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Madden NFL 17: Review

  Playstation 4 

Als älteste Sportspielserie im EA-Aufgebot hat Madden schon aus Altersgründen einen Kultstatus inne. Also zumindest auf der anderen Seite des großen Teiches. Hierzulande war American Football viele Jahre eine Nischensportart, von der kaum jemand Notiz nahm. Dank Engagement diverser Free-TV-Sender und zunehmender Berichterstattung seitens etablierter Medien mausert sich das muntere Tackeln zu einem Phänomen, von dem man zumindest mal gehört haben sollte.

In kleinen Schritten Richtung Perfektion

Dementsprechend werden die Sportspielveröffentlichungen mit Titelgeber John Madden jedes Jahr erneut von einer Schar eingefleischter Fans herbeigesehnt. Während die PlayStation-4- und Xbox-One-Premiere von 2013 ein Graus war – geschuldet vor allem dem geringen Spielumfang –, steigerte sich die Qualität der Titel von Jahr zu Jahr. 2015 konstatierten wir, dass die Perfektion fast schon erreicht sei. Und dieses Jahr? Formulieren wir es so: Tiburon, Entwickler der Reihe, gab sich Mühe, den Update-Fluch des Sportspielgenres abzustreifen. Zwar sind es noch immer viele Kleinigkeiten, die sich gegenüber der Vorjahresausgabe änderten, große Baustellen wie eine komplett neue KI oder eine wesentlich lebendigere Präsentation machte man dann aber doch besser nicht auf. Schließlich hasst der Alljahres-Fan nichts mehr als radikale Brüche in seinem geliebten Franchise.

Was blieb, ist zunächst die Grafikroutine. FIFA setzt bekanntermaßen auf DICEs Spiel-Engine Frostbite 3, Madden 17 bedient sich dagegen (noch?) des mittlerweile acht Jahre alten Ignite-Motors, der nach wie vor seinen Dienst verrichtet, die Konsolen der aktuellen Generation aber nicht ans Limit bringt. Das Positive daran: Man kann sich den Details widmen. Die Animationen wirken geschmeidiger, die Kollisionen werden akkurat berechnet, Slowdowns und Tearing tauchen kaum auf – nur sehr selten versinkt ein getroffener Spieler zur Hälfte im Gras oder verschmelzen zwei Spieler während eines Tacklings zu einem obskuren Mischwesen. Das ist erfreulich. Weniger schön allerdings ist es, dass der Einmarsch ins Stadion, Halbzeitfeten und der Jubel der Athleten auch aus den ersten dramaturgischen Gehversuchen eines 3D-Max-Nutzers stammen könnten. Den Pomp und die Wucht eines 2K-Sportspiels erreicht Tiburon nicht, versucht es aber auch nicht.

Ohrenschmaus mit Bonusversprechen

In einer eigenen Liga spielt die Akustik, hauptsächlich dank der treibenden Rhythmen, die aufgrund der umfangreichen Musiklizenzierung aus den Lautsprechern dröhnt. Bei Country und Rock haben es die Designer nicht belassen, fast alle Geräusche auf dem Feld wurden ausgetauscht. Das satte Scheppern der Rüstungen beim Aufprall und der ausgelassene akustische Jubel der Fans sind toll. Ein echtes Highlight sind die englischsprachigen Kommentatoren, die sich als Duo regelrecht die Bälle hin und her werfen. Zotig wird es selten, kluge Analysen zum Spielgeschehen und einige versteckte Hinweise auf die gewählten Taktiken ziehen euch direkt in die Taktikebene dieser Sportart, die wie kaum eine andere vom Detailwissen einzelner Züge profitiert. Versprochen werden für Madden 17 künftig neue Audiopakete, die über die reguläre Saison hinausgehen sollen. Sollte EA dies einhalten, ginge der Publisher einen neuen Weg, den so noch kein Sportspielverlag eingeschlagen hat.

Madden NFL 17
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 11 Nov 2016 @ 17:15
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