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Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen: Review

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An seine frühen Syberia-Erfolge konnte White Birds Productions mit Paradise und Sinking Island nicht anknüpfen. Mit Nikopol: Secrets of the Immortals wagt sich die französische Spieleschmiede erstmals an ein vorgerendertes Adventure im Myst-Stil und gleichzeitig an die Versoftung einer futuristischen Comic-Trilogie. Wir haben die englische Fassung getestet.

Totalitäre Zukunft

Künstler Nikopol lebt in einem abrissreifen Apartment innerhalb eines futuristischen Paris, in dem ein totalitäres Regime herrscht. Nur schwerreiche Menschen können würdevoll in einem hermetisch abgeriegelten Elite-Komplex leben. Der Rest vegetiert in den grossflächigen Ghettos der Stadt vor sich hin und ist der Willkür der staatlichen Exekutive ausgeliefert. Zu allem Überfluss erscheint eines Tages auch noch eine schwebende Pyramide über der Stadt. Horus, laut ägyptischer Mythologie eigentlich ein herzensguter Gott, will die Macht auf Erden an sich reissen. Nikopol ist dahingehend involviert, als dass sein verschwundener Vater irgendwie in diese Sache verstrickt zu sein scheint. Also macht sich der Sohnemann, verfolgt von Behörden und seltsamen Monsterwesen, auf die Suche.

Startpunkt ist das Apartment, doch werdet ihr im Verlauf U-Bahn-Stationen und Hochsicherheitsbereichen einen Besuch abstatten. Trotz für dieses Genre typischer 360-Grad-Sicht sorgen die Entwickler oftmals für eine ziemliche Hektik. Einige Rätsel müssen nämlich unter Zeitdruck gelöst werden. Als Beispiel sei hier nur die Flucht vor einem nervtötend grunzenden Monsterwesen genannt, das euch durch Nikopols Apartment verfolgt. Hierbei hechtet ihr von Raum zu Raum und müsst ständig dafür sorgen, dass Zugänge verriegelt werden und das Viech euch nicht schnappt.

Viel Hektik, wenig Komfort

Die 360-Grad-Rundumsicht ist generell nicht gerade für solcherlei Zeitdrucksituationen prädestiniert. Mühsam müsst ihr die Schauplätze nach teils winzigen Objekten absuchen, denn eine Hotspot-Anzeige existiert nicht. Doch vielleicht sind diese hektischen Stellen gerade deshalb so spannend. Zumindest anfangs, denn meist enden erfolglose Versuche mit dem Bildschirmtod. Begleitet wird das Ableben von oft zynischen Kommentaren seitens Nikopols, die gleichzeitig als kleine Hilfestellungen zur Lösung des jeweiligen Rätsels beitragen sollen. Diese Funktion wird aber nur selten erfüllt. Immerhin werdet ihr nach einem Tod kurz vor die Unglücksstelle zurückgesetzt.

Die Maussteuerung fühlt sich leicht zäh an. Kein Beinbruch, doch ist das auf Dauer schon recht unangenehm. Hinzu kommt, dass ihr euch mancherorts schnell in eine Sackgasse manövrieren könnt, die als solche dann aber nicht ersichtlich ist. In unserer Testphase hingen wir in einem Raum fest und standen buchstäblich auf dem Schlauch, bis ein Blick in eine Komplettlösung offenbarte, dass wir einen Raum vorher etwas hätten machen müssen. Ohne diesen Tipp wären wir bestimmt bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag in der Sackgasse verblieben. Es fehlen also allgemein deutlichere Hinweise oder wenigstens optional hinzuschaltbare Tipps für Einsteiger.

Einfallsreiche Rätsel

Abseits der Hektik gibt es aber auch ruhige Momente, in denen das Spiel sein volles Potenzial entfaltet. Dann nämlich, wenn ihr zu einem der zahlreichen Logikrätsel kommt. Es gilt etwa, eine Geheimtür zu öffnen, indem zunächst auf Basis einer Anleitung bestimmte Wand- und Bodensymbole passend zueinander positioniert werden. Danach muss eine verschlüsselte Botschaft dechiffriert werden. Da glühen die grauen Zellen, liebe Leser, das können wir euch versprechen. Nervig wird es wiederum beim Herstellen von Stromkreisen oder ähnlichen Puzzles, in denen dann jede Aktion eurerseits von einer Computerstimme bestätigt wird. "Bla Bla powered up", ertönt dann unablässlich aus den Lautsprechern. Wir waren nach zehn Minuten derart entnervt, dass wir den Ton erst mal abschalteten.

Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 09 Mrz 2009 @ 19:11
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