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Alone in the Dark: Review

  Personal Computer 

Nach den beeindruckenden Physikdemonstrationen durfte man mit Spannung auf die Veröffentlichung von Alone in the Dark warten. Ein in technischer und spielerischer Hinsicht vielversprechender Titel, keine Frage. Doch was uns Atari letztendlich mit der Verkaufsversion vorsetzt, hat ein Prädikat schon ganz sicher in der Tasche: Das enttäuschendste Spiel des Jahres.

Zwei Katastrophen

Wieder einmal muss die US-Metropole New York für ein Katastrophenszenario der übleren Sorte herhalten. Edward Carnby wird gerade in einem Gebäude von einigen zwielichtigen Typen verprügelt, als etwas unsagbar Böses in den Wänden auftaucht. Der lebendig gewordene Riss breitet sich blitzartig aus, lässt halbe Stockwerke einstürzen und Brände entfachen. Positiver Nebeneffekt: Carnby kann sich aus seiner Misere befreien und einen Fluchtversuch starten.

Schon der erste Spielversuch offenbart eine ganz andere Art von Katastrophe. Zuletzt hat uns wohl Tomb Raider: Angel of Darkness mit einer so schlimmen Steuerung gequält. Je nach Situation müssen wir zwischen Ich- und Schulterperspektive umschalten. Leider sind beide Varianten unabhängig vom Eingabegerät mangelhaft. Zocken wir mit Tastatur und Maus, verkommen die Szenen aus der dritten Person zu einem Manövrierwettbewerb für Schwertransporter. Nehmen wir das Gamepad zur Hand, fühlt sich die Ego-Ansicht zu träge und ungenau an. Die glorreiche Idee, einfach bei Bedarf zwischen beiden Geräten zu wechseln, funktioniert leider nicht, da wir immer nur einer der beiden Steuerungsmethoden Tasten zuweisen dürfen. Folglich bleibt uns nichts anderes übrig, als uns für das kleinere Übel zu entscheiden. Aber hey, das kennen wir ja schon von politischen Wahlen.

Crash! Boom! Bang!

Zumindest in grafischer und physiktechnischer Hinsicht wurde nicht zu viel versprochen. Von Beginn an lässt Alone in the Dark ein bombastisches Action-Feuerwerk vom Stapel, das jedem Hollywood-Film gerecht würde. So seilen wir uns in einem Fahrstuhlschacht ab und weichen brennenden Betontrümmern aus, die regelmässig herunterkrachen. Eine Gänsehaut garantiert auch die halsbrecherische Hangelaktion an der Aussenfassade des Gebäudes. Balkone stürzen herab und unten auf der Strasse explodiert ein Tanklaster. Die Druckwelle schleudert einen Pkw mehrere Stockwerke hoch und droht, Edward mit in die Tiefe zu reissen.

Toll, wie sehr die Physik in die Spielmechanik integriert wurde. Sie ist also nicht nur ein Stilmittel, sondern spielt bei Rätseln eine übergeordnete Rolle. Setzt ein Stromkabel ein wichtiges Metallgitter oder ein Gewässer unter Strom, müssen wir es geschickt mit einem herumliegenden Gegenstand beiseiteschaffen. Selbst Schuld, wer da ausgerechnet zu einem Eisenrohr greift. Ähnlich verhält es sich mit Feuer, das sich glaubwürdig in der Umgebung ausbreitet. Eine Tür ist verschlossen? Kein Problem, setzen wir sie doch einfach in Brand. Alternativ schiessen wir das Schloss kaputt oder rammen die Tür mit einem Feuerlöscher aus dem Rahmen.

Zombie-Steak, gut durch

Die Umgebungsinteraktion macht eigentlich eine Menge Spass, doch fühlen wir uns wegen der versauten Bedienung oft so, als würden wir einen Tollpatsch durch die Gegend steuern. Wir nehmen beispielsweise einen Feuerlöscher auf und wollen damit einen der Zombie-gewordenen Mitmenschen verprügeln. Dummerweise muss das Teil in der richtigen Position gehalten werden, damit Edward überhaupt einen Schlag ausführt. Dies bewerkstelligen wir mit seitlichen Mausbewegungen, was in ruhigen Momenten kein Problem darstellt. Doch in hektischen Situationen ist es einfach nur frustrierend, von einem Gegner schwer verletzt zu werden, weil Edward es nicht hinbekommt, mit diesem verdammten Feuerlöscher zuzuschlagen.

Alone in the Dark
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 27 Jun 2008 @ 19:21
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