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«Das Internet ist erst im Teenager-Alter»
Die Entwicklung des Internets ist nach Meinung von Experten noch lange nicht abgeschlossen. Wie die Zukunft aussieht, weiss allerdings nicht einmal einer der Erfinder.
Professor Leonard Kleinrock lehrt heute an der University of California in Los Angeles Informatik. Anfang der 60-er Jahre entwickelte er grundlegende Technologien für die Datenübertragung vom Computer zu Computer – eine Grundlage für das heutige Internet. Kleinrock hat viele Entwicklungen scheitern, viele Ideen zu ausgereiften Produkten heranwachsen sehen. Im Jahr 1994 beobachtete er zum Beispiel mit Unbehagen die erste Spam-Nachricht: Per Massen-Mail warb der Absender für eine angebliche Green-Card-Lotterie. Über diese Aussendung beschwerten sich derart viele Empfänger, dass durch die Anzahl der Antworten der Mail-Server des Absenders zusammenbrach. «Kurz nach dem ersten Spam folgte die erste Denial of Service Attacke», berichtet Kleinrock.Einen immensen Benutzeransturm erlebte das Internet im «Arabischen Frühling», den Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten im vergangenen Jahr. Bürger nutzten moderne Kommunikationsmittel, um Missstände zu dokumentieren und politische Botschaften zu verbreiten. Für Vint Cerf, Chief Internet Evangelist bei Google, haben diese Ereignisse dokumentiert, welche Bedeutung das Internet heute hat. «Regierungen, die das Internet kontrollieren wollen, werden keinen Erfolg haben», sagte der Informatiker in Genf. In den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens hätten sich die Einwohner über alternative Wege Zugang zum Internet verschafft, etwa via Satellit oder Richtfunk aus den Nachbarstaaten.
Die International Telecommunications Union (ITU) beobachtete die Entwicklungen in der arabischen Welt mit Besorgnis, führte Hamadoun Touré an dem Anlass in Genf aus. Für den ITU-Generalsekretär sollten Breitband-Anschlüsse ins Internet global zur Grundversorgung gehören – wie Wasser, Strom und Verkehr.
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