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ArmA 2: in Grafenwöhr: Special & Preview
Es gibt Spielepräsentationen, die finden im entspannten Rahmen einer Hotel-Suite statt, wo es ein paar köstliche Häppchen und Gratisgetränke gibt. Man hört in aller Ruhe einem meist englischsprachigen Produzenten dabei zu, wie er sein Spiel in höchsten Tönen lobt und tritt dann irgendwann mit einer Pressemappe im Gepäck die Heimreise an. Die Jungs von Morphicon aus München haben sich für ihre ARMA 2-Events schon immer einen eher ungewöhnlichen Rahmen ausgesucht. Durfte sich Patrik das Spiel vor rund einem Jahr noch vor Ort beim Entwickler in Prag anschauen, gab es die nächste Präsentation der selbst ernannten ultimativen Militärsimulation dort, wo sie am besten hin passt: im europaweit grössten US-Militärstützpunkt in Grafenwöhr in der Oberpfalz.
Tribute to the TroopsGlück für unseren fränkischen Grauimport Tobias: Grafenwöhr liegt nur rund achtzig Kilometer von seiner fränkischen Heimat entfernt. Während also die übrigen Pressevertreter die Nacht im Hotel verbrachten und am nächsten Tag mit sichtlich überfüllten Shuttlebussen nach Grafenwöhr rollten, düste unser Mann gemütlich von zu Hause zum Truppenübungsplatz. Und wie einnehmend die Amerikaner in der Gegend um Grafenwöhr sind, zeigte sich schnell. Bereits 20 Autominuten vor dem vereinbarten Treffpunkt passierten wir eine Bäckerei, die auf der Hauswand den englischen Schriftzug "bakery" erkennen liess.
Grafenwöhr selbst war dann deutlich bilingual konzipiert. In jedem zweiten Schaufenster waren englische Schriftzüge zu lesen, die meisten Autohändler spezialisierten sich ausschliesslich auf den Import von typisch amerikanischen Prachtschlitten und für die Angestellten in den hiesigen Bäckereien gehört fliessendes Englisch zum Pflichtprogramm. Das bemerkten wir, als kurz nach uns drei ehrwürdig ergraute US-Amerikaner die Bäckerei betraten und sich zunächst unter sich beratschlagten, was man denn nun zu essen kaufen wolle. Man konnte tatsächlich vergessen, dass man sich eigentlich in der Oberpfalz befand. Blanke Ironie, dass unser Frühstück an diesem Morgen aus zwei Amerikanern bestand, politisch korrekt mit schwarz-weisser Glasur, versteht sich.
Am Stützpunkt angekommen gab es erst einmal den obligatorischen Papierkram, denn normalerweise kommen deutsche Zivilisten nicht einfach so auf das Gelände. Oberste Regel für uns Presseleute: aus Sicherheitsgründen durften wir ausserhalb der Gebäude keine Fotos vom Gelände schiessen. Als ein Kollege seine Spiegelreflexkamera aus der Tasche zog, wurde er sogleich von zwei US-Soldaten um die nächste Häuserecke gebeten. Seitdem haben wir den guten Mann nicht mehr gesehen. Nein, Spass beiseite, ihm geht es gut. Vermutlich.
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 Tobias Kuehnlein
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