Deus Ex - Human Revolution: Preview
Hack dich schlauDer Spieler kann sich mit dem Rücken an Wände stellen und an der Ecke hervorlugen. Dabei wechselt die Sicht von der Ego- in eine Third-Person-Perspektive. Hinter vielen Kisten kann man zudem in Deckung gehen und sich von einem schützenden Objekt zum nächsten fortbewegen. Kniend ist man wiederum doch sehr langsam, dafür ganz schön unauffällig. Wer aus der Deckung schiesst, verschwendet vor allem Munition, zwingt aber auch die KI dazu, ihr eigenes Magazin leerzuschiessen, wodurch man sich selber wiederum etwas Zeit verschaffen kann. Vor Kameras sollte man sich in Acht nehmen, und bald ist auch klar, dass der direkte Weg oftmals nicht der beste oder gar der einfachste ist. Versteckte Lüftungsschächte führen den Spieler manchmal ebenfalls mitten ins Geschehen - ungesehen. Wer nicht nur den Anführer der Geiselnehmer aufspüren, sondern auch die Geiseln retten will, sollte also die Augen offenhalten. Erkundung zahlt sich aus.
Manchmal ist es aber aufgrund der vorherigen Vorgehensweisen auch nicht immer möglich, gewisse Dinge so zu erfüllen, wie man sich dies vorstellt. Für Aktionen erhält der Spieler nämlich Erfahrungspunkte, und die kann er wiederum in die Verbesserung der eigenen Implantate investieren. Mit starken Armen kann man Kisten stapeln und so über Hindernisse klettern. Mit starken Beine kann man hingegen höher springen und zum Beispiel die Feuerleiter erreichen. Wer ganz einfach die Tür benutzen will, hat mit einem aufgerüsteten Hackingtool seine Vorteile, und wer dann noch den richtigen Gegner abmurkst, kann diesem manchmal auch direkt den Code abnehmen. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger die Herangehensweise, desto mehr Erfahrungspunkte erhält der Spieler, jedoch oftmals nur für ausgeführte Aktionen. Dies bedeutet, geduldiges Vorbeischleichen ist nicht gerade eine lukrative Art, sich fortzubewegen. Dennoch, der Spieler hat viele Freiheiten, an das Spiel heranzugehen. Manchmal hilft sogar ein mitfühlendes Gespräch, um zum Ziel zu gelangen.
Von berauschender Atmosphäre und leblosen FigurenWas die interessanten Zwischensequenzen grafisch versprechen, kann das Spiel, zumindest in der vorliegenden Vorschauversion, leider nicht halten. Schwache Texturen, hölzerne Animationen und wenig Detailreichtum kennzeichnen Human Revolution. Ein kleiner Minuspunkt in Anbetracht des heutzutage Möglichen. Dabei hat man sich beim Versuch, die Welt mit Leben zu füllen, ja durchaus Mühe gegeben. Passanten halten für einen kurzen Schwatz, Prostituierte bieten ihre Dienste an, und Punks pinkeln in der Öffentlichkeit - dennoch wirkt alles irgendwie leblos.
Den grossen Pluspunkt verdient sich das Spiel aber mit einer riesigen Überdosis Atmosphäre und einer packenden Geschichte. Matte Farben, die Sonne kurz vor dem Untergehen, leuchtende Reklamen, Hochhäuser mit spiegelnden Fassaden - zu einem grossen Teil inspiriert durch Ridley Scotts Blade Runner, ein Traum für Science-Fiction-Fans. Dazu kommt eine umfassende Story, die sich erst im Verlauf der Geschichte entfaltet und den Spieler immer weiter in die Welt von Deus Ex eintauchen lässt. Es ist eine Zeit, in der sich eine Mehrklassengesellschaft bildet, in der mächtige Konzerne auf dem Kopf der Armen tanzen, Aussenseiter zu Anführern werden und umgekehrt. Wer sich die Zeit nimmt und E-Mails und Zeitungen liest, Schreibtische durchwühlt und sich mit den Passanten unterhält, der bekommt unglaublich viele Informationen über die Welt von Deus Ex. Es ist das komplexe Bild einer dystopischen Gesellschaft, in der Abhängigkeiten der Menschen erzwungen werden.
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