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Kurztest: Alan Wake - American Nightmare
Im
Alan Wake
-Ableger
American Nightmare
wird der namensgebende Schriftsteller in eine surreale Albtraumwelt versetzt, in der er es mit einer düsteren Macht aus einer anderen Dimension zu tun bekommt. Sie manifestiert sich als böser Zwilling Mr. Scratch und nimmt Wakes reale Identität an, um Serienmorde zu begehen. Wir haben die PC-Version des
Remedy
-Spiels getestet.
Story-Modus
Alan Wake ist in eine Art spielbare Version von
Lola rennt
geraten, also sozusagen ein multiples Déjà-vu-Erlebnis, das sich jedes Mal nur in Nuancen von der vorigen Variante unterscheidet. Drei Areale mit jeweils festgelegten Ereignissen gilt es darum mehrmals hintereinander zu absolvieren. Klingt öde? Ja, eine gewisse Langeweile macht sich breit. Anders, als im oben genannten Filmklassiker, lässt der Handlungsfaden von American Nightmare echte Überraschungen vermissen. Ziel ist es, aus dem an "Night Springs" angelehnten Albtraum zu entfliehen und Mr. Scratch aufzuhalten, bevor er die geliebte Alice tötet.
Motel, Observatorium und Autokino. Das sind die drei mehr oder weniger weitläufigen Gebiete, die wir im rund vierstündigen Spielverlauf mehrmals besuchen. Von linearen Strukturen des Hauptspiels verabschiedet sich der Ableger weitgehend. Bekommen wir den Auftrag, bestimmte Gegenstände zu besorgen, werden uns die Zielkoordinaten auf der Minikarte angezeigt. Welches Objekt wir zuerst holen, bleibt uns überlassen. Ähnlich verhält es sich, wenn wir mehrere Ventile aufdrehen müssen. Und natürlich könnt ihr darauf wetten, dass uns an jedem Zielpunkt mindestens eine Konfrontation mit Besessenen erwartet.
Hatten wir im Hauptspiel aufgrund von engen Arealen und Munitionsknappheit noch grossen Respekt vor Gegnergruppen, begegnen wir im Ableger sogar einer Übermacht mit einem müden Lächeln. Waffen, Munition und die als Kontroll- sowie Lebensregenerationspunkte fungierenden Lichtstrahler sind nämlich im Überfluss verfügbar. Mit sammelbaren Manuskriptseiten, die ebenfalls auf der Karte verzeichnet sind, können wir ausserdem Waffenkoffer öffnen, die Zugriff auf noch mächtigere Wummen bieten. Mit Maschinenpistole, Sturmgewehr, Blendgranaten, stets voll geladener Leuchtpistole oder der wuchtigen Combat-Shotgun kann uns nicht mal ein Kettensägenhüne ernsthaft gefährlich werden.
Schade, denn in Sachen Gegnervielfalt hat sich durchaus etwas getan. So gibt es jetzt Besessene, die sich bei Lichteinwirkung zweiteilen. Andere weichen geschickt Lichtstrahlen aus, verwandeln sich in Vogelschwärme oder bewerfen uns mit Schattengranaten. Mit den Spinnen hielten sogar nicht humanoide Kreaturen Einzug ins Spiel. Die bereits genannte Ausrüstungslawine, aber auch die grossflächige Spielwelt ersticken spannende Gefechte aber im Keim, da wir Feinde oft schon aus der Ferne locker eliminieren können. Kanonenfutter pur. Aber effektvolles, denn das Herumballern mit Uzi und M-16 macht durchaus Laune. Und zeitweise schmeisst das Böse wieder mit Autos oder anderen Dingen nach uns und zieht dabei die Spielumgebung (geskriptet) in Mitleidenschaft.
Erneut mit von der Partie sind Radio- und Fernsehsendungen. Erstere bieten Interviews mit Barry, Alice und anderen bekannten Charakteren. In Flimmerkästen führt hingegen Mr. Scratch persönlich seine Monologe - verkörpert von einem echten Schauspieler. Manchmal tötet er ein Opfer vor laufender Kamera, manchmal provoziert er Alan und sagt, was er mit Alice anstellen wird. Manuskriptseiten halten auch wieder einige Details zur Hintergrundgeschichte parat und sind diesmal sehr hübsch inszeniert worden - simple Textwüsten ade.
Apropos hübsch: Charaktermodelle, Umgebungstexturen und Lichteffekte haben eine Qualitätsstufe zugelegt. American Nightmare kann sich sehen lassen. Eine etwas interaktivere Spielwelt wäre aber wünschenswert gewesen. Nur wenige Objekte sind etwa physikalisch beeinflussbar.
Arcade-Modus
Abseits der Story wartet ein Überlebensmodus mit fünf Karten und zwei Schwierigkeitsgraden. So gilt es etwa, auf einem Friedhof zehn Minuten lang gegen immer neue Gegnerwellen zu bestehen. Munition und Waffen sind nicht mehr so grosszügig verfügbar. Der erzielte Punktestand wird in Weltranglisten verewigt. Ausserdem können diverse Errungenschaften freigeschaltet werden. Für zwischendurch eine spassige Angelegenheit.
Fazit von Daniel Boll
American Nightmare ist ein Augenschmaus, dem es auf dem normalen Schwierigkeitsgrad an Anspruch mangelt. Die Handlung rund um den Serienmörder Mr. Scratch ist nur teilweise gelungen. Das Lola rennt-Konzept mit sich wiederholenden Ereignissen funktioniert in diesem Spiel nur bedingt. Dank Arcade-Modus und Albtraumstufe kann man als Alan Wake-Fan für 13,99 Euro aber durchaus einen Blick riskieren.
Daniel Boll
am 06 Jun 2012 @ 12:36
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Release Termin
:
22 Mai 2012
Kaufen
Hersteller
:
Remedy
Publisher
:
Nordic Games
Genre
:
Action: Adventure
Spiel empfehlen
:
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