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Metal Gear Solid V - The Phantom Pain: Review

  Playstation 4 

Was für ein Hundeleben. Snake alias Big Boss erlebte als Spielball des aufziehenden Kalten Krieges der 1960er-Jahre die schlimmsten Seiten des Menschseins, das war in Snake Eater. Als idealistischer Kämpfer für den Westen losgezogen, war er nach Ende seines Einsatzes im russischen Dschungel ein Wrack, körperlich wie seelisch. Seine markante Augenklappe trug er die nächsten Jahrzehnte, kämpfte sich in Portable Ops durch die Tropen und legte im Mobil-Ableger Peace Walker schließlich den Grundstein seiner fraktionslosen Eingreiftruppe Militaires Sans Frontières (kurz: MSF), die von einer Basis auf den Weltmeeren aus operierte. Der "Traum" einer Eingreiftruppe, die den Machtblöcken in Ost und West Einhalt gebieten würde, endete mit dem Untergang der Mother Base im Prolog zu Metal Gear Solid V. Auf den Angriff folgten neun Jahre Koma, in denen sich die Welt weiterdrehte, Snake aber – körperlich durchaus geschwächt – ganz der "Alte" blieb.

Koma-Chamäleon

Nachdem Snake auf der Intensivstation eines zypriotischen Krankenhauses aufwacht, überschlagen sich die Ereignisse. Das Hospital wird von einer unbekannten Eingreiftruppe heimgesucht, die Patienten erschossen; zudem verbreiten ein in Flammen stehender Hüne und ein sporadisch auftauchender Knabe im Zwangsjackengewand ihre Schrecken.

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain

Nach geglückter Flucht wird Snake vom alten Weggefährten Revolver Ocelot nach Afghanistan geleitet, wo er nicht nur alte Kameraden zu befreien versucht. Nein, auch das Wohl der Welt steht auf dem Spiel – und diese kaputte Erde braucht die unabhängige MSF.

Abschied und Aufbruch

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain ist ein bemerkenswertes Spiel, und das schon deshalb, weil es Hideo Kojimas Abschiedsgala bei Konami ist. Weshalb der MGS-Schöpfer sich nach mehr als zwei Jahrzehnten mit seinem Arbeitgeber verkrachte, sei hier außen vorgelassen. Neben dem Gefühl eines endgültigen Abschieds ist aber auch das Neue vorherrschend – MGS V setzt nicht auf den cineastischen Bombast der Vorgänger und hält dafür den spielerischen Gehalt äußerst niedrig; nein, es ist umgekehrt. Das beginnt schon mit der Gestaltung des Afghanistans der 1980er-Jahre. Statt einem Schlauch zu folgen und hier und da nach rechts oder links abzubiegen, um Gegner zu umgehen, werdet ihr schlicht in einer offenen Welt platziert und seid fortan auf euch allein gestellt.

Metal Gear Solid V - The Phantom Pain

Einerseits toll, andererseits auch wahnsinnig entnervend, da Snake in den ersten Spielstunden auf allerlei Hilfsmittel verzichten muss und die spielerischen Entfaltungsmöglichkeiten unendlich sind. Die simple Mission, anfangs in das denkbar kleinste Kaff im staubigen Nirgendwo einzudringen und dort nach Infos zum Verbleib des Snake-Vertrauten Kazuhira Miller zu suchen, ist für sich genommen ein Kinderspiel. Wenn, ja, wenn da nicht die Planlosigkeit wäre, wie diese Aufgabe anzugehen sei. Es bleibt euch überlassen, ob ihr mit Waffengewalt alles niedermäht, was sich euch in den Weg stellt, die Wachen umgeht, sie mit einem Schuss aus der Betäubungspistole niederstreckt oder versucht zu verhören. Mies: Der Krieg der Sowjetarmee in Afghanistan ist nicht greifbar – keine Zivilisten, keine Spuren eines Konflikts, somit bleiben die karge Landschaft und die verfallenen Dörfer Geisterkulissen ohne Leben.

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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 06 Okt 2015 @ 06:39
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