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Stranglehold: Review

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John Woo ist einer der Urväter des Bullet-Time-Effekts, verwendete dieses Stilmittel in seinen Filmen schon lange bevor Matrix und Max Payne das Licht der Medienwelt erblickten. Mit Stranglehold wagt der Star-Regisseur den Schritt in die Spielebranche und führt gleichzeitig die Handlung seines Filmhits Hard Boiled weiter. Wir haben den explosiven Action-Kracher getestet.

Star-Aufgebot

Wer Hard Boiled nie gesehen hat, dürfte von Inspektor Tequila auch zum ersten Mal hören. Der Hongkonger Polizist schert sich wenig um Dienstvorschriften, zieht lieber mit roher Gewalt gegen die Drogen- und Waffenmafia in den Krieg. In Stranglehold gerät er zwischen die Fronten mehrerer Verbrecherorganisationen. Er muss einerseits den Mord an einem Kollegen aufklären, andererseits seine Exfreundin samt Tochter aus den Händen der Gangster befreien. Im Film wurde Tequila von Actionstar Chow Yun-Fat verkörpert, der in virtueller Form nun auch in Stranglehold vertreten ist.

Bereits im Intro merkt man deutlich, dass ein erfahrener Regisseur mitgewirkt hat. Solch hollywoodreife Sequenzen werden im Spielesektor selten geboten. Dank Unreal-Engine 3 sehen die Charaktermodelle erstklassig aus. Jede Falte, jede Narbe, jeder Bartstoppel erscheint plastisch - in Nahansichten meint man gar, einzelne Hautporen erkennen zu können. In regnerischen Szenen seht ihr Wassertropfen auf Haut und Kleidung aufprallen und herunterlaufen. Publisher Midway sorgte für die passende deutsche Vertonung, verpflichtete Profi-Synchronsprecher für jeden noch so unwichtigen Charakter. Erinnerungen an Mafia: The City of Lost Heaven werden wach.

Geomod, das den Namen verdient

Wie oft wurden von zahlreichen Entwicklern schon dynamisch zerstörbare Spielumgebungen angekündigt? Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen. Tatsächlich ist Stranglehold aber eines der ersten Spiele, die wirklich von sich behaupten können, über eine beeindruckende Level-Zerstörbarkeit zu verfügen. Manch einer hat es in der spielbaren Demo schon erlebt: Ihr könnt Leuchtreklamen, Schilder und Klimaanlagen aus der Befestigung ballern und auf Gegner stürzen lassen. Ganze Baugerüste krachen spektakulär in sich zusammen und vergraben die Widersacher unter sich. Doch glaubt uns: Im Vergleich zu späteren Kapiteln - es gibt sieben an der Zahl - wirkt das Ganze wie eine müde Vorstellung.

Im Spielverlauf jagt ihr Dutzende von Holzhütten in die Luft, zersetzt Museumsinventar in seine Einzelteile und seid stets bemüht, eine sichere Deckung zu finden. Die Gegnermassen heizen euch nämlich mit Pistolen, Schnellfeuergewehren, Raketenwerfern und Handgranaten ein, dass selbst ein erfahrener Cop wie Tequila am liebsten sein Testament schreiben würde. Hinter Betonträgern, Steinstatuen und Autos wird euch nur kurz eine Verschnaufpause gegönnt, werden doch fast alle Objekte nach und nach vom Kugelhagel zerlegt. Beton zerbröckelt, Scheiben zerbersten, Holzfassaden brechen auseinander - teils kommen ganze Stockwerke heruntergekracht. Von den vielen Elektrogeräten, Möbeln und anderen Wertgegenständen wollen wir gar nicht erst anfangen. Der angerichtete materielle Schaden geht jedenfalls in zweistellige Millionenbereiche, wie euch am Ende jedes Kapitels eindrucksvoll in einer Statistik mitgeteilt wird.

Stranglehold
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 02 Okt 2007 @ 01:02
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