der Blick zur Tank- und Munitionsvorratsanzeige wird zu einem überlebenswichtigen Ritual. Insofern hat Kite Games bis jetzt alles richtig gemacht, und ich freue mich auf das 2. Quartal 2017, wenn ich auf dem PC (Windows, Linux und Mac OS X) oder auf der PlayStation 4 nicht nur im Einzel-, sondern dann auch im Mehrspielermodus meinen Feinden das Fürchten lehren darf.

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Alexander Boedeker

 
Alexander Boedeker am 05 Aug 2016 @ 07:45
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