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Dark Souls III: Review

  Playstation 4 

Seit einigen Wochen nun wird wieder fröhlich gestorben. Dark Souls III soll nicht nur die Klimax der Reihe sein, sondern auch deren endgültiger Abschluss. Trauerspiel oder Abschiedsgala? Wir haben den Titel von From Software hoch und runter gespielt.

Es war einmal ...

Hach, Dark Souls III. Der Irrtum fängt schon beim Namen an. Denn dieser offiziell dritte Teil ist der vorläufige Endpunkt eines Subgenres, welches mit King's Field auf der ersten PlayStation seine Geburt erlebte, sich mit Demon's Souls auf der PlayStation 3 vom japanischen Nischentitel zum Phänomen aufschwang und dessen Ableger Bloodborne Sony-Jüngern auf der PlayStation 4 das Metzeln und Sterben in Fantasy-Gefilden besonders schmackhaft machte.

Gemein ist den Spielen, dass sie bockschwer sind. Wo wir beim nächsten Irrtum wären: Dark Souls und Co. sind schwierig, ja. Aber nie unfair, und darin liegt eine Besonderheit. Jedes Mal, wenn ihr virtuell ablebt, wisst ihr, warum. Mal zu schnell vorgeprescht, die Deckung vernachlässigt, möglicherweise kurzzeitig nicht hochkonzentriert – all dies endet im Tod. Denselben Fehler macht ihr gewiss kaum ein zweites Mal, darin liegt ein weiterer Reiz der Reihe. Belohnt werden jene Spieler, die vor- und umsichtig durch finstere Gemäuer und ausladende Landschaften pilgern, sich vorab ihre Strategien zurechtlegen und das Glück nicht überstrapazieren. Gerastet wird zwischendurch an lodernden Lagerfeuern, die für einen kurzen Augenblick Sicherheit garantieren (und nicht nur vortäuschen) und alle wichtigen Vorräte wieder auffüllen. Alle anderen – die wilden, ungeduldigen Zockernaturen – werden sich womöglich an Dark Souls III die Zähne ausbeißen. Vielleicht ist das dann auch die Klientel, die es nicht nur herausfordernd, sondern bockschwer findet.

Let the Flames begin

Schon das Intro zeigt die Gnadenlosigkeit der Fantasy-Welt Lothric. Pilger schleppen sich im hohen Norden des Königreiches durch den Schnee, einige von ihnen brechen zusammen, während der Rest immer weiter und weiter wandert, scheinbar ohne Ziel. Doch es gibt ein Ereignis, auf das diese armen Seelen warten: Die Rückkehr der ersten Flamme, die dieses allzu harte Leben am Rande des Todes durch eine neue, leuchtende Zukunft ersetzt. Blöd nur, dass es nicht reicht, mal schnell Feuersteine aneinander zu kloppen und die Hände über die Glut zu halten. Stattdessen verlangt die Entzündung des ersten Feuers nach fünf Herrschern Lothrics, die in einem festgelegten Ritual jene erste Flamme entzünden und bändigen müssen. Bis dahin herrscht Chaos allerorten, und dies zu ändern, obliegt euch, dem oder der Auserwählten – sagt der letzte verbliebene Fürst im Feuerband-Schrein.


Taktisch und anders als zuvor

Also zieht ihr los, um vier der fünf Herrscher zu suchen und wieder im Schrein zu platzieren. Der Weg bis dahin ist lang und beschwerlich. Denn zunächst seid ihr kaum mehr als eine klägliche, untote Seele, die ihrem Sarg entsteigt und sich gegen unzählige andere Dahinrottende zur Wehr setzen muss – mit bescheidenen Mitteln zu Beginn. Eine miese Rüstung und schwächliche Nahkampfwaffe sind die einzigen Utensilien, derer ihr euch anfangs bedient. Die Charaktererstellung verläuft serientypisch und bietet vom schlagkräftigen Ritter und verschlagenen Pyromanten über die agile Assassine bis zum durchweg benachteiligten Bettler alle bekannten Klassen der Vorgänger. Und ganz anders als in vielen RPG-Konkurrenzprodukten ist die Karriere als Weltenretter nicht vorgezeichnet. Im Gegenteil: Dark Souls III verhöhnt euch. Von Anfang an. Eine miese Rüstung, ein brüchiges Nahkampfutensil – viel Erfolg! Schon die ersten Kämpfe verkommen zu einem Tanz auf Messers Schneide, zu einem Ballett zweier ebenbürtiger Kombattanten. Den Stich zu früh oder spät gesetzt – tot. Einfach mal blindlings durchs Startgebiet gelatscht – tot. Die falsche Abkürzung genommen – tot. Die Spielregeln sind eindeutig: Der Rest der lothrischen Welt gegen euch kleines Gewürm. Nur mit viel Ausdauer und Beharrlichkeit sammelt ihr Seelen, investiert diese in bessere Ausrüstung und neue Stufen und mausert euch zum passablen Recken. Sobald ihr den ersten größeren Gegner gelegt und weitere Gebiete erschlossen habt, wird Dark Souls III angenehmer, wenngleich nie zum Spaziergang. Bis hierhin könnte Dark Souls III eine Download-Erweiterung für den Vorgänger sein, die Veränderungen stecken zunächst im Detail. Ein Wiedersehen gibt es mit Fußtritten und dem Glückswert in der Charakterdatei. Mit Ersteren verabschiedet ihr unliebsame Zeitgenossen in den Abgrund, Zweiterer sichert euch bessere Beute. Gestrichen wurden dafür die nur zeitlich begrenzt lodernden Fackeln und diverse Kräuter, die eure Treffer- und Magiepunkte auffüllen. Diese Funktion übernehmen nun ausschließlich Estus-Flakons, die es in zwei Ausführungen gibt. Eine für die Lebensleiste, eine für den Vorrat an Mana, um Zauber wirken zu können.

Dark Souls III
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 01 Jun 2016 @ 19:09
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