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Microsoft: Windows 10 Mobile & Lumia 950 XL Special

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Microsoft ist unermüdlich, wenn es darum geht, ein Stückchen vom Smartphone-Kuchen abzubekommen. Doch während der Software-Riese im Tablet-Markt mittlerweile Fuß gefasst hat, sind die Marktanteile im Handy-Sektor noch verschwindend gering. Mit Windows 10 Mobile startet man deshalb eine neue Offensive und lässt dieses Mal auch einige der bisherigen Käufer von Windows-Phones (8 und 8.1) nicht im Regen stehen, da man derzeit für etwas mehr als ein Dutzend Modelle ein entsprechendes Update auf die neueste Version anbieten wird. Die Auslieferung der Aktualisierung verzögerte sich allerdings, sodass der Markt an Windows-10-Mobile-Geräten derzeit noch recht überschaubar ist. Wir haben uns deshalb das derzeitige Flaggschiff – das Lumia 950 XL – für ein paar Tage geschnappt und berichten darüber, wie sich das Smartphone und Microsofts mobiles Betriebssystem im Alltag so schlagen.

Aller guten Dinge sind drei?

Einst war das Microsoft-Betriebssystem das angesagteste OS in der Smartphone-Welt. Doch die glanzvollen Zeiten von Windows Mobile liegen schon einige Jahre zurück. Mit Windows Phone 7 versuchte das Redmonder Unternehmen dem iPhone ein Schnippchen zu schlagen, um mit dem mittlerweile im Smartphone-Sektor sehr erfolgreichen Apple-Konzern gleichzuziehen – jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Nicht zuletzt der Bruch mit der Community durch die Tatsache, dass man Windows-Phone-7-Geräte nicht auf die Version 8 aktualisieren konnte, dürfte eine tiefe Wunde bei den Käufern hinterlassen haben. Nun folgt mit Windows 10 Mobile ein erneuter Umbruch in eine neue Mobile-Ära, und man ist bei Microsoft sehr darum bemüht, immerhin so einige der Windows-Phone-8-Kunden dorthin mitzunehmen.

Aus drei Plattformen wird "One Windows"

Schon alleine der Name "Windows 10 Mobile" sagt aus, wohin die Reise geht: Eine zunehmende Verschmelzung von PCs, Tablets und Smartphones. So soll die Smartphone-Sparte in Zukunft nicht mehr unbedingt als fünftes Rad am Wagen mitlaufen, sondern vollständig in die Windows-Familie integriert werden; sozusagen ein "One-Windows-Erlebnis". Das bedeutet, dass schon jetzt und natürlich auch in Zukunft vor allen Dingen auf Universal-Apps gesetzt wird. Diese sollen plattformübergreifend funktionieren, sodass ihr etwa auf eurem Desktop-PC, Mobiltelefon und der Xbox One ein und dieselbe App nutzen könnt.

Microsoft

Aus dem oben genannten Grund hat Windows 10 Mobile zwar einige optische Ähnlichkeiten mit der Vorgängerversion gemein, zum Beispiel die Kachel-Oberfläche, die sich neuerdings mit einem durchgängigen Hintergrundbild belegen lässt, doch hinter den Kulissen hat sich so einiges getan. Am auffälligsten ist sicherlich das völlig neu gestaltete Einstellungsmenü, welches nun wesentlich aufgeräumter daherkommt, da man deutlich verstärkt auf geordnete Kategorien setzt. Unter der Rubrik Datenschutz haben nun auch endlich zahllose Einstellungen den Weg in die Windows-Mobile-Welt gefunden, um der Datensammelwut bestimmter Apps einen Riegel vorzuschieben, indem ihr beispielsweise den Zugriff auf GPS, die Kamera und die Kontakte pro App verbieten könnt. Eine weitere – zumindest optische – Neuerung ist der Wechsel der Designsprache. Die Zeiten, in denen ihr von links nach rechts hin und her schalten musstet, da der eigentliche Desktop über den Bildschirm hinausging, sind vorbei. Oftmals findet sich nun das von anderen mobilen OS bekannte "Hamburger-Menü" vor, um weitere Funktionen zu erhalten. Insgesamt verpassen die in diesem Abschnitt genannten Neuerungen dem gesamten Betriebssystem einen wesentlichen Schub in Sachen gelungener Optik und Bedienungskomfort, sodass der Abschied zur vorherigen OS-Version ziemlich leichtfallen dürfte.

Willkommen Microsoft Mobile, ade Nokia!

Heutzutage steht und fällt ein mobiles Betriebssystem mit seinen Apps. Das hat man natürlich auch bei Microsoft begriffen und so wurden fast alle Standard-Apps aktualisiert. Das fängt beispielsweise bei dem E-Mail-Programm an, welches gegen eine abgespeckte Outlook-Variante eingetauscht wurde. Die wichtigste Neuerung ist hierbei die Möglichkeit, mittels Streichgesten bestimmte Funktionen aufzurufen, ohne eine E-Mail erst öffnen zu müssen. Auch der bisherige Webbrowser wurde gegen den vom Desktop-Windows bekannten Edge-Browser, wenn auch in einer leicht modifizierten Version, ausgetauscht. Dieser läuft bedeutend flüssiger als sein Vorgänger und lässt sich intuitiver bedienen. Er lässt allerdings wichtige Einstellungen wie etwa das Abschalten von Bildern noch immer vermissen. Außerdem kommt der Edge-Browser nur unzureichend mit sehr langsamen Internetverbindungen (vor allen Dingen mit GPRS) zurecht und zeigt dann nach einer Weile auch nur eine Timeout-Fehlermeldung an, anstatt wenigstens einen Teil der Webseite zu laden. Selbstverständlich sind bei allen Windows-10-Mobile-Geräten auch wieder die beliebten Office-Vollversionen an Bord, die das Lesen und Schreiben von Dokumenten sowie das Bearbeiten von Tabellen ermöglichen. Die Karten-App von Microsoft ersetzt HERE Drive+ und kann sogar das komplett kostenlose Kartenmaterial offline abspeichern – an die Funktionen von Nokias ehemaligem Routenprogramm kommt man allerdings noch nicht heran. Zuletzt wird die nach einer Figur aus dem Halo-Universum benannte Sprachassistentin Cortana mit Windows 10 Mobile nochmals deutlich tiefer in das System integriert.

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Alexander Boedeker

 
Alexander Boedeker am 22 Mrz 2016 @ 17:14
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