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Tales of Monkey Island: Special

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The Trial and Execution of Guybrush Threepwood

Böse Morgan - nachdem sie zusammen mit und letztlich nur dank unseres Möchtegernpiraten aus dem Inneren einer Riesenseekuh entkommen konnte, führt sie ihren Auftrag für den fiesen Marquis De Singe doch noch zu Ende und bringt Guybrush zurück nach Flotsam Island. Dort muss De Singe jedoch schnell wieder von ihm lassen, sackt ihn doch eine wütende Meute von pockeninfizierten Piraten ein, um ihn für diverse Straftaten hängen zu sehen. Folglich handelt ein Grossteil der Episode - und so lässt es der Titel ja schon vermuten - von dem Gerichtsprozess gegen Guybrush.

Weil der Piratenkodex keinen Pflichtverteidiger erlaubt, muss sich Guybrush wohl oder übel selbst vertreten. Keine leichte Aufgabe, denn er hat einen starken und nicht minder pfiffigen Gegner. Niemand Geringerer als das kaufmännische Multitalent Stan will als Vertreter der Anklage dafür sorgen, dass Guybrush für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Telltale Games hat Stan recht gut in die dritte Dimension gerettet, vor allem seine karierte Jacke hat Augenkrebspotenzial wie noch nie. Nebenbei betätigt sich der wandelnde Grafikfehler natürlich wieder als zwielichtiger Verkäufer.

Dass die vierte Episode wieder an altbekannten Schauplätzen spielt - Flotsam Island bei Nacht -, ist natürlich weniger erfreulich. Mit dem Gerichtssaal und dem Club 41 laden aber immerhin zwei neue Örtlichkeiten zum Erkunden ein. Rätseltechnisch ist diese Episode die bisher knackigste, was durchaus begrüssenswert ist. So quälen wir den armen Guybrush mit der schärfsten Paprikaschote der Welt, müssen La Esponja Grande innerhalb einer originellen Rätselreihe zu ungeahnten Voodookräften verhelfen und eine Reihe von Zeugen vor Gericht blossstellen, indem wir Beweise fälschen.

Vielen Fans dürfte sauer aufstossen, dass Telltale Games die Handlung in Richtung einer Tragikomödie lenkt. Noch nie gab es so grimmige, ernste, tragische und traurige Szenen in einem Monkey Island-Spiel. Liebe Entwickler, das gefällt uns überhaupt nicht. Es passt so gar nicht ins Schema des abgedrehten, stets gut gelaunten Humors der Adventure-Reihe. Doch keine Sorge, es gibt weiterhin genug Grund zum Lachen: Pockenbedingte Ausraster, irrwitzige Grimassen und allerlei dreiste Aktionen auf Kosten anderer entlocken mehr als einmal Schmunzler und Lacher.

Fazit von Daniel Boll
Argh, wer um Guybrushs willen kam bei Telltale Games bloss auf den hirnrissigen Gedanken, aus Monkey Island eine melodramatische Seifenoper zu machen? Bei manch einer tragischen Szene traute ich erst mal meinen Augen nicht - ein ernster, rachsüchtiger Guybrush? Nein, liebe Entwickler, bei aller Sympathie, aber hier geht ihr eindeutig zu weit. Ich kann nur hoffen, dass das ein einmaliger Ausrutscher war. Monkey Island steht für Spass, Irrwitz, abgedrehte Rätsel. Für Sarkasmus und übertriebenen Zynismus. Da ist einfach kein Platz für rührselige Szenen, zumal ich Guybrush eine solche Betroffenheit auch nicht abkaufe. Dafür kenn ich ihn zu gut aus früheren Teilen.

Zum Glück bietet The Trial and Execution of Guybrush Threepwood aber grösstenteils weiterhin gewohnte Affeninselkost. Über vier Stunden halten die knackigen Rätsel diesmal bei Laune. Und dank herrlich schrägen Einfällen und köstlichen Animationen gibt es auch diesmal wieder genug zu lachen, wenn die Charaktere ausrasten, Grimassen ziehen oder in turbulente Situationen geraten.

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Daniel Boll am 19 Dez 2009 @ 05:43
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