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RIDE 2: Review

  Playstation 4 

Ach RIDE! Als vor gut eineinhalb Jahren Milestones Motorradspektakel aufschlug, waren wir angetan – und griffen dann doch auf einen Kurztest zurück. Zu unspektakulär war die Präsentation. Zu generisch die Rennen, die zudem an einer unausgegorenen Gummiband-KI und laschem Fahrgefühl krankten. Wer soll damit arm werden?

Eineinhalb Jahre nach dem Debüt also Teil 2. Und was sollen wir sagen: Es ist ein komplett anderes Spiel, das mit seinem Vorgänger höchstens noch den Namen teilt. Und die Passion für Motorräder.

Neustart für den Anschluss an die Weltklasse

RIDE 2 setzt sich dabei gekonnt zwischen die Stühle von GRID und Tourist Trophy. Mit Codemasters' PS-Zirkus hat Milestones Rennsimulation die stilsichere Präsentation gemein. Gedämpfte Schriftfarben, schnörkellose Fonts, helle Flächen und edle Einblendungen der Hauptdarsteller – sprich: der Motorräder – wären eine Vorlage für den nächsten Ducati-Prospekt oder BMWs neue Webseite. Anleihen an Tourist Trophy sind insofern zu erkennen, als dass es die Entwickler nicht dabei beließen, einfach die hochgezüchteten Rennmaschinen und Prototypen zu integrieren – da könnte ja jeder MotoGP-Titel kommen! Man fokussiert sich nicht nur auf eine Klasse, sondern eine ganze Bandbreite an motorisierten Zweirädern, die gesammelt und ausgefahren werden wollen. Motocross-Maschinen finden sich ebenso wie einige Chopper, klassische Straßen- und Rennmaschinen wie auch wenige Prototypen. Insgesamt gaben 20 Hersteller von Aprilia über BMW, Mr Martini und Suzuki bis Yamaha ihren Segen für virtuelle Ausfahrten auf ihren insgesamt 190 verschiedenen Bikes – dass Kultmarken wie Harley-Davidson, Suter oder MZ fehlen, schmerzt dennoch. Hier lässt sich Milestone die Möglichkeit offen, diese Motorräder per kostenpflichtigem DLC nachzuliefern.



Bei der Masse an Bikes beließen es die Entwickler nicht und spendierten passend 30 Strecken, die größtenteils als Lizenznachbauten ins Spiel Eingang fanden. Das japanische Sportsland Sugo ist in der Auswahl, auch die nordirische Internationale North West 200 hat es auf die Blu-ray geschafft. Highlight, wie so oft, ist die Nordschleife, die ihr allerdings nicht in der VLN-Anbindung fahren könnt. Erstaunlich ist die Rekonstruktion bekannter Rennstrecken deshalb, weil die Entwickler penibel jede Bodenwelle der Kurse nachmodellierten – dem geübten Auge fällt aber auf, dass etwa die vielen Nordschleifen-Malereien auf dem Asphalt keineswegs der Wirklichkeit entsprechen.

Vielleicht erinnern sich einige Zocker unter euch noch an Tourist Trophys Aufgebot an Rennstrecken. Das setzte sich eigentlich nur aus Gran-Turismo-4-Tracks zusammen; Eigenkreationen oder Kursverläufe, die an Eigenheiten von Motorrädern angepasst waren, fehlten gänzlich. Für RIDE 2 gingen die Kursdesigner einen Schritt weiter, nahmen nur Kursverläufe ins Aufgebot, die auch bei einem Motorradrennen gefahren würden. Mehr noch, sind die paar Fantasiekurse im Repertoire fantasievoll zusammengesetzt. Da wird ein Waldabschnitt entlanggebrettert, kurz darauf auf Kopfsteinpflaster eine langgezogene Kurve mit Vollgas und in absoluter Schräglage durchfahren, nur um sich auf der anschließenden Geraden in Windschattenduellen zu messen. Fetzt!

Karriere wie vom Reißbrett

Nach jedem absolvierten Rennen erhaltet ihr je nach Platzierung und Leistung Credits und Rufpunkte. Credits gebt ihr im Shop aus, um neue Bikes zu kaufen und diese zu tunen. Rufpunkte bringen euch in einer Rangliste immer weiter nach oben und schalten neue Events frei.

Um diese möglichst weit oben im Tableau zu beenden, reicht fahrerisches Können allein nicht aus. Vielfach müsst ihr euer Bike erst einmal pimpen. Hier ließ sich Milestone erneut von Polyphony inspirieren. Vom Ölwechsel über neue Bremsbeläge, Felgen und Motorteile findet ihr alles, um euch das Zweirad nach Herzenslust technisch anzupassen. Wer mag, fummelt in den unzähligen Optionen zur Feinabstimmung herum, bis Fahrgefühl und Leistung den individuellen Ansprüchen genügen. Während das Leistungstuning facettenreich ist, enttäuschen die optischen Modifikationen ein wenig. Ein paar Lackierungen, diverse Teile in buntesten Farben – das war es aber auch schon. Einen Decal-Editor für aufwendige Designs vermisst man da ziemlich schnell. Das betrifft auch euren Fahrer, den ihr zu Beginn der Karriere erstellt (und jederzeit komplett ändern könnt). Ein paar Gesichter, einige Anzüge – mehr ist nicht drin.

RIDE 2
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Daniel Wendorf

Daniel Wendorf am 29 Nov 2016 @ 15:10
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