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In Between: Review

  Personal Computer 

Immer wieder begegnet uns in Videospielen der Tod, immerhin haben wir selbst als Spieler bereits unzählige Charaktere auf dem Gewissen und noch viel öfter den Protagonisten in den sicheren Tod geschickt. Doch so direkt wie In Between hat uns noch kein Titel mit dem Thema konfrontiert.

"Ich werde sterben"

Schon zu Beginn verliert gentlymads Plattformer In Between absolut keine Zeit: Direkt nach den Herstellerlogos überträgt das Spiel euch die Kontrolle über den Protagonisten, der zu Beginn in einem Rollstuhl sitzt. Ebenfalls in diesem Moment macht In Between klar, was auf euch wartet. "Ich werde sterben", verkündet der Protagonist, den ihr fortan durch kontinuierlich schwerer werdende Levels steuern müsst. Um das heikle Thema zu erforschen, bedient sich das Trierer Studio der Ergebnisse der amerikanischen Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross. Sie hat 1969 das Modell der fünf Sterbephasen erstellt, das auch heute noch gilt. Demnach durchlebt ein sterbender Mensch für gewöhnlich fünf Phasen, um den eigenen, nahenden Tod zu verarbeiten. So fängt man an, das eigene Schicksal zu verleugnen, um diesem daraufhin mit Zorn zu begegnen. Nach der wütenden Phase fängt der Sterbende an, zu verhandeln, was meist durch einen Abschnitt der Depression abgelöst wird. Am Ende steht dann die Akzeptanz des Todes.

Von der Theorie zur Praxis

Aber was heisst all die Theorie letztlich für das Spiel? Grundsätzlich ist In Between ein weiterer Puzzle-Plattformer mit einer soliden und auch interessanten Gameplay-Basis. Ihr steuert den todkranken Protagonisten durch vertrackte Levels, die mit Hindernissen wie Stacheln oder sich bewegenden Stachelkugeln gespickt sind. Um den aktuellen Abschnitt zu beenden, müsst ihr eine Tür unbeschadet erreichen. Eine einzige Berührung reicht allerdings schon, um euch zum Anfang des Levels zurückzuschicken. Da eure Spielfigur allerdings nicht springen kann, müsst ihr einen anderen Weg finden, um euer Ziel zu erreichen. So könnt ihr die Gravitation verändern, um euch in eine bestimmte Richtung fallen zu lassen oder eine Wand hinaufzulaufen. Dabei müsst ihr allerdings aufpassen, denn im Flug könnt ihr die Gravitationsrichtung nicht noch mal verändern. Lediglich wenn ihr wieder festen Boden unter den Füssen habt, könnt ihr wieder mit der Anziehungskraft herumspielen.

Im Grunde bleibt es bei In Between in den nächsten fünf Stunden bei diesem simplen, aber effektiven Spielprinzip. Doch die Einbindung des bereits erwähnten Modells der fünf Phasen und die Gesamtpräsentation machen das Spiel zu einem besonderen Erlebnis. So wird jede einzelne Phase des Sterbens durch eine weitere Herausforderung repräsentiert, die man bestehen muss. In Between bietet dafür für jede Phase 11 Levels, die sich dem Thema widmen.


In Between
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Patrik Nordsiek

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Eigentlich sollte das Leben des Protagonisten einen glücklichen Verlauf nehmen

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Die Wut ist ein tückischer Gegner, der immer neue Verhaltensformen annimmt

Patrik Nordsiek am 11 Sep 2015 @ 19:35
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