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Devil's Third: Review

  Nintendo Wii U 

Itagaki muss ein Wahnsinniger sein! Anders können wir uns nicht erklären, dass er sein Devil's Third für die Wii U mit allem verteidigt, was das Vokabular hergibt. Mal sind die Tester einfach Nieten, die nicht befähigt sind, ein etwas schwierigeres Spiel durchzuspielen. Mal sieht er sein Werk gar in Konkurrenz zu Gears of War. Damit kann das Spiel nicht konkurrieren. Aber so mies, wie einige es reden, ist es nun auch nicht.

Bote einer längst vergessenen Vergangenheit

Devil's Third hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Einst als Prestige-Projekt des Publishers THQ gestartet, stand der Titel kurz vor dem Aus, nachdem das Unternehmen in die Insolvenz geraten war und seine Filetstücke verkaufen musste. Nur Nintendo glaubte an das Projekt und sicherte es ab – zunächst. Zumindest in den USA distanziert sich der Traditionshersteller; auf dem Alten Kontinent und in Japan steht man weiterhin zur brachialen Action.

Vom Gewaltgrad her muss Devil's Third in einem Atemzug mit Manhunt, Bayonetta oder No More Heroes genannt werden. Was Itagakis Werk fehlt, sind aber die medienkritischen Töne (Manhunt) oder der Style, der die anderen genannten Spiele auszeichnet. Stattdessen schlüpft ihr in die vollkommen zutätowierte Haut des Russen Ivan, der in einem unterirdischen US-Hochsicherheitsgefängnis sein Dasein fristet. Sein trister Alltag ändert sich erst, als Terroristen die Welt mit einer riesigen EMP-Welle ins Chaos stürzen – prompt wird aus Ivan dem Verbrecher die einzige Hoffnung, der Welt wieder Frieden zu bescheren. Eine 08/15-Story entspannt sich in den folgenden Stunden, die leider nicht die Enden, die alle paar Minuten in der Spielwelt herumliegen, aufnimmt und zu einem dichten Erzählteppich knüpft.

Devil's Third

So bleibt Held Ivan trotz vieler Rückblenden unangenehm platt und stereotyp, werden andere wichtige Charaktere nur am Rande behandelt, und die Motive der Terroristen bleiben zu lange im Unklaren und wirken selbst nach der "Offenbarung" nicht nachvollziehbar. Nun ja, manche mögen die Welt nur gerne brennen sehen, und das reicht ja schon aus, um gegen alles und jeden in den Privatkrieg zu ziehen. Schade, dass die Geschichte in den wichtigen, sprich ruhigeren Momenten mit Holzhammermethoden gepeitscht wird. Da wäre die Szene, in der in Ivans Vergangenheit übel zugerichtete tote Kinder eine Rolle spielen – leider bleibt sie ausser dem drastischen Bild alles schuldig, was in anderen Produktionen den Unterschied macht. Kaum auszudenken, wie ein Hideo Kojima diese Szene inszeniert hätte!

Die Spielmechanik gliedert sich grob in drei Teile: Feuergefechte aus der Schulterperspektive hinter Hindernissen, gezieltes Verteilen von Kopfschüssen aus der Ego-Ansicht und Nahkampfattacken mit dem Schwert.

Devil's Third

Devil's Third versucht, diese drei Aspekte miteinander zu vermengen; es gelingt aber nur mit Abstrichen. So sind die Wechsel vom Ballermann auf das Schwert etwas zu langsam; der Schnitt in die Visiersicht hinein kommt oft irritierend, weil nicht euer Sichtausschnitt vergrössert wird, stattdessen aber die Ausrichtung der Waffe entscheidend für den Blick durchs Visier ist. Das gipfelt dann darin, dass ihr die Kamera mühsam justieren und euch neu orientieren müsst.

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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 31 Aug 2015 @ 17:03
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