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Shardlight: Review

  Personal Computer 

Nach Technobabylon schicken uns die Pixel-Art-Meister von Wadjet Eye Games wieder in die Zukunft. Im neuen Abenteuer der Blackwell-Macher regiert dieses Mal aber nicht die Technik, sondern der nackte Überlebenskampf in einer postnuklearen Gesellschaft. Wir haben uns durch die Wüste gerätselt. Hat es sich gelohnt?

Wasteland-Click-Adventure

Wadjet Eye Games hat ein Faible für dunkle Zukunftsszenarien. Nach Gemini Rue und Technobabylon verschlägt es das Indie-Studio diesmal in eine etwas andere Richtung. Auf düsteren Film noir und eine technologisch geprägte High-Tech-Gesellschaft folgt nun eine postnukleare Welt. Nach dem sogenannten "Großen Knall" übernehmt ihr die Rolle von Amy Wellard. Die Tochter eines ehemaligen Kfz-Mechanikers ist selbst eine talentierte Mechanikerin und schlägt sich bisher tapfer durch die raue, wüstenähnliche und lebensunfreundliche Welt.

In dieser Welt regiert vor allem die Angst. Angst vor der sich selbst ernannten Aristokratie, die den Fall der Gesellschaft nutzte, um an die Macht zu kommen und die das von ihnen als minderwertig angesehene Volk unterdrückt. Vor allem aber hat man Angst vor der grünen Lunge, einer seuchenähnlichen Krankheit, die als Folge des Großen Knalls sicher zum Tode führt, wenn man nicht regelmäßig mit Medikamenten gegen die Symptome versorgt wird. Da passt es, dass gerade die Aristokratie und im Speziellen das Ministerium für Gesundheit unter der Führung des gruseligen wie skrupellosen Tiberius dafür verantwortlich ist, die Medikamente zu verteilen. Während Mitarbeiter der Ministerien und systemnahe Freunde ohne Probleme versorgt werden, wird das gemeine Volk zu Lotterie-Jobs gezwungen. Wer diese gefährlichen Aufgaben für die Aristokratie ausführt, der bekommt eine Chance bei der nächsten Verteilungsrunde.

Shardlight

Eure Protagonistin übernehmt ihr mitten in einem dieser Lotterie-Jobs, denn auch Amy hat die grüne Lunge. Auf dem Weg zu einem kaputten Reaktor begegnet ihr allerdings einem tödlich verletzten Arbeiter, der euch auf eine Rebellionsgruppierung aufmerksam macht. Fortan seid ihr hin und her gerissen zwischen dem Glauben am System und der Hoffnung nach einem besseren Leben und werdet zu einem Spielball zweier gegenläufiger Bewegungen.

Tolles Design, wenig Dynamik

Wie gewohnt präsentiert sich auch das neueste Point-and-Click-Abenteuer von Wadjet Eye Games im wunderschönen Pixel-Art-Gewand. Die niedrige VGA-Auflösung von Shardlight hindert den Künstler Ben Chandler jedoch nicht, das Geschehen detailreich wie farbenfroh auf die Bildschirme zu zaubern. Jeder Hintergrund, jeder Charakter strahlt eine Dynamik aus, die durch die niedrige Auflösung eher an Charme gewinnt und den handgezeichneten Stil mehr in den Vordergrund rückt. Trotz der eher tristen Welt schafft es das Studio, die Orte abwechslungsreich zu gestalten. So wechseln sich orange-rote und braune Töne mit den leuchtend grünen Elementen der Radioaktivität ab. Dabei fällt vor allem der Kontrast zwischen den armen und heruntergekommenen Ecken der Stadt und den noblen Aristokratie-Gebäuden ins Auge.

Shardlight
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Patrik Nordsiek

Shardlight


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Patrik Nordsiek am 04 Apr 2016 @ 23:32
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