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Ceville: First Look

Personal Computer 
Hersteller: Realmforge Studios
Publisher: Kalypso Media
Genre: Adventure und Rollenspiel: Adventure
Das Jahr 2008 ist bald vorbei und hat ein paar wirklich gute Adventure-Spiele hervorgebracht. Dass die Hersteller nicht schlafen, zeigt eine Vorabversion von Ceville, das sich zu einem der Überraschungshits 2009 mausern könnte. Die Zutaten: hübsche Comicgrafik, viele Gags, tolle Synchronsprecher und pfiffige Rätsel.

Die Münchener Spieleschmiede Realmforge Studios, gegründet von ehemaligen Weltenschmiede-Mitarbeitern, sitzt an dem Adventure-Projekt dran. Als Technologiebasis dient die Ogre3D-Engine, die Adventure-Kennern sicher aus der Ankh-Trilogie oder aus Jack Keane bekannt sein dürfte. Und so verfügt Ceville auch über den unverwechselbaren, abgedrehten Comicstil, obwohl das Spiel natürlich aus einem anderen Haus ist.

Wir schlüpfen in die Rolle des namensgebenden Fieslings Ceville, der vom Thron gestürzt wird und durch einen noch böseren Magier namens Basilius ersetzt werden soll. Letzterer will das Königreich mit Dämonen bevölkern und die dort lebenden Menschen unterjochen. Das ist so gar nicht im Sinn von Ceville, hat er doch eigene Vorstellungen von Tyrannei und Ausbeutung. Also entschliesst er sich zunächst zur Flucht, um danach irgendwie den Thron zurückzuerlangen. Äusserlich erinnert der Exherrscher ein wenig an Danny DeVito in Königsgewändern. Ein Giftzwerg also, wie er im Buche steht, und welche deutsche Stimme würde da besser passen als jene von Joe Pesci? Grosses Kompliment an Kalypso Media für diese absolut treffende Entscheidung.

Schon die Flucht gestaltet sich originell und witzig. Im Thronsaal gilt es etwa, zwei naive Wachen auszutricksen. Der eine mit dicker Wampe, bauchfreier Rüstung, Hosen auf Halbmast und einem Arschgeweih-Tattoo (!), der andere klein, gemein und nicht minder dämlich. Mit einem behelfsmässigen Seil können wir uns in Indy-Manier und sogar mit einer falschen, aber erkennbaren Indy-Titelmelodie durchs Fenster schwingen und flüchten. Allerdings müssen wir vorher die beiden Nervensägen mittels Multiple-Choice-Dialog loswerden. In Gesprächen stehen generell viele sinnlose, aber durchaus lustige Themen zur Wahl. Eben so, wie wir es von witzigen Adventures erwarten.

Die Gagdichte ist wirklich gross. Ob Märchen, Filme, Spiele oder sogar Persiflagen an sich, alles bekommt sein Fett weg. So gibt es Seitenhiebe auf Alice im Wunderland, Herr der Ringe und Monkey Island. Sogar die geniale Robin-Hood-Neuvertonung aus der Harald-Schmidt-Show wird hier abgewandelt in Form einer Ansprache thematisiert. Und spätestens beim "Schwert des Dämonenschlachtens" im Inventar von Schönling und Möchtegern-Held Ambrosius wird klar, dass auch Rollenspiele von Blizzard nicht verschont bleiben.

Moment, Inventar von Ambrosius? Ja, denn im Spielverlauf wechseln wir des Öfteren die Rollen, um vorankommen zu können. Neben dem blonden Arroganzbolzen, der Einbildung in Person sozusagen, übernehmen wir später auch die Geschicke des gutherzigen Mädchens Lilly. In diesem Fall ist es sogar nötig, stets zwischen Ceville und ihr zu wechseln, da der Giftzwerg andernfalls nicht aus einer heruntergekommenen Gefängniszelle fliehen kann. Wie etwa aus Ankh gewohnt, können beide Charaktere Gegenstände untereinander austauschen. Eine der Aufgaben, die hier zum Ziel führen: Irgendwie an die Läusearmee gelangen, die sich im ellenlangen Haarschopf eines uralten Mithäftlings befindet, um damit Ambrosius einen bösen Streich zu spielen und von der Zelle wegzulocken.

Anfangs noch recht moderat, steigt der Schwierigkeitsgrad der Rätsel nach und nach an, ohne bislang jedoch unangenehm oder unlogisch zu werden. Ungedulige Naturen greifen auf eine Hotspot-Anzeige zurück. Manche Aufgaben müssen unter Zeitdruck erledigt werden und Ceville ist wahrlich nicht zimperlich, was seine Methoden angeht, um ans Ziel zu gelangen. Da werden schon mal Personen tiefgefroren oder selbstüberschätzte Egos verletzt. So weit, so gut also. Auch die Steuerung ist als gelungen zu bezeichnen, mit zwei Maustasten habt ihr das Spiel fest im Griff. Etwas ungünstig sind allerdings manche Ausgänge platziert, vor allem, wenn wichtige Objekte in der Nähe des Auslöserbereichs stehen. Dann kommt es vor, dass Ceville den Raum verlässt, statt zum gewünschten Gegenstand zu laufen. Aber das wird bis zur Veröffentlichung im Februar hoffentlich noch ausgemerzt.

Ceville
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Daniel Boll


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Daniel Boll am 11 Dez 2008 @ 00:58
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