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Kurztest: Projekt Erde (Update)
Was bringt eine hervorragende Spielidee, wenn die Umsetzung zu wünschen übrig lässt? Projekt Erde ist zwar weit entfernt von einem Totalausfall, doch trotz eines wirklich löblichen Ansatzes kein Garant für grossen Spielspass. Leider.
Die Basis von Projekt Erde ist ausserordentlich reizvoll: In ein paar Jahren bahnt sich der Kollaps der Erde an. Naturkatastrophen sorgen für ein Umdenken der menschlichen Zivilisation. Nur gemeinsam kann man die Zukunft sichern und den Klimawandel zumindest verlangsamen. Dazu wird man zum Chef einer global agierenden Gesellschaft ernannt und muss fortan in bis zu zwölf Regionen (China, Europa, Nord- und Südafrika, Japan, Nord- und Lateinamerika, Naher Osten, Ozeanien, Russland, Südasien, Indien) Veränderungen vornehmen. Diese betreffen soziale, politische, technische und wirtschaftliche Belange. Ausserdem muss man sich um den Naturschutz kümmern und dafür sorgen, dass es auch den Menschen in den Entwicklungsländern an nichts mangelt. Das Ausbeuten der Erde durch den Abbau von Rohstoffen hat Folgen, denen man sich entgegenstellen muss - zum Beispiel mit alternativen Energien, dem Schaffen vom Bewusstsein für aussterbende Tierarten und dergleichen.
In der Theorie klingt das alles fantastisch: Auf der gesamten Welt kann man als eine Art Präsident Verordnungen durchsetzen, um die Zukunft bis ins Jahr 2200 in eine bessere Richtung zu lenken, den Hunger zu bekämpfen sowie Wohlstand und Zufriedenheit für alle zu garantieren. Projekt Erde ist also ein Werk, das auf unterhaltsame Weise auf die Schwierigkeiten der Gegenwart und nächsten Jahre hinweist? Im Grunde ja, nur letztlich handelt es sich hierbei um ein ziemlich lahmes Kartenspiel, bei dem die Einflussmöglichkeiten zwar vorhanden, aber kaum transparent sind. In der ersten Mission muss man in Nord- und Südafrika den Wohlstand erhöhen. Dazu rekrutiert man Agenten in beiden Regionen, die von Spielrunde zu Spielrunde eine vorgegebene Auswahl an Verordnungen durchdrücken. Die Erneuerung des Energienetzes zum Beispiel. Oder das Errichten eines Zentrums für soziale Aspekte, das später zu weiteren Optionen führt.
Jedenfalls verrät Projekt Erde nur unzureichend, welche Aktion eines Agenten zu welchem direkten Resultat führt. Das erfährt man erst fünf virtuelle Jahre später, nämlich in der nächsten Spielrunde, die via Mausklick gestartet wird. In der darauffolgenden Runde weist man den Agenten wieder Verordnungskarten zu oder schaut sich aktuelle Ereignisse und Statistiken an. Das ist schon ziemlich langweilig auf Dauer - vor allem weil es eben an Durchsichtigkeit fehlt. Wenn plötzlich Aufstände in den Regionen ausbrechen, helfen nur wenige Karten, um etwas an der Situation zu ändern. Davon ab: Es ist ja schön, dass man durch bestimmte Karten neue Technologien (sprich: weitere Karten) erfinden oder sogar Tierarten retten kann - nur wird das ausserordentlich trocken und trist präsentiert. Obendrauf gibt's zig Anzeigen, Informationen und eine Enzyklopädie, die zwar viele Hintergründe erklären, aber sicher nicht die Freude an dem Spiel erhöhen.
Fazit von Sven Wernicke
Projekt Erde wirkt ein wenig so, als wollten die Entwickler mit dem erhobenen Zeigefinger Spieler an die Probleme der humanoiden Zivilisation beziehungsweise der Erde heranführen. Dadurch geht die Freude recht schnell verloren, vor allem wenn man ständig vom Präsidentenamt enthoben wird, weil man angeblich etwas falsch gemacht hat. Gute Erklärungen für schlechte Entscheidungen gibt's nicht. Trotzdem: Projekt Erde ist eine interessante und auf gewisse Weise sehr gesellschaftskritische Software. Nur für ein fesselndes Spiel mangelt es an Komplexität und Abwechslung. Die kann das Kartenspielkonzept nicht bieten.
Nachtrag zur Ladenversion:
Projekt Erde: Wendepunkt ist jetzt auch als reguläre Ladenversion verfügbar. Gegenüber der Steam-Variante erhält man auf Disk nun alle bisher separat angebotenen Download-Inhalte mit weiteren Karten und Missionen. Dazu gesellen sich eine Soundtrack-CD und ein Handbuch. Wirklich neu ist, vor allem spielerisch betrachtet, nichts. Eine Empfehlung gibt's für Sammler, die etwas Haptisches bevorzugen. Alle anderen sind mit der Steam-Version nicht schlechter bedient.
Sven Wernicke
am 30 Apr 2012 @ 11:57
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Projekt Erde
News
30.04.2012
Kurztest: Projekt Erde (Update)
21.03.2012
Projekt Erde: Öko-Ladenversion
22.02.2012
Projekt Erde: Ladenversion kommt
Screenshots
07.02.2012
Mehr Screenshots zu Projekt Erde
(3)
Game-Facts
Game-Abo
Was ist das?
Release Termin
:
30 Januar 2012
Kaufen
Hersteller
:
Red Redemption Ltd.
Publisher
:
Lace Mamba Global
Genre
:
Simulation und Sport: Simulation
Spiel empfehlen
:
Es wurden
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