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Batman - A Telltale Games Series: Special

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Entwickler Telltale Games hat die beliebte Batman-Marke lizenziert, um sie in sein Portfolio cineastischer Action-Adventures zu integrieren. Das Ergebnis ist seit 2. August 2016 in Form der Debütepisode von Batman: A Telltale Games Series spielbar. Im nachfolgenden Special werden wir alle fünf geplanten Folgen unter die Lupe nehmen.

Episode 1: Realm of Shadows

Gewissermaßen stellt das Debüt von Telltales Batman-Spiel gleich in mehrfacher Hinsicht ein Novum dar. Zunächst wäre da die Tatsache, dass die erste Episode mit einer Reihe von Problemen und Fehlern Aufsehen erregte. Manche Käufer klagten über Startschwierigkeiten, Abstürze, Showstopper und/oder desaströse Frameraten. Zwischenzeitlich besserten die Entwickler mit Patches nach. Auch wir stolperten im Verlauf über technische Ärgernisse. Trotz Oberklasse-PCs (Core i7-4771, 16 GB RAM, GeForce GTX Titan X, Samsung 840 Pro) gab es die eine oder andere Ruckeleinlage. Aus dem Kodexbildschirm, in dem Informationen über Charaktere und Schauplätze abrufbar sind, gab es zudem recht früh im Spiel kein Entkommen – wir mussten den letzten Spielstand laden. Dennoch hatten wir verglichen mit anderen Horrorberichten etwa im Steam-Forum wohl noch Glück.

Doch widmen wir uns nun dem eigentlichen Spiel: Die Story setzt zu einem Zeitpunkt an, an dem Bruce Wayne noch mit Oswald Cobblepot, dem späteren Pinguin, und Harvey Dent, den man auch als Two-Face kennt, befreundet ist. Wayne unterstützt Dent bei dessen Wahlkampf für das Amt des Bürgermeisters von Gotham City und macht nachts als Dunkler Ritter natürlich die Straßen sicher. Polizist Gordon ist noch Lieutenant – und Catwoman taucht erstmals in Gotham auf, um aus dem Büro des amtierenden Bürgermeisters eine Datendisc zu stehlen. Um den Inhalt dieser Disc, aber auch um eine mutmaßliche Verschwörung gegen die Wayne-Familie und die Machenschaften des Mafiabosses Falcone dreht sich die Handlung zu Beginn.

Stilistisch orientiert sich Telltales Batman an den cineastischen Action-Adventures aus selbem Hause, also etwa The Walking Dead und Tales from the Borderlands. Dialoglastigkeit, moralische Entscheidungen und Quick-Time-Event-Gefechte gehören dementsprechend zu den Grundzutaten. Ein paar spielerische Neuerungen gibt es dennoch. So untersuchen wir als Batman Tatorte, verknüpfen entdeckte Indizien (auf etwas unübersichtliche und unkomfortable Weise) miteinander und erhalten so einen zunehmend genaueren Überblick über die Geschehnisse, die sich zuvor abspielten. Dieser Ermittlungsaspekt ist erfrischend und halbwegs fordernd – etwas, was man aus ähnlichen Telltale-Abenteuern so bisher nicht kannte. Unterhaltsam ist zudem eine steuerbare Drohne, mit der wir einen Schauplatz auskundschaften und im Voraus festlegen, auf welche Weise und mit welchen Umgebungsobjekten wir sichtbare Widersacher ausschalten.

Die Gefechte sind exzellent in Szene gesetzt worden und machen der Batman-Marke alle Ehre. Mit Nahkampfmanövern, Baterang und anderen Hilfsmitteln prügelt der Held den Schergen virtuos das Böse aus dem Leib. Am liebsten würden wir dem Geschehen passiv folgen, doch müssen wir natürlich mit dem reaktionsschnellen Drücken angezeigter Tasten unseren Teil dazu beitragen, dass die Fledermaus nicht ihrerseits aufs Maul bekommt. Die Quick-Time-Events haben vergleichsweise an Komplexität gewonnen, erfordern nicht selten das Drücken mehrerer Tasten gleichzeitig. Für unseren Geschmack ist das Ganze fast schon zu hektisch geraten, da es wie beschrieben vom Treiben auf dem Bildschirm ablenkt. Gelungen finden wir wiederum die Verhöre von Kriminellen, die wir wahlweise im Schongang oder auf die harte, blutige, knochenbrecherische Tour durchziehen dürfen. Allerdings trafen wir kurz darauf auf Reaktionen anderer Charaktere, die nicht zur Verhörmethode passten. Hier könnte Telltale Games noch nachbessern.

Technisch stellt Batman tatsächlich eine sichtbare Evolution der Telltale-Engine dar. Umgebungstexturen wirken detaillierter und schärfer. Licht- und Schattenspiele heben die Atmosphäre an. Darüber hinaus scheint an der Mimik und Gestik der Charaktere gefeilt worden zu sein. Geschmackssache sind derweil die Synchronsprecher diverser Figuren. Der eine oder andere könnte etwa Batmans Stimme als etwas kraftlos empfinden. Die Sprachausgabe ist komplett englisch, allerdings gibt es deutsche Texte, die sich nicht nur auf Untertitel beschränken, sondern auch Zeitungsartikel umfassen. Plakate hingegen wurden nicht übersetzt. Außerdem sind manche Dialoge gar nicht oder nur englisch untertitelt.


Fazit von Daniel Boll
Telltale Games liefert mit der Debütepisode von Batman ein durchwachsenes Werk ab. Von technischen Problemen und einem eher gemächlichen Einstieg geplagt, entfaltet das Spiel aber im Verlauf der gut zwei Stunden sukzessive seinen Charme und zeigt sein großes Potenzial. Die Ermittlungs- und Drohnenelemente sind erfrischende Neuerungen, von denen ich mir mehr wünschen würde. Nächstes Mal sollten die Macher auch wieder mehr Zeit in die Qualitätskontrolle investieren.

GBase-Episodenwertung: 7.0

Batman - A Telltale Games Series
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Daniel Boll

 
Daniel Boll am 22 Sep 2016 @ 16:58
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