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Mafia III: Review

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Über sechs Jahre hat es gedauert, bis Fans der Mafia-Reihe endlich Hand an einen dritten Teil legen konnten. Dabei zeichneten erstmals nicht mehr die tschechischen Entwickler der Vorgänger für Mafia III verantwortlich, sondern die junge US-Spieleschmiede Hangar 13. Ob sie ein episches Gangster-Drama oder ein Verbrechen an der Spielbarkeit abliefert, klärt unser Test.

Holpriger Start

Als Mafia III vor zwei Wochen erschien, machte sich bei uns zunächst Ernüchterung breit. Und nicht nur bei uns. Die PC-Fassung, die auch Basis für diesen Testbericht war, enttäuschte im Auslieferungszustand mit einer verwaschenen Optik, einer künstlichen Limitierung auf 30 fps, Abstürzen, Grafikfehlern und KI-Problemen. Selbst auf unserem Oberklasse-Testsystem, bestehend aus Core i7-4771, 16 GB RAM, Samsung 840 Pro und GeForce GTX Titan X (Maxwell), wollte sich schlicht kein durchgehend flüssiges Spielgefühl einstellen. Wir waren gezwungen, von unserer nativen 1.440p-Auflösung auf 1.080p runterzugehen sowie Reflexionen auf Niedrig zu stellen. Erst dann war ein halbwegs flüssiges Zocken möglich.

Noch am Release-Wochenende haute 2K Games einen ersten Patch heraus, der die Framerate-Limitierung aufhob und dafür sorgte, dass eigene Tastenbelegungen nach einem Neustart nicht mehr verloren gingen. Eine Woche darauf folgte ein als Hotfix betitelter 1,2-GB-Patch, der die verwaschene Grafik schärfte und Stabilitätsverbesserungen versprach. Tatsächlich stürzte Mafia III bei uns seitdem nicht mehr klassisch ab. Auch schien das Update eine Performance-Bremse zu lösen, konnten wir doch fortan in 1.440p bei maximaler Detailstufe großteils recht angenehm spielen. Doch viele Probleme bestehen weiterhin. Punkte, um die sich 2K Games nun sukzessive kümmern will. Ein Spiel als Bananenware, die beim Käufer nachreift. Wie so oft.

Ein Zeichen gegen Rassismus?

Während die technische Seite verbockt wurde, kann man Hangar 13 und 2K Games bei der Story-Gestaltung nichts vorwerfen. Als schwarzer Vietnam-Veteran und Gangster Lincoln Clay machen wir die fiktive Stadt New Bordeaux, angelehnt an New Orleans, unsicher. Genauer gesagt werden wir bei einem Coup von der italienischen Mafia übers Ohr gehauen und schwören Rache. Recht früh treffen wir auf einen alten Bekannten aus dem vorigen Teil, Vito Scaletta, dem noch eine Schlüsselrolle in der Geschichte zukommen wird.

Dem einen oder anderen mag es sauer aufstoßen, dass sich Mafia III nur noch sekundär um die Cosa Nostra dreht. Unserer Meinung nach ist der Wechsel ins schwarze Milieu der 1968er-Jahre erfrischend. Das Jahr, in dem Martin Luther King ermordet wurde und die Black-Panther-Bewegung ihre Hochphase hatte. Alltagsrassismus gegen Schwarze war ein gesellschaftliches Thema. Mafia III bedient sich dieser Elemente und macht sie zum Teil der Spielmechanik, ohne als antirassistisches Lehrstück aufzutreten. Wenn steinreiche weiße Damen ihre Handtaschen schützend wegziehen, weil man als Schwarzer ihren Weg kreuzt. Wenn nach einem Notruf per Polizeifunk zu vernehmen ist, dass eine Streife mal im Schwarzenviertel vorbeischauen soll, "wenn sie Lust hat". Wenn man ein Lokal betritt und der Barkeeper darauf hinweist, dass Schwarze unerwünscht sind und nicht werden. In solchen Fällen bekommt man eine Ahnung, wie bedrückend der Alltag für Schwarze in der damaligen Zeit gewesen sein muss – auch im Hinblick auf die Elendsviertel New Bordeaux' mit ihren Wellblech- und Holzhütten. Dass Lincoln Clay seinerseits kein Unschuldslamm ist und die Handlung sich letztlich natürlich um eine schwarze Verbrecherorganisation dreht, wird weder beschönigt noch kleingeredet.

Mafia III
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 21 Okt 2016 @ 17:52
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