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The Book of Unwritten Tales: Review

  Personal Computer 

KINGArt ist kein unbeschriebenes Blatt im Bereich der Spielentwicklung. Die Bremer Firma unterstützt seit 2002 andere Spieleschmieden bei der Realisierung neuer Projekte. So steuert KINGArt unter anderem Konzept und Rätseldesign zum noch in Arbeit befindlichen Black Mirror 2 bei. Nebenbei werkelte das sechsköpfige Kernteam an seinem ersten eigenen PC-Adventure und holt damit zum Rundumschlag im Genre aus. So viel sei schon mal verraten: The Book of Unwritten Tales ist grossartig geworden!

Elfe, Gnom, Mensch - und ein lila Vieh

KINGArt entführt euch in eine schräge Fantasy-Welt, die von einem langjährigen Krieg gezeichnet ist. Die Schattenarmee unter der Führung einer monströsen Erzhexe macht den Elfen, Gnomen, Menschen und anderen Völkern zu schaffen. Ein weiser Gremlin namens MacGuffin entdeckt eines Tages in einem Buch Hinweise auf ein magisches Artefakt, das dem Besitzer den sicheren Sieg einbringen könnte. Natürlich weiss auch die Erzhexe von der Existenz des Artefakts und schickt ihren obersten Hexenmeister los, um es sicherzustellen und den Krieg für die böse Seite zu entscheiden. Das hätte auch fast geklappt, wären da nicht die hübsche Elfe Ivo, der pfiffige Gnom Wilbur, der ruppige, egoistische Luftschiffkapitän Nate und sein merkwürdiger Begleiter, ein pelziges, lilafarbenes Vieh.

In den Händen dieser vier Abenteurer liegt also das Schicksal der Welt. Keine so üble Auswahl, oder? Immerhin wurden andere Spielwelten schon von viel untalentierteren Helden gerettet, etwa Laienmagiern und Möchtegernpiraten. Anfangs ahnt Wilbur noch gar nichts von seinem bevorstehenden Abenteuer und langweilt sich als Kneipenaushilfe in seiner verschneiten Heimat, wo er von einem Leben als Held träumt. Bevor er vom Gremlin den wichtigen Auftrag erhält, das Artefakt zu beschaffen, muss er sich zunächst noch mit trivialen Dingen beschäftigen und etwa einen Kammerjägerroboter in Gang setzen, um lästiges Ungeziefer loszuwerden. Ja, richtig gelesen, in der Fantasy-Welt geht es durchaus fortschrittlich zu. Gnome glänzen mit fortschrittlicher Technik, während Menschen in Sachen Magie nicht gerade unbegabt sind.

Die Maussteuerung ist extrem simpel gehalten und funktioniert komplett über die beiden Standardmaustasten. Eine Ausnahme bildet lediglich ein Quick-Time-Event, der über die Pfeiltasten der Tastatur absolviert werden muss. Die meisten Schauplätze können auf Wunsch sofort via Doppelklick auf den Ausgang verlassen werden. In späteren Kapiteln ergänzen Landkarten, mit denen Ortswechsel sofort eingeleitet werden können, die Komfortfunktionen. Weniger schön ist die Tatsache, dass keine der Spielfiguren zum Sprinten animiert werden kann. Meist halten sich Laufwege zwar in Grenzen, doch wäre ein etwas höheres Schritttempo dennoch wünschenswert gewesen. Als echter Zeitkiller erweisen sich Animationssequenzen, die nicht unterbrochen werden können. Klickt ihr etwa ein Objekt an, um es zu untersuchen, kann die darauf folgende Laufsequenz nicht abgebrochen werden. Schade.

Einfallsreich, aber vorhersehbar. Ein Widerspruch?

Schon relativ früh fällt die überaus logische Gestaltung der Rätsel auf, die Genrekenner zu keinem Zeitpunkt vor arge Probleme stellen dürfte. Die Lösungen liegen nämlich oft direkt auf der Hand. Ein Sturzhelm ist vonnöten, aber nicht verfügbar? Okay, dann muss wohl der Kochtopf aus der Küche herhalten. Wilbur muss kurzzeitig sterben, um als Geist eine Aufgabe zu erledigen? Da wird doch der Tod sicher weiterhelfen können, der in einem Sumpfgebiet ein Arbeitslosendasein fristet, weil man in Adventures ja nicht sterben kann. Ist ein Gebiet mal nicht zugänglich, hilft ganz bestimmt ein Gespräch weiter, in dessen Verlauf dann die nötige Freischaltung erfolgt. Die Multiple-Choice-Dialoge sind genau richtig designt worden. Nicht zu lang, nicht zu kurz, aber immer mit einer gehörigen Portion Humor versehen. Dadurch macht jede Unterhaltung mächtig Laune und man ist nicht gezwungen, sich wieder und wieder durch identische Gesprächsthemen zu klicken, um ans Ziel zu gelangen. Super!

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Daniel Boll

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Daniel Boll am 15 Apr 2009 @ 00:03
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