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Soldier of Fortune - Payback: Review

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Ein Raunen ging Mitte des Jahres durch die Spielergemeinde, als Activision Soldier of Fortune: Payback ankündigte. Statt Raven Software, setzte man die slowakische Spieleschmiede Cauldron an das Projekt dran, die bisher noch keine richtigen Hits abliefern konnte. Zu allem Überfluss sollte das Spiel zunächst im Mid-Price-Segment angesiedelt werden, erst zuletzt entschied sich der Publisher für einen Vollpreistitel. Wir haben keine Kosten gescheut und uns die ungekürzte Importversion des Spiels besorgt. Ist Payback ein würdiger Nachfolger oder eine Totgeburt?

Das schwarze Gold

Eine Öl-Pipeline soll durch China gebaut werden. Ein Vorhaben, das jäh scheitert, weil sich Zivilisten und Politiker querstellen. Ein dubioser Konzern will den Bau trotzdem mit allen Mitteln durchsetzen, geht notfalls über Leichen. Hier tritt die berüchtigte Geheimorganisation The Shop auf den Plan. John Mullins scheint allerdings in Rente gegangen zu sein, übernehmt ihr doch diesmal die Geschicke von Agent Thomas Mason. Euer erster Auftrag ist es, einen Diplomaten und Menschenrechtler zu schützen, der kurze Zeit später von einem eurer Partner ermordet wird. Somit weitet sich eure Mission auf die Hintermänner aus, die hinter der Tötung stecken und offensichtlich in den Pipeline-Bau verstrickt sind.

Schon in der ersten Mission wird klar, dass die Entwickler einige bewährte Elemente aus Soldier of Fortune II nicht berücksichtigt haben. So habt ihr etwa keine Möglichkeit, euch um Ecken zu lehnen. Unverständlich, da das Spielprinzip deutlich auf eine taktische Vorgehensweise ausgelegt ist. Stürmt ihr wie Rambo auf offenem Gelände auf eine Gegnertruppe zu, segnet ihr schnell das Zeitliche. Es ist ungeheuer wichtig, Deckungen zu nutzen, da ihr bei Bildschirmtoden zum letzten Kontrollpunkt zurückgeworfen werdet. Tatsächlich verzichtete Cauldron sogar auf die Integration einer manuellen Speicherfunktion. Das ist doppelt ärgerlich, weil die automatischen Speicherpunkte meist ungünstig platziert sind und ihr dadurch längere Abschnitte häufig nochmal absolvieren müsst.

Bossgegner auf Koks?

Erinnert ihr euch an den zugekoksten Bossgegner in Hitman 1? In Payback gibt es davon zuhauf. Schon der erste Obermotz schluckt 7.62 mm-Kugeln wie manch ein Russe Wodka, teilt aber im Gegenzug extrem starke Schusstreffer aus. Ein weiterer Punkt, wo eine Schnellspeicherung schmerzlich vermisst wird und Frust quasi vorprogrammiert ist. Es liegen ja nicht mal Medikits in den Levels herum, stattdessen färbt sich der Bildschirm je nach Schweregrad der Verletzungen rot. Um dem nahenden Exodus zu entgehen, müsstest ihr irgendwo in Deckung gehen und die Heilung abwarten. In einigen Situationen so gut wie unmöglich.

Trotzdem können wir dem Spiel einen gewissen Unterhaltungsfaktor nicht absprechen. Vor jeder Mission dürft ihr euer Waffenarsenal bestimmen, das im Spielverlauf stetig mit neuen Modellen bereichert wird. Die Wummen selbst können meist noch mit diversen Upgrades versehen werden, die etwa das Zoomvisier ändern, die Präzision erhöhen oder einen Granatwerfer als zweiten Feuermodus hinzufügen. Dank Ragdoll-Effekten macht es dementsprechend viel Spass, die treffsicheren Gegner aus ihren Deckungen zu sprengen, wenn die fehlende Lehnenfunktion auch das vorsichtige Vorgehen beträchtlich erschwert.

Gelungene Grafik

Cauldron setzt auf die hauseigene CloakNT-Engine, die schon in Shootern wie Chaser und GeneTroopers solide Leistungen ablieferte. Die aktuelle Version kann als durchaus konkurrenzfähig bezeichnet werden, zaubert sie doch Schauplätze mit hübschen Ausleuchtungen und detaillierter Flora auf den Bildschirm. Vor allem die Dschungel- und Wüstengebiete bei Tageslicht sehen klasse aus. Nutzer einer GeForce 8800-Grafikkarte müssen allerdings ärgerliche Grafikfehler auf Bäumen in Kauf nehmen, die erst mit dem aktuellen Patch behoben wurden. Ein Indiz, dass das Spiel nicht ausreichend vor dem Release getestet wurde. Immerhin ist diese Modellreihe doch weit verbreitet und hätte von der Qualitätssicherung abgedeckt werden müssen. Weiteres Ärgernis: Manche Widersacher scheinen über spezielle Wallhacks zu verfügen, können sogar durch Autokarosserien und Betonblöcke ballern. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Es handelt sich eindeutig um einen Programmfehler, und nicht um ein Material-Feature.

Soldier of Fortune - Payback
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 14 Dez 2007 @ 15:50
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