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Alter Ego: Review

  Personal Computer 

Black Mirror-Schöpfer Future Games versucht zu alten Stärken zurückzufinden. Immerhin konnten die Tschechen mit ihrem letzten und eher ungewöhnlichen Werk Reprobates weder Fachpresse noch Zockergemeinde besonders überzeugen. Ob sich das mit dem neuen Mystery-Adventure Alter Ego ändert?

Im britischen Plymouth geschehen Ende des 19. Jahrhunderts bestialische Morde auf dem örtlichen Friedhof. Ob der nach der Beisetzung spurlos verschwundene Leichnam des gefürchteten Adeligen Sir William etwas mit den Verbrechen zu tun hat? Immerhin stand er schon zu Lebzeiten unter dem Verdacht, ein Serienmörder zu sein, und wurde von Bürgern und Presse wegen seiner angeborenen Pigmentstörung gerne als die Weisse Bestie betitelt.

Doch gehen wir einige Stunden zurück. Noch vor der Beerdigung Sir Williams legt ein Schiff am Hafen von Plymouth an. Ein Polizist nimmt den blinden Passagier Timothy Moor in Empfang, um ihn wegen Diebstahl ins Gefängnis zu begleiten. Timothy kann sich allerdings halbnackt sowie in Handschellen losreissen und im schmutzigen Hafenbecken verschwinden. In der örtlichen Kanalisation übernehmen wir die Kontrolle über den Antihelden, müssen ihm zunächst auf recht beschwerliche Weise zu neuen Klamotten verhelfen und die störrischen Metallfesseln loswerden. Danach heisst es, seinen alten Kumpel Brian zu finden, um mit ihm zusammen ein letztes grosses Ding zu drehen, mit dessen Erlös die beiden nach Amerika verschwinden könnten.

Natürlich machen ihnen die nächtlich geschehenen Morde einen Strich durch die Rechnung und rufen alsbald den zweiten spielbaren Hauptcharakter auf den Plan. Detective Briscol ist gerade frisch nach Plymouth versetzt worden und wird bei seiner Ankunft erst mal seiner Papiere beraubt. Der Kollege vom Innendienst erweist sich leider nicht als besonders hilfreich und verweigert die Herausgabe des Büroschlüssels sowie weiterer polizeilicher Dokumente, bis Briscol nachweisen kann, dass er der Neue ist. Nach einigen verbalen Auseinandersetzungen mit einer zickigen Hure und ihrem aggressiven Zuhälter erlangt er schliesslich doch seine Papiere zurück und steht beim Betreten seines Büros vor dem nächsten Schock. Sein Vorgänger hat Hals über Kopf den Dienst quittiert und einen chaotisch-zugemüllten Arbeitsplatz hinterlassen, den wir erst mal aufräumen dürfen. Kurz danach werden wir mit den Mordfällen betraut und müssen uns dank lahmer bürokratischer Mühlen vorerst ohne Dienstausweis in die Ermittlung begeben.

Diese kleinen Pechsträhnen, aber auch die Gedankenmonologe der Protagonisten machen Alter Ego sympathisch. Während Briscol von eher vornehmer Natur ist, keinen Arroganzfettnapf auslässt und sehr überlegt an die Spurenermittlung geht, übernimmt Moor die Rolle des lässig-sarkastischen Machos, der sich wegen seiner frechen Schnauze gerne mal ein paar Fausthiebe auf selbige einfängt. Trotz des derben Humors hat das Spiel auch seine gruseligen Momente, etwa bei der nächtlichen Friedhofserkundung und bei der Beweisaufnahme am Fundort der Leichen. Zu keinem Zeitpunkt wird jedoch die Gänsehautstimmung von Black Mirror erreicht.

Alter Ego
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 30 Mrz 2010 @ 06:58
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