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NHL 17: Review

  Playstation 4 

San Jose gegen Pittsburgh – das Duell der Stanley-Cup-Finalteilnehmer ist eine perfekte Eröffnung eines Spiels wie NHL 17 aus dem Hause EA Sports. Klar, einen Kracher wie bei NHL 13, als man unter freiem Himmel zum Neujahrs-Puckschubsen lud, wäre auch toll gewesen. So aber dürfen wir noch einmal den größten Moment der jüngeren NHL-Geschichte nacherleben.

NHL 17 – und das wird schnell klar – hat sich verbessert, verglichen mit seinem direkten Vorgänger und den zwei missratenen Teilen zuvor. Da wären die beiden Kommentatoren, die euch zum eben erwähnten Finale herzlichst begrüßen und jede Szene des Spiels kenntnisreich und variabel mit passenden Sprüchen und Analysen untermalen.

Dass die meisten Beiträge zur Situation passen, ist einerseits eine klare Steigerung gegenüber den Vorjahren, in denen das Duo am Mikrofon teils hanebüchenen Blödsinn laberte, der schnell eine merkwürdige Komik entwickelte. Ihr habt zurückgelegen – die beiden sahen euch im Vorteil. Ein unfaires Foul? "Grandios!" Andererseits sind der Pointenreichtum und die detaillierte Analyse insofern überraschend, als dass NHL 17 spielerisch einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat.

Realistische Spielzüge, komplizierte Steuerung

Die Spieler auf dem Eis skaten nun nicht mehr wie in besten NHL-Blitz-Zeiten, sondern brauchen einen oder zwei Schritte, ehe sie Tempo aufgenommen haben und sind selbst bei vollem Tempo etwas genügsamer unterwegs als früher. Wichtiger als Einzelaktionen, die zu einem Tor führen können, ist deshalb das Zusammenspiel des Teams, um den Gegner zu dominieren. Auch hier stellten die Entwickler die Schrauben etwas nach. Die Mannschaft verschiebt besser, schließt Räume effektiver ab, spielt Pässe offen oder riskiert auch mal etwas, wenn sie in argen Rückstand geraten ist. Die größten Veränderungen erlebt ihr in der Defensive, wenn die Verteidiger ihre wuchtigen Körper in den Gegner schieben, um diesen am Abschluss zu hindern. Schlimmer noch, blockieren sie oftmals die Pässe in die Spitze oder den Stürmer als Anspielstation im Mittelfeld – dann seid ihr zunächst damit beschäftigt, euch zu lösen, ehe ihr weiter Richtung Torerfolg drängt. Nur selten wird der Spielaufbau chaotisch – und dies meist nur dann, wenn ihr die Steuerung noch nicht komplett verinnerlicht habt.

Denn diese ist für Einsteiger tatsächlich ein Ärgernis. Bewegt werden die Spieler mit dem linken Stick – logo. Über den rechten Analogstick kontrolliert ihr die Schussrichtung, wenn ihr im Angriff seid. In der Verteidigung werden hierüber Checks ausgelöst oder das Hölzchen in die Flugbahn des Pucks gehalten. Im Zusammenspiel mit den Schultertasten checkt ihr, zettelt eine Prügelei an oder dosiert die Schusskraft. Kompliziert? Ja! Intuitiv? Keineswegs! Letztlich ist diese Steuerung ein Zugeständnis an die Komplexität des Sports – solltet ihr damit überfordert sein, dürft ihr ein Steuerungsschema wählen, das einige der Aufgaben selbstständig übernimmt oder gar auf zwei Tasten reduziert ist – wie beim Urahn NHL 94.

Bei der Präsentation hinter der Konkurrenz

Das Teamverhalten ist also nahezu tadellos, die Steuerung wird zumindest dem Sport gerecht. Wie schaut es aber in den Königsdisziplinen – Präsentation und Umfang – aus? Die schlechte Nachricht zuerst: An die NBA-2K-Serie reicht NHL auch dieses Jahr nicht heran. Obwohl sich das Entwicklerteam bemühte, den Stil einer Live-Übertragung zu perfektionieren, kommt keine echte Stimmung auf. Mag daran liegen, dass die Schalte in die Kommentatoren-Kabine zu sehr aus dem Geschehen auf dem Eis herausreißt oder das Spiel mit wenigen, sehr undynamischen Kameras versucht, authentisches TV-Feeling zu transportieren. Und darin liegt nach wie vor das Problem. NBA 2K bricht mit solchen Regeln – wilde Fahrten, Schnitte, bunte Einspieler, fetzige Soundtracks, Interviews an der Seitenlinie, ein Publikum, das regelrecht mitgerissen wird! NHL hingegen hat Maskottchen (die weniger gruselig als im Vorjahr sind) und unzählige kleine Details, die eingefleischten Fans auffallen dürften, Neueinsteiger aber kaltlassen.

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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 14 Okt 2016 @ 08:34
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