GBase - the gamer's base

Header08
oczko1

WRC 6: Review

  Xbox one 

Kylotonn Racing Games ist nicht zu beneiden. Seine WRC-Premiere vergangenes Jahr wurde fast durchweg von der Fachpresse in der Luft verrissen. Wir fanden das Spiel insgesamt gut und hofften, es könne auf dem Fundament aufgebaut werden. Eine Hoffnung, die sich bei WRC 6 nicht bestätigt …

Volkswagens Abschiedstour

WRC 6 ist der Schwanengesang eines großen Herstellers: VW. Jap, auch die Rallye-Weltmeisterschaft wurde vom Dieselskandal erfasst; in Wolfsburg zog man kurzerhand den Stecker des überaus erfolgreichen WEC-Teams und wird als amtierender Weltmeister auch die WRC verlassen. Schade drum, denn nach jahrelanger französischer Dominanz war es erfrischend zu sehen, dass ein ambitioniertes Werksprojekt gute Erfolge auf unbefestigten Straßen einfahren und das Know-how auf die Straße übertragen kann.

Aus PR-Sicht könnte der Rückzieher dennoch gut sein. Nimmt man das vorliegende WRC 6 als Werbeartikel ernst, ist die Außenwirkung katastrophal. Am Umfang liegt dies nicht. 14 offizielle Austragungsorte wurden auf die Disc gebrannt, darunter der Jahresauftakt in Monte Carlo, Australien, Rallyes in Großbritannien oder auch Afrika. Toll! War die Streckenführung im Vorgänger noch sehr generisch und unspektakulär, hat sich Kylotonn Racing Games an den realen Etappen orientiert. Die Schotter-, Schnee-, Schlamm- und Asphaltpisten sind wesentlich enger, die Kurvenein- und -ausgänge abwechslungsreicher, und überhaupt scheint das Kursdesign dem verantwortlichen Team mehr Spaß gemacht zu haben.

Gute Aspekte …

Die Techniker stimmten mit ein und integrierten Witterungsbedingungen sowie Tag-und-Nacht-Wechsel, die jede Ausfahrt dynamisch gestalten und weit von der Prozessionsfahrt des vergangenen Jahres entfernt sind. Wo wir dabei sind: Die größte Verbesserung stellt sich im Bereich der KI ein. Die computergesteuerten Wettkampfgegner sind tatsächlich unterschiedlich stark und werden nicht durch missratene Hintergrundroutinen an eure Etappenzeit angepasst, um krampfhaft Spannung über mehrere Wertungen hochzuhalten. Das heißt im Umkehrschluss, dass eure tatsächliche Leistung auf vier Rädern mit einem komfortablen Vorsprung belohnt wird. Wenn ihr gut fahrt. Landet der Bolide zu oft neben der Strecke oder rutscht er auf dem Dach Richtung Ziel, werdet ihr gnadenlos abgestraft. Ein Sieg? Dann fast unmöglich!



… schlechte Aspekte

Verglichen mit dem hervorragenden DiRT Rally hängt Kylotonn beim Fahrgefühl hinterher. Codemasters' Vorzeigerennspiel zelebriert die mehrere hundert PS starken Boliden mit einer Zickigkeit, dass es eine Freude ist, eine Etappe ganz ohne Fahrhilfen zu meistern, selbst wenn das Auto dann de facto in die Presse gehört. WRC 6 ist da viel braver, zurückhaltender, idealer für Einsteiger und Hobbypiloten. Mit allen Fahrhilfen zugeschaltet, steuern sich die Fahrzeuge wie auf Schienen, "schlimmstenfalls" wie zu Zeiten von SEGA Rallye. Lasst ihr ABS, Bremsassistenz und Automatikschaltung weg, rutscht das Auto etwas mehr, ein Kontrollverlust stellt sich dennoch nicht ein. Hin und wieder ist die Spur dann schwer zu halten, bockt das Gefährt in der Kurve – was zufällig ist, zu reproduzieren sind die Quersteher nämlich nicht. Hinzu kommt, dass die Unterscheidung zwischen Front-, Mittel- und Heckfahrzeug marginal ist. Die kultigen Subaru Imprezas fahren sich wie VW Polos oder Citroëns.

WRC 6
Game-Facts

Game-Abo
 Was ist das?


Daniel Wendorf

Daniel Wendorf am 21 Feb 2017 @ 18:02
Kaufen
oczko1 Kommentar verfassen