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Mass Effect 2: Review

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BioWare lässt den nächsten Teil seines cineastischen Science-Fiction-Epos Mass Effect auf die Zockergemeinde los. Während bei den Rollenspielelementen Abstriche gemacht wurden, hat man das Kampfsystem erweitert und setzt auf deutlich mehr Action. Selten war die GBase-Redaktion in einer Wertungsdiskussion so gespalten. Lest die Gründe!

Handlung

Im spielbaren Intro wird das Raumschiff Normandy von einer bösen Alien-Rasse namens Kollektoren angegriffen. Dank Commander Shepard schafft es Steuermann Joker so gerade noch von Bord, bevor das Prunkstück der Allianz brennend und nahezu zerstört auf einem nahe gelegenen Eisplaneten abstürzt. Shepard hingegen verschwindet in den Weiten des Weltalls und stirbt. Game over, Endsequenz? Natürlich nicht. Eher das Ende vom Anfang. Zwei Jahre später erwacht der Held oder die Heldin - ihr habt wieder mal die Geschlechterwahl bei der Charaktererstellung - in einem Hightech-Labor des umstrittenen Grosskonzerns Cerberus, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Menschheit interstellar zu einer führenden Position zu verhelfen. Und weil Shepard mit seinen aussergewöhnlichen Fähigkeiten und Führungsqualitäten sehr gut ins Schema des Konzerns passt, hat ihn der namenlose Firmenchef - von allen nur der Unbekannte genannt - kurzerhand wiederbeleben lassen.

Mit sündhaft teuren Implantaten ausgestattet und von Operationsnarben übersät, soll sich Shepard nun in die Dienste von Cerberus stellen und die Kollektoren besiegen. Leichter gesagt als getan, ist der Unbekannte doch eine sehr zwielichtige Person, bei der Vertrauen schwerfällt. Da hilft es auch nichts, dass der Konzern die Normandy nachbauen und mit moderner Technologie erweitern liess. Stets muss Shepard wachsam bleiben und die Worte des Unbekannten genauestens auf die Waagschale legen. Und auch mit der grösstenteils von Cerberus gestellten Crew wird er anfangs nicht so recht warm. Das beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. Wenigstens sitzt in der Pilotenkabine des Schiffs ein bekanntes Gesicht. Joker kann es immer noch nicht fassen, dass Shepard wieder lebendig vor ihm steht. Und die neue Bord-KI EDI macht dem jungen Witzbold zu schaffen, weil sie ihm ständig in seine Arbeit hineinquatscht.

Wer den Vorgänger oder Dragon Age kennt, kennt BioWares Bestreben um ein filmreifes Spielerlebnis. Mass Effect 2 kann hier getrost als cineastisches Meisterwerk bezeichnet werden. Unglaublich lebensnah agieren die Charaktere, unfassbar vielfältig sind auch diesmal wieder die verschiedenen ausserirdischen Rassen gelungen. Ausdrucksstarke Augen, in denen man sich teilweise verlieren kann, gepaart mit einer Mimik und Gestik, die wirklich auf jeden Dialog passend abgestimmt wirken. Vorbei die Zeiten mit Gesprächen, in denen die Dialogpartner starr wirkten und Gesprochenes höchstens mit unbedarften Armbewegungen unterstrichen. Manch eine Szene in Mass Effect 2 wirkt animationstechnisch geradezu fotorealistisch. Das ist grossartig und wird nur manchmal von abgehackten Bewegungen oder einer unpassenden deutschen Sprachausgabe vermiest. Vor allem die mechanischen Geth wirken mit ihrem stotternden Sprach-Feedback vor der Zerstörung geradezu unfreiwillig komisch. Und nicht immer wird ein ernster Dialog emotional passend gesprochen.

Missionsdesign

Die Dialoge an sich stellen euch erneut vor moralische Entscheidungen - und das nicht zu knapp. Ihr dürft tiefer in Themengebiete eindringen, das Arschloch oder den Arschkriecher vom Dienst mimen und damit Punkte auf eurer Vorbild- oder Abtrünnigenskala verbuchen. Oftmals ergeben sich durch eure Entscheidungen neue Perspektiven bei Nebenmissionen. So könnt ihr etwa der Besitzerin einer Zwangsarbeiterin helfen, letztere weiterzuvermitteln, indem ihr einen Konzernvertreter belabert, der aufgrund der Firmenethik eigentlich keine Sklaven erwerben möchte. Oder ihr überzeugt die Besitzerin davon, ihre hiesigen Gesetze nach Lücken zu durchforsten, um der Arbeiterin die Freiheit zu schenken und gleichzeitig einen zufriedenstellenden Schadensersatz vom Staat zu erhalten. Auf anderen Planeten helft ihr einer zu Unrecht des Taschendiebstahls bezichtigten Quarianerin, indem ihr Zeugen befragt und Hinweisen nachgeht.

Mass Effect 2
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Daniel Boll


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Daniel Boll am 17 Feb 2010 @ 13:55
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