Diablo III: Special Rückblick auf die Serie
Knochenmänner vor den geschlossenen Augen!Die Skeletthorde war damals noch zu dämlich, direkt durch die Tür zu stürmen. Wer sich jedoch als Kämpfer frontal auf die Horde stürzte, hatte minutenlang zu tun, und es bedurfte einiger kleiner roter Heilflaschen, bevor der König endlich sein untotes Leben aushauchte. Ging man nach so einem längeren Klickgefecht direkt ins Bett, hatte man vor den geschlossenen Lidern noch eine Zeit lang die Skelette vor Augen, die den Bildschirm damals komplett füllten. Ein netter Effekt, der einen doch glatt vom Schlaf abhalten konnte.
Auch die Geräusche eines herunterfallenden Buches oder einer Schriftrolle, die ewig gleich blubbernden Töne eines Heil- oder Manatrankes, der aus einem zerschlagenen Fass purzelte, der monotone Klang eines ständig abfeuernden Bogens, die knarzende Öffnung einer Schatztruhe, und die stöhnenden Laute der Monstren konnten die stetig bleibende Motivation des Spielers nicht stören. Im Gegenteil: Sie waren Musik in den Ohren eines Diablo-Jüngers. Trotzdem war es regelrecht entspannend, wenn man zurück zur Oberfläche teleportierte und sich dort die Klänge der Gitarrenmusik wie ein wohliger Schauer auf die Ohrenhärchen legten. Spannung kam hingegen auf, wenn man die angespannte Gruselmusik, gepaart mit dem Schnauben des Butchers, zu hören bekam, wenn er nach "Fresh Meat!" verlangte und irre schnell mit seiner Schlachtaxt hinter dem Helden herrannte.
Dabei war das Spiel optisch selbst für damalige Zeiten gerade noch auf befriedigendem Niveau. Nicht wenige Fachmagazine sprachen seinerzeit sogar von einer Enttäuschung, was auch daran lag, dass die Levels zwar grösstenteils zufallsgeneriert, dennoch aber zu gleich aussahen. Man fühlte sich zwar wohl in der aus 16 Ebenen bestehenden düsteren Unterwelt, deren Stil regelrecht einen Gothic-Charme versprühte. Aufgespiesste Leiber, Blutlachen auf dem Boden, Pentagramme und Folterwerkzeuge - da fühlte man sich als Rollenspielfreund doch gut aufgehoben. Doch aufgrund der Texturen konnte man sich auch schnell sattsehen an den farbarmen, dunklen Dungeons. Machte aber gar nichts, denn sobald man das rote Kästchen für den Stufenaufstieg zu sehen bekam, erhielt jeder Mausheld eine neue Prise Motivation verpasst.
Je nachdem ob man als Krieger, Amazone oder Magier unterwegs war, wurden schnell die fünf Punkte auf Stärke, Magie, Geschicklichkeit oder Vitalität verteilt. Stufe 50 war das absolute Maximum, mehr ging nicht. Dafür war die Kleinigkeit von über 1 Millarde 130 Millionen Erfahrungspunkten notwendig. Wer da keine Maximalresistenzen auf Magie, Feuer und Blitzschaden vorweisen konnte, muss irgendetwas falsch gemacht haben. Die zahlreichen ausgebauten Spezialfähigkeiten und Zauber seien da noch gar nicht aufgezählt.
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