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Evoland II: Review

  Personal Computer 

Mit Evoland schuf die Indie-Spieleschmiede Shiro Games ein ganz besonderes Spielerlebnis – in vier bis fünf Stunden durchlebte der Spieler eine kurze, jedoch prägnante Reise durch die Geschichte klassischer Rollenspiele, angefangen in der 8-Bit-Ära. Evoland II setzt die Grundidee des Vorgängers nicht nur fort, sondern bügelt das grösste Manko des Erstlings ganz beiläufig aus: Teil 1 überzeugte mit gutem Gameplay, konnte allerdings kaum mit inhaltlichem Tiefgang punkten. Das Sequel ist nicht nur wegen der wendungsreichen Geschichte, sondern vielmehr wegen der Vielzahl an Zitaten und diversen Referenzen aus Videospielen der letzten 30 Jahre eine charmante Hommage an die bedeutendsten Spiele der Vergangenheit und Gegenwart.

Alles beginnt mit dem "Tutorial"

Tutorial und Rollenspiel verhalten sich zueinander wie Fingerhut und PlayStation 4 – das passt einfach nicht zusammen. Der Begriff "Tutorial" wird dem, was euch vor dem Beginn eures Abenteuers erwartet, allerdings kaum gerecht. In der grün-schwarzen Optik des 1989er-Game-Boys erläutert euch ein mysteriöses Textfenster die komplizierte Steuerung. "Gehe nach links, indem du 'links' drückst. Gehe nach rechts, indem du 'rechts' drückst. Nutze dein Schwert, um Büsche zu beseitigen." Alles kapiert? Den Spielern unter euch, die die charmanten 8-Bit-Zeiten noch hautnah miterleben durften, sollte schon die Vorstellung, mit einem solchen "Tutorial" behelligt zu werden, den Angstschweiss auf die Stirn treiben. Habt ihr die Parodie einer Spieleinführung erfolgreich gemeistert und eure neuen Fähigkeiten unter Beweis gestellt, kann die Odyssee beginnen.

Als noch namenloser Held erwacht ihr in einem schmalen Bett in einer kleinen Hütte. Schnell erfahrt ihr, dass euch deren Besitzer und seine magisch veranlagte Tochter bewusstlos im Wald aufgefunden haben. Auf der Suche nach seiner wahren Identität, bewaffnet mit einem Holzschwert, begibt sich euer Held gemeinsam mit der jungen Magierin und einem geheimnisvollen Dämon auf eine Reise durch die Zeit. Während eures Abenteuers begegnet ihr zauberhaften Völkern, versucht dem Krieg zwischen Menschen und den gar nicht so bösen Dämonen ein Ende zu setzen sowie Dorf und Familie eurer jungen Begleiterin Fina (oder wie auch immer ihr sie nennen werdet) vor der Bedrohung einer gefährlichen Macht zu retten. Kein Nicht-Spieler-Charakter soll unangesprochen, kein Geheimnis ungelüftet und keine Truhe ungeöffnet bleiben.

Evoland II

Ein Griff in den Retro-Zauberkasten

Kernelement von Evoland II ist selbstredend der fliegende Wechsel zwischen den verschiedenen Grafikstilen und den damit einhergehenden Gameplay-Elementen. Die Änderung der Bildschirm-Optik ist direkt mit dem Zeitreise-Plot verknüpft: Während sich euer Held in der Gegenwart in ein hübsches 16-Bit-SNES-Kostüm kleidet, sind die Passagen in der Vergangenheit im 8-Bit-NES-Stil gehalten. Reist ihr in die Zukunft, gibt es schicke 3D-Grafiken zu bestaunen. Während eurer Zeitreisen ändert sich allerdings nicht nur der Grafikstil, sondern auch die Spielwelt selbst. Zum Beispiel macht euch in der Gegenwart ein übel gelaunter Bossgegner das Leben schwer – in der Vergangenheit ist er nicht mehr als ein kleines, völlig harmloses Kind. Ihr könnt auch einen Erfinder bei der Konstruktion einer komplizierten Flugmaschine unter die Arme greifen, was ihn nicht nur vor dem Tod durch Absturz bewahrt, sondern seine Maschine in der Zukunft zu einem wahren Selbstläufer macht und den Bau eines ganzes Dorfes auf der Spitze eines Berges ermöglicht. Leider wird die sonst lineare Story nicht wirklich durch Zeitreisen oder andernorts getroffene Entscheidungen beeinflusst. Immerhin lässt sich die Spielwelt nach einiger Zeit relativ frei erkunden.

Evoland II
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Patrick Recknagel

Evoland-II


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Patrick Recknagel am 07 Sep 2015 @ 14:10
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