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Wallace & Gromit's Grand Adventures: Special

  Personal Computer 

Telltale Games ist wieder auf den Hund gekommen. Statt jedoch die nächste Sam & Max-Staffel vorzubereiten, versoftet die US-Spieleschmiede vier Episoden der Knetmasse-Animationsfilme rund um den intelligenten Hund Gromit und sein britisch-spiessiges Herrchen Wallace. Nicht schwer zu erraten, dass die Spiele im Adventure-Genre angesiedelt sind.

Fright of the Bumble Bees

Wer zuvor mit Wallace & Gromit nicht viel am Hut hatte, weiss auch nicht, dass Wallace ein verrückter Erfinder ist. Sein ganzes Haus ist mit skurrilen und vermeintlich nützlichen Gerätschaften ausgestattet. Vierbeiner Gromit, der über eine äusserst menschliche Logik verfügt und falls nötig sogar den aufrechten Gang beherrscht, ist sozusagen Haustier, Assistent und Butler in einem. Zwar kann der Köter nicht sprechen, doch weiss er sich mit einer äusserst witzigen und lebendigen Mimik sowie Gestik mitzuteilen. In technischer Hinsicht wurde der Knetfigurencharme gut ins Spiel transportiert - die Charaktere bewegen sich flüssig und herrlich glaubwürdig. Auch die Spielumgebungen, darunter Wallace' Haus und Garten sowie die Innenstadt können sich sehen lassen. Keine Frage, Wallace & Gromit gehört zu den schöneren Adventures.

Hinsichtlich der Steuerung betritt Telltale Games fast schon in Vergessenheit geratene Pfade. Mit den WASD- oder Pfeiltasten steuert ihr Wallace oder Gromit durch die Areale. Wollt ihr mit Gegenständen oder Personen interagieren, benutzt ihr die Maus. Auf Tastendruck öffnet sich ein Inventar am rechten Bildschirmrand. Etwas seltsam fühlt sich die Bedienung ja schon an, vor allem die wechselnden Kameraperspektiven können verwirren und für so manch einen Fehlklick verantwortlich sein, der euch dann eine ungewollte Aktion ausführen oder einen falschen Raum betreten lässt. Das ist auf Dauer ein Zeit- und Nervenkiller, können doch etwaige Animationssequenzen nicht abgebrochen werden. Ausserdem erweist sich der Mauszeiger gerne mal als störrisch, so dass ihr mit manchen Objekten erst nach mehreren Versuchen interagieren könnt.

In Episode 1 muss Hobbyimker Wallace eine unglaubliche Menge Honig als Wiedergutmachung für einen destruktiven Käsesuchroboter herstellen. Eine Aufgabe, die er mit seinem kleinen Bienenschwarm im Keller nicht ohne Weiteres wird erledigen können. Als rettende Idee erweist sich eine Chemikalie, die Muskeln innerhalb kürzester Zeit wachsen lässt. Folglich müsste das doch auch mit Blumen funktionieren, die dann wiederum als Supertreibstoff für die Honigproduktion dienen könnten. Doch bevor es an diese wichtige Aufgabe geht, müsst ihr in der Rolle von Gromit zunächst das Frühstück für euer Herrchen vorbereiten. Dass euch dabei ein flinkes und dreistes Eichhörnchen in die Quere kommt, wird noch das geringste Übel der Episode sein.

Auf Rätselseite wird recht durchschnittliche Kost geboten. Meist hantiert ihr mit Gegenständen herum, um etwa einen ewig gestrigen Offizier a. D. von einer wichtigen Zutat wegzulocken oder den inhaftierten Käsesuchroboter freizubekommen. Auf Wunsch könnt ihr Rätselhinweise hinzuschalten oder per Tastendruck interagierbare Objekte markieren lassen. Gespräche mit anderen Charakteren laufen vollautomatisch ab, erwartet also keine Dialogauswahl. Dafür ist die englische Sprachausgabe mit dem extremen britischen Akzent gut gelungen und wird von den Figuren sogar lippensynchron wiedergegeben. Nun ja, so weit man das von Knetmassewesen eben sagen kann.

Wallace & Gromit's Grand Adventures


Fazit von Daniel Boll

Grafisch und akustisch überzeugt die erste Episode von Beginn an. Man hat das Gefühl, einem interaktiven Knetfigurenfilm beizuwohnen. Hierfür gebührt den Entwicklern also schon mal ein grosses Lob. Spielerisch ist das rund dreieinhalb Stunden lange Abenteuer leider sehr durchwachsen. Die störrische Steuerung legt so manchen Stein in den Weg, provoziert Fehlklicks und nicht abbrechbare Animationssequenzen. Unschön auch, dass uns das Testmuster gelegentlich abgestürzt ist.

Von daher raten wir euch nicht direkt zu einem Kauf, testet vorher lieber die spielbare Demo an. Einzeln scheint die Episode sowieso nicht erwerbbar zu sein, gibt es doch bisher nur die ganze Staffel im Voraus zu kaufen. Kostenpunkt: 29.95 US-Dollar.

Fazit von Mirco Ruppelt (deutsche Version)
Bei Wallace & Gromit - Der Hummelfluch könnte ich eines meiner Fazits zu den Vorgängern verwenden und niemand würde es merken. An der Grafik sowie an der fantastischen Vertonung hat sich freilich nichts geändert. Auch sind mir keine markanten Übersetzungsfehler ins Auge gesprungen. Somit macht auch das vierte und letzte Abenteuer der beiden Briten wieder eine gewohnt gute Figur, obgleich die chronologische Erscheinungsfolge aus narrativer Sicht keinen Sinn macht. Handlungsmässig stellt der Hummelfluch nämlich den Auftakt der Serie dar. Aber das leidige Thema hatten wir ja bereits. Ebenso wie meine Empfehlung für Fans der humoristischen Vorlage. Und dabei bleibt's letztlich auch.


Wallace & Gromit's Grand Adventures
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Daniel Boll

 
Daniel Boll am 01 Jan 2011 @ 14:48